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Satire zum Wochenende: Weg mit dem hässlichen Herbstlaub!

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Hier steht, was wirklich wichtig ist. Heute: Endlich ist Herbst und endlich darf der Laubbläser ausgepackt werden. Man kann sich die Arbeit aber auch sparen - dazu hätten wir eine Idee.

Trari, trara, der Herbst ist da, die Blätter fallen von den Bäumen und man könnte ja fast rausgehen und sich an den wunderbar leuchtenden Farben freuen. Kostet noch nicht mal was.

Ja, man könnte sich daran freuen. Aber man hat ja keine Zeit. Weil man in der Wohnung sitzen und sie für den Herbst schön dekorieren muss. Wir modernen Menschen haben es nun einmal schwer. Wir haben so wenig Zeit, weil wir uns ständig Dinge anschaffen müssen. Zierkürbisse zum Beispiel. Verrückt. Dabei könnte man aus einem Kürbis doch so eine gute Suppe machen. Wobei man andererseits sagen muss, dass sich eine solche Suppe auf dem Fensterbrett oder dem Treppenabsatz nicht ganz so hübsch ausmachen würde wie ein Zierkürbis. Wahrscheinlich gibt‘s demnächst auch noch Zierkartoffeln und Zierrosenkohl. Oder Zierzwiebeln?

Dekorieren ist nicht verboten - sich darüber lustig machen auch nicht

Nun ja. Wem es gefällt, die Wohnung zu dekorieren, der soll das gerne tun. Für die Erzgebirger unter uns ist das ja sozusagen ein Warmlaufen. Jeder weiß: Zuerst ist der Tag der deutschen „Einheit“, dann kümmert man sich um die Winterreifen oder sagt dem Partner (m/w/d), dass er sich darum kümmern soll, und dann müssen auch schon die Männel geweckt werden. In Freiberg sucht man noch Händler für den Weihnachtsmarkt, der nicht so heißen darf. Wer also noch Herbstdeko übrig hat, kann sie einfach mit ein wenig Kunstschnee bestäuben und dort zum Verkauf anbieten.

Die Riesenkürbisse aus dem Schlosspark Lichtenwalde sind als Zimmerdekoration nur bedingt geeignet.
Die Riesenkürbisse aus dem Schlosspark Lichtenwalde sind als Zimmerdekoration nur bedingt geeignet. Bild: Andreas Seidel

Aus seriöser Gerüchtequelle verlautete übrigens, dass es in Freiberg neue Regeln für die Weihnachtsmarkt-Stände geben wird. Schuld daran ist natürlich eine pink-grüne Verschwörung, die nicht einmal vor Angriffen auf unser höchstes Kulturgut zurückschreckt, die Bratwurst. Es wird also gemäß der neuen Weihnachtsmarktverordnung dieses Jahr an den Ständen nur noch vegane Gerichte geben. Neben Kürbisbratwurst und Steckrübenschnitzel soll wohl auch trockenes Brot angeboten werden. Gestrichen ist allerdings der Glühwein. Denn der wird ja angeblich aus echten Weintrauben hergestellt, und es kann natürlich niemand garantieren, dass bei der Verarbeitung kein unschuldiges Insekt mitgekeltert wird. Entsprechend wird an den Ständen dieses Jahr nur noch reiner Alkohol ausgeschenkt.

Schluss damit - schließlich ist Essen ein emotionales Thema. In Regionen mit einer ausgeprägten Esskultur verstehen die Menschen bei dem Thema keinen Spaß. Und in Sachsen ebenfalls nicht.

Probleme lösen oder über Gebäck diskutieren, das ist die Frage

Entsprechend ist es kein Wunder, dass eine Debatte um die korrekte Bezeichnung eines puddinghaltigen Biskuitgebäcks aus dem Sortiment der Bäckerei Möbius auf mehr Interesse stieß, als wahrscheinlich das Gebäck selbst. Darf der Mohrenkopf noch Mohrenkopf heißen, ist die Frage - um die es nie ging. Denn er darf. Niemand hat es verboten. Die Frage ist eher, ob er muss. Oder ob er unter einem anderen Namen möglicherweise genauso schmecken würde. Haben wir eigentlich auch andere Probleme? Reichlich. Und damit ist die Lösung auch schon gefunden: Wir alle reden nie wieder über Puddinggebäck, und schon sind die großen Menschheitsprobleme von Klimawandel bis Wasserknappheit mit einem Schlag gelöst.

Der M-Kopf war „im Urlaub" - so macht die Bäckerei Möbius auf seine Rückkehr aufmerksam.
Der M-Kopf war „im Urlaub" - so macht die Bäckerei Möbius auf seine Rückkehr aufmerksam. Screenshot Instagram: Bäckerei Möbius

So sind wir Menschen: Wir lösen lieber die Probleme vor unserer Haustür nicht, als uns mit den Sorgen der großen, weiten Welt zu befassen. So ist es ja auch mit dem Herbstlaub. Man weiß ja, dass um diese Jahreszeit alles voll mit diesen hässlichen, bunten Blättern liegt, die so doof rascheln, wenn man hindurchgeht. Aber man kann nun einmal nicht halb Kanada saugen. Deshalb gilt: Ein jeder saug vor seiner Tür, da hat er Laub genug dafür. Es soll ja Zeitgenossen geben, die ab Mitte August mit geladenem Laubbläser bereit stehen, um das erste herabgefallene Blatt unverzüglich zum Nachbarn hinüber zu blasen. Wahrscheinlich werden demnächst sogar Laubsauger erfunden, die die güldenen Blätter direkt vom Baum saugen. Alternativ könnte man die Straßen auch mit künstlichen Bäumen säumen, deren Blätter sich im Herbst per Fernschaltung automatisch bunt färben, aber niemals auf den Fußwegen herumliegen. Gedacht - gemacht. So geht sächsisch. (eva)

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