Führerschein: Tausende verpassen Frist zu Umtausch

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958 betroffen - Nur geringer Bearbeitungsstau

Freiberg/Döbeln.

Mehrere Tausend Menschen im Landkreis Mittelsachsen haben eine Frist versäumt, um ihre alten Papierführerscheine umtauschen zu lassen. Das Landratsamt schätzt die Anzahl der Betroffenen auf mindestens 3500 bis 4000. Eine konkrete Anzahl der Säumigen zu nennen, sei nicht möglich. "Anhand der vorhandenen Karteikarten aus den Altlandkreisen lassen sich allenfalls Schätzwerte aber keine verlässlichen Fallzahlen ermitteln", erklärte dazu der Pressesprecher des Amtes, André Kaiser.

Es gehe um Fahrerlaubnisinhaber der Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958, die bis zum 19. Juli ihre alten Führerscheine hätten umtauschen müssen. Das Amt gehe davon aus, dass aus der ersten Tauschgruppe viele noch keinen neuen Kartenführerschein haben.

In Deutschland müssen in den nächsten Jahren rund 42 Millionen Führerscheine umgetauscht werden. Hintergrund: Die Dokumente sollen in der gesamten EU einheitlich und fälschungssicher sein. Deshalb werden die alten Führerscheine nun jahrgangsweise umgetauscht - als erstes waren die 1953 bis 1958 Geborenen an der Reihe. Sie hatten Zeit, ihre Dokumente zwischen Januar 2021 und Juli 2022 auf den modernen Stand zu bringen. Die ursprünglich im Januar festgesetzte Frist war um mehrere Monate bis zum Sommer verlängert worden. Dennoch blieben viele den Umtausch schuldig. Und das, obwohl deren alte Papierführerscheine entsprechend der Festlegungen in der Fahrerlaubnisverordnung ihre Gültigkeit verlieren, wenn die Frist versäumt wird. Die Konsequenz: Wer ohne gültiges Dokument erwischt wird, muss mit einem Verwarngeld von 10 Euro rechnen. Das Landratsamt selbst initiiere dazu aber keine Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Der Umtausch eines alten Führerscheins erfolgt in der Fahrerlaubnisbehörde des Landkreises in Döbeln. Dort gebe es aktuell laut Sprecher Kaiser nur einen geringen Bearbeitungsstau. Im vorigen Jahr gab es Kritik wegen langer Warteschlangen und schleppender Terminvergabe. Seit Einführung des gestaffelten Pflichtumtausches im März 2019 seien in Mittelsachsen 13.592 Kartenführerscheine in allen Altersgruppen ausgehändigt worden. Für die Geburtsjahrgänge 1959 bis 1964 läuft die Umtauschfrist am 19. Januar 2023 ab.

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.