Er könnte verzweifeln, doch Lukas Dittrich bleibt stark und kümmert sich um seine Frau. Ein tolles Vorbild für jeden von uns, findet Reporterin Cornelia Schönberg.
Seit Wochen begleite ich Anja und Lukas für eine mehrteilige Reportage. Anja sitzt im Rollstuhl. Ihr Mann Lukas pflegt sie seit ihrem Schlaganfall. Er ist 36. Über eine Crowdfunding-Plattform bin ich auf die beiden aufmerksam geworden. Lukas schrieb dort einen liebevollen Hilferuf nach finanzieller Unterstützung. Sein Ziel: Trotz Lähmung, Rollstuhl und Therapiestunden das gemeinsame Leben so schön wie möglich zu machen. Mehrmals habe ich die beiden getroffen, viel mit ihnen gesprochen und telefoniert, mit Lukas gemailt und gewhatsappt. Lukas ist Anjas Management - in jeder Hinsicht. Er pflegt sie, er wäscht sie, er putzt ihre Brille und regelt ihre Termine. Er hat seinen Job aufgegeben, um für Anja das Beste rauszuholen und die Zeit zu nutzen, die sie zusammen haben. Nicht einmal hat er gejammert. Im Gegenteil: Nützt ja nichts, los geht‘s!, sagt er.
Er könnte resignieren, fluchen, schreien und wegrennen vor der Verantwortung. Er könnte das Schicksal als schwere Bürde sehen. Tut er aber nicht. Er rennt nicht davon. Er tut, was getan werden muss, weil er seine Frau liebt und sich für sie entschieden hat, ohne Wenn und Aber. Unglaublich, wie stark man sein kann. Ich wünsche mir, dass ich genauso stark wäre, wenn ich an seiner Stelle wäre. (cor)






