Mountainbiker wollen mit neuen Strecken die Region bereichern

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Um neue Routen und Trails zu kreieren, hat sich vor wenigen Monaten der Shred-Erz-Verein gegründet. Er zählt fast 100 Mitglieder und feilt bereits an konkreten Projekten.

Zschopau.

Mit Genuss durchs Gelände zu fahren, war schon immer die Leidenschaft von André Schubert. Allerdings saß der Waldkirchener dabei lange auf einer motorisierten Maschine. Als der mehrfache Sachsenmeister 2015 nach 18 Jahren seine Motocross-Karriere beendete, war er noch lange nicht satt. Im Gegenteil: Die Lust, im Sattel die Natur zu erkunden, wurde bei dem 41-Jährigen noch größer - allerdings ohne PS, dafür mit immer mehr Freunden. Dies brachte einen Stein ins Rollen, der im Oktober 2020 zur Gründung eines Vereins führte.

"ShredErz" nennt sich die Initiative von Mountainbikern und Mountainbikerinnen, deren Anzahl kontinuierlich wächst. "Als André aufs Rad umgestiegen ist, fuhren erst ein paar Freunde mit. Dann wurde die Gruppe immer größer", berichtet Carsten Brödner, der selbst dazu gehört. Sogar Bekannte aus Leipzig, Dresden und Jena seien ab und zu dabei. Doch zum Großteil stammen die inzwischen knapp 100 Mitglieder wie Brödner aus der Zschopauer Region. Als langjähriger Aktiver des RSC 93 Marienberg und des RSV 54 Venusberg kennt er sich im Mountainbikesport aus. Doch es ist nicht der Wettkampfsport, den er mit dem Shred-Erz-Verein ankurbeln will, sondern das Fahren in der Freizeit.

Gerade durch Corona seien viel mehr Fahrer auf ihren Mountainbikes im Wald unterwegs als früher. Ein Trend, den der Verein nutzen und zugleich stärken will. Statt nur für sich allein auf Wegen zu fahren, die man bereits kennt, könne die Gemeinschaft zum Austausch von Tipps und zu neuen Kontakten führen. "Es entsteht ein Zusammenhalt", sagt Brödner - und spricht dabei aus Erfahrung. Denn die Trainingsgruppe, mit der der zum Vorstand gehörende Nachwuchsleiter jede Woche an der Fahrtechnik feilt, wird immer größer.

Neben dieser Euphorie verspüren die Mountainbiker aber auch eine gewisse Skepsis, die ihnen mitunter entgegenschlägt. So mancher sieht im Fahren abseits der öffentlichen Wege eine Bedrohung für die Natur. Genau deshalb lege sich der Vorstand um den Vorsitzenden Toni Fabian mit den vielen weiteren Helfern mächtig ins Zeug. "Wir sind ja gerade auf Nachhaltigkeit getrimmt. Naturschutz ist uns ein wichtiges Anliegen", sagt Brödner und ergänzt: "Was uns abhebt, ist das geplante Trailprojekt." Zwar werde bei der Umsetzung der Pläne wegen der Bürokratie noch viel Zeit ins Land gehen. Allerdings hat der Shred-Erz-Verein bei seinem Vorhaben, offizielle Strecken zu schaffen und womöglich sogar zu einem Netzwerk zu verbinden, bereits erste Schritte vollzogen.

Der Kontakt, der zum Tourismusverband Erzgebirge, zum Forst, zu Kommunen sowie zu Privatpersonen gesucht wurde, trage Früchte. So laufe für ein Areal in Waldkirchen, das als Vereinsstrecke dienen soll, gerade die Vertragsgestaltung mit dem Eigentümer. Und auch im Zschopauer Stadtrat ist der Verein vorstellig geworden, um sein Konzept für den ehemaligen Skihang zu präsentieren. Der könnte mit einer Dualslalom-Strecke zu einem Treffpunkt für Mountainbiker aller Generationen werden. Es ist aber nur eine von mehreren Ideen, denn möglichst viele Trails sollen das mittlere Erzgebirge bereichern. "Der Mountainbikesport ist für diese Region fast wie ein Markenzeichen", hebt Brödner die Bedeutung dieser Sparte des Radsports hervor. www.shrederz.de

"Dem Sport ein Gesicht geben"

Toni Fabianist der Vorsitzende des Vereins Shred-Erz. Andreas Bauer hat mit dem 34-Jährigen unter anderem über eine Patenschaft gesprochen.

Freie Presse: Wie kam es zur Vereinsgründung?

Toni Fabian: Mitunter fehlen das Verständnis und die Akzeptanz für unseren Sport. Manche denken, wir sind Verrückte, die den Wald zerstören. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Das wollen wir zeigen und dem Sport ein Gesicht geben.

Gab es noch einen Auslöser?

Um den Mountainbikesport als Aushängeschild für die Region touristisch noch besser zu vermarkten, spielen Wegenutzungsverträge eine wichtige Rolle. Als Verein können wir in diesem Bereich mehr bewegen und mit den Behörden besser kommunizieren, wobei wir bei diesem Projekt immer dazu lernen und daran wachsen.

Wie läuft es bisher?

Die Gespräche mit Forst, Landratsamt und Kommunen stimmen uns optimistisch. Auch mit unserem Umwelttag im April, als wir zugleich die Patenschaft für den Weg zwischen Zschopau und Wilischthal übernahmen, haben wir schon einiges bewirkt. (anr)

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.