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Der Kontrollblick in die Kloschüssel lässt Sie stutzen, weil sich da eine Tablette abzeichnet? Bei welchen Präparaten das normal ist - und wann Sie mit Hausärztin oder Apotheker sprechen sollten.
Einmal geschluckt, sieht man sie nie wieder? Das gilt längst nicht für jede Tablette. So ist ganz normal, dass sich sogenannte Retardpräparate im Körper nicht auflösen, erklärt die Apothekerin Cornelia Stritzel in der Zeitschrift "Apotheken Umschau" (Ausgabe A 6/26).
Der Grund: Die Tablette ist hier "wie ein Transportmittel für den Wirkstoff". Er wird in Magen-Darm-Trakt schrittweise freigegeben, die Tablette selbst wird aber nicht verdaut. Wer sie also nach dem Klogang in der Toilettenschüssel wiederentdeckt, muss keine Sorge haben, dass sie nicht gewirkt hat.
Bei Durchfall wandern Tabletten zu schnell durch den Darm
Es können aber auch Medikamente unverdaut im Stuhl landen, die keine Retardpräparate sind. Zum Beispiel, wenn man Durchfall hat. "Die Medikamente wandern dann schneller durch den Verdauungstrakt", klärt Cornelia Stritzel auf. Das kann dazu führen, dass der Wirkstoff nicht richtig aufgenommen wird - dann wirkt die Tablette womöglich nicht.
Die Apothekerin warnt dann davor, Medikamente auf eigene Faust nachzunehmen. Wer sichergehen will, lässt sich lieber in der Apotheke beraten.
Beratung - ob in der Apotheke oder der Hausarztpraxis - ist auch angesagt, wenn man regelmäßig Tabletten-Überreste im Stuhl vorfindet, die keine Retardpräparate sind. Dann ist womöglich eine Option, die Anwendungsform zu wechseln, um sicherzustellen, dass der Wirkstoff auch wirklich im Körper ankommt. (dpa)





