Autobauer müssen jetzt liefern

Zur Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts über Diesel-Fahrverbote

4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    2
    osgar
    08.03.2018

    Also ich fahre meinen Euro-5-Diesel mit Freude weiter.
    Da lasse ich mich auch nicht von diesem ellenlangen Pamphlet von @cn3boj00 abbringen.

  • 2
    2
    cn3boj00
    08.03.2018

    Es hängt mir inzwischen zum Halse heraus, dieser Ausspruch "Nun müssen die Autobauer liefern". Wer regiert Deutschland eigentlich? Frau Merkel? Eine Parteienkoalition? Ein Bundestag? Nein, es sind die Autohersteller. Keiner wagt es, deren Rechtsverstöße zu ahnden. Nein, man bittet Sie eher leise "nun müsst ihr aber was tun, bitte bitte" Der Dieselskandal ist ein einziges kollektives Versagen der deutschen und europäischen Politik, nicht nur auf Regierungsebene, auch von Seiten der Opposition. Und auch Justiz und die Medien haben versagt. Dieselfahrverbote? Was sollen die ändern? Und vor allem: gegen wen richten die sich eigentlich? Den Dieselfahrern war nicht bewusst, dass sie etwas Schlechtes tun, als die Politik die "guten" Nachrichten der Autobauer vom "sauberen" Diesel und dem Retter der Klimaziele aufgegriffen hat und eine falsche Entwicklung hofiert hat. Spätestens, als die Eruo5 - Normen diskutiert wurden, begann eine der größten Betrugsaffären der europäischen Wirtschaft, wenn nicht die größte überhaupt. Den Autobauern war klar, dass sie mit der vorhandenen Technik die Ziele nicht erreichen konnten. Also hat man das kleine Hintertürchen mit den Abschaltvorrichtungen zum "Schutz des Motors" eingebaut. Was aber als Ausnahme gedacht war, wurde zur Regel: alle Hersteller haben daraufhin mit Abschaltvorrichtungen dafür gesorgt, dass die Abgasreinigung nur auf dem Prüfstand funktionierte, denn was auf der Straße passierte, hat den Gesetzgeber wohl in der Annahme, dass die Abgasreinigung natürlich immer funktioniert, nicht interessiert. Liest man den Bericht der Volkswagen-Untersuchungskommission, stellt man fest dass fast alle Hersteller dabei die gleichen Strategien fuhren. Es dürfte selbst dem Ahnungslosesten nicht schwer fallen, sich vorzustellen, dass die Hersteller sich dabei abgesprochen haben.
    Doch bis heute hat man nicht erklären können, was an der Strategie von VW so anders war als bei den anderen, so dass man die Software von VW als "illegal" eingestuft hat, die der anderen aber als erlaubt. Einzig die Tatsache, dass VW auf Grund seines Marktanteils in den USA "erwischt" wurde, bleibt übrig. Niemand kam bis heute auf die Idee, die SW der anderen Hersteller tatsächlich zu überprüfen. Selbst Aussagen wie: "die Reinigung funktioniert nur bei Temperaturen oberhalb 25 Grad, das betrachten wir als normale Betriebsbedingungen" (Opel) reichten aus, um den Betrug abzunicken.
    Grundsatzurteile gibt es bis heute nicht. Das KBA hat auf höchste Weisung der Politik den Betrug gedeckt, indem keinem der Fahrzeuge die Typgenehmigung entzogen wurde. Das durfte natülich nicht passieren, über die Autobauer wären tatsächlich schwere zeiten hereingebrochen. Sie hätten Millionen von Dieselautos zurücknehmen müssen. Alle Fahrzeuge blieben legal auf den Straßen, ein freiwilliges Zwangsupdate sollte es richten. Doch was macht das Update? Es wandelt eine illegale Abschaltvorrichtung in eine legale um. Die Abgaswerte werden nicht besser. Dabei ist die Frage der ?Legalität? bis heute nicht geklärt, da niemand eine Klärung gefordert hat. Die Behörden, die eigentlich eine Klärung herbeiführen müssten, stecken den Kopf in den Sand und sitzen es aus. Und die Politiker in ganz Europa beten, dass dies so bleiben möge. Selbst die einfache Frage, ob die Betrugssoftware rechtswidrig ist oder einen Mangel darstellt, wurde bis heute nicht beantwortet. Um Grundsatzurteile auf obersten Gerichtsebenen zu vermeiden bieten die Hersteller Klägern Deals an. Sammelklagen sind nicht möglich, und jeder der es wagt zu klagen ist der Laune des jeweiligen Richters ausgeliefert. Man baut darauf, dass die übergroße Mehrzahl das Update hinnimmt. Dass davon unsere Luft nicht besser wird, ist den meisten sowieso egal. Diesel fahren tut man nich wegen dem Klima, sondern weil es billig ist. Weil die Politik völlig falsche Anreize setzt. Auch heute noch, trotz des Skandals.
    Immer noch will man ja das Klima retten. Wie wäre es mit der Hybridtechnologie? Ein Benzinmotor mit Elektrounterstützung und einem Verbrauch von 5 Litern ist fürs Klima genauso gut, aber viel sauberer. Doch die deutschen Autobauer haben das verschlafen. Und damit es ihnen nicht weh tut, werden die Vollhybride von Toyota auch natürlich nicht staatlich gefördert. Hat schon mal jemand ausgerechnet, wieviel CO2 eingespart werden könnte, wenn es ein Tempolimit gäbe? Denn ab etwa 120 km/h geht der Verbrauch von Verbrennungsmotoren steil nach oben, und damit die Emission. Aber igitt, noch was gegen die Autobauer, die inzwischen den Fahrspaß in die Gene des deutschen Autofahrers eingepflanzt haben. Nein, man will keine Klimaziele erreichen. Man will nicht wirklich saubere Luft. Man will nur den Anschein erwecken. Denn sonst müsste man die Autobauer zwingen. Statt dessen eint Deutschlands gesellschaftliche Vertreter der lahme Spruch ?die müssen jetzt liefern?, egal ob sie Heiko Maas oder Jürgen Becker heißen. Solange die Gesellschaft untätig ist, wird niemand liefern. In ein paar Jahren wird man sich feiern, was man mit neuen Abgasnormen alles erreicht hat. Die Geschädigten sind eben ein Kollateralschaden.

  • 1
    1
    Zeitungss
    28.02.2018

    Politik und Autolobby treiben hier ein böses Spiel und die Justitz schaut wohlwollend zu, was mit der gegenwärtigen Berliner Truppe auch nicht anders zu erwarten war.

  • 5
    2
    693774
    28.02.2018

    Als allererstes müssen mal die Grenzwerte aus wissenschaftlicher Sicht auf den Prüfstand, und zwar durch Naturwissenschaftler und nicht Sozial- und Theaterwissenschaftler. Es kann doch nicht sein, daß die Autos seit Jahrzehnten immer weniger Schadstoffe emittieren, aber die grüne Lobby immer irrwitzigere Grenzwerte veranlaßt, und damit die deutsche Wirtschaft in den Ruin treibt.



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