Corona-Lage in Mittelsachsen: Weiteres Pflegeheim betroffen

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Das Hausarztsystem in Hainichen und Striegistal steht kurz vor Zusammenbruch, warnt Hainichens Bürgermeister. Mehr als 30 Bewohner eines Pflegeheims sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Apotheker geben Entwarnung: Auch kostenlose Masken ohne Prüfnummer schützen. Alles rund um das Thema Corona in Freiberg, Mittweida, Flöha, Rochlitz und Region finden Sie in unserem Lagebericht.

Freiberg.

Aktuelle Infektionszahlen: Das Landratsamt Mittelsachsen meldet am Sonntagnachmittag insgesamt 9843 nachgewiesene Coronafälle. Das sind 101 Fälle mehr als am Vortag. Von allen Fällen entfallen auf den Kreis Freiberg 4606 (+41 zum Vortag), auf den Kreis Mittweida 3675 (+47) und auf die Region Döbeln 1562 (+14). Die Kreisbehörde meldete keine weiteren Todesfälle, es bleibt bei 97 Verstorbenen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Der Inzidenzwert, der angibt, wie viele Menschen sich pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen angesteckt haben, sinkt auf 484,7. 179 (+32) Personen werden derzeit stationär behandelt, davon werden 18 beatmet.

Corona-Impfungen in Sachsen angelaufen: Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping besuchte zum Auftakt ein Pflegeheim in Lichtentanne im Landkreis Zwickau. Eine 85-jährige Bewohnerin erhielt dort die erste Impfung. 

Hausarztsystem in Hainichen und Striegistal kurz vor Zusammenbruch: Der Hainichener Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) hat an die älteren Bewohner appelliert, in den nächsten Tagen zu Hause zu bleiben und Kontakte zu vermeiden. Anlass zur Sorge bereite die Situation bei den Medizinern. "Unser Hausarztsystem in Hainichen und Striegistal steht kurz vor dem Zusammenbruch. Viele Arztpraxen befinden sich in Quarantäne", so Greysinger. Zu befürchten sei, dass weitere Praxen coronabedingt schließen müssen. Er habe sich bei der Einschätzung zur aktuellen Situation mit den Hainichener Ärzten Matthias Roth, Lutz Stollberg, Barbara Gruner, Andrea Pötzsch und Robert Enderle abgestimmt.

Aktuelle Coronadaten aus allen Gemeinden in Mittelsachsen: Die Wucht der zweiten Welle trifft den Landkreis immer härter. In nur einer Woche haben sich mehr als 1800 Menschen mit dem Virus infiziert. Seit Ausbruch der Seuche sind 64 Frauen und Männer an oder mit Corona verstorben. In der traurigen Rangliste der Risikogebiete belegt die Region mit einer Inzidenz von 550,5 bundesweit den sechsten Platz. Das sind die aktuellen Coronadaten aus allen Gemeinden in Mittelsachsen.

36 Senioren in Pflegeheim in Schweikershain von Corona betroffen: Mehr als die Hälfte der Bewohner sowie Mitarbeiter des Hauses in Schweikershain sind positiv auf das Virus getestet worden. Deshalb gilt auch zum Fest: Besuche verboten.

Keine Sorgen bei Masken ohne Prüfnummer: Apotheker geben Entwarnung: Ältere und chronisch Kranke erhalten einen kostenlosen Spezialschutz. Doch der ist nicht nur stark gefragt, sondern auch umstritten. Zweifel an der Qualität sind aber umgegründet, wie ein Experte erklärt.

Quarantäne war für Oberbürgermeister Härtetest für Rentenalter: Flöhas Oberbürgermeister Volker Holuscha spricht im Interview über ein schwieriges Jahr und die eigene Quarantäne. "Zwei Wochen auf 65 Quadratmeter ohne Außengelände, das sind ja härteste Bedingungen", sagt er. Auch Weihnachten wird anders als sonst sein dieses Jahr.

Besondere Weihnachten in den Pflegeheimen: Um Bewohnern von Pflegeheimen trotz der aktuell angespannten Coronasituation ein würdiges Weihnachtsfest zu bereiten, führen einige Einrichtungen Feierlichkeiten in kleinem Rahmen durch. Im Freiberger Pflegeheim "Carolahof" etwa können die Bewohner unter Einhaltung des Mindestabstands und mit Schutzmasken das Fest in kleinen Gruppen gemeinsam verbringen und Weihnachtslieder hören, so Heimleiterin Sandy Koch. Drei Besucherräume sind eingerichtet und können nach vorheriger Anmeldung genutzt werden, vorausgesetzt der Corona-Schnelltest liefert ein negatives Ergebnis. Auf Wunsch können die Bewohner die Feiertage bei ihren Angehörigen verbringen. "Wir belehren die Angehörigen aber über die Gefahr der Ansteckung", so die Heimleiterin. Ebenso Feierlichkeiten im kleinen Kreis plant das Seniorenzentrum "Bergkristall" in Freiberg.

Lunzenauer Fan von Udo Lindenberg besucht Idol auch in Coronazeiten: Mit Abstand und doch ganz nah - Andreas Rosin aus Lunzenau besucht den Rocker Udo Lindenberg regelmäßig in dessen Hamburger Hotel. Dem konnte auch die Coronapandemie nichts anhaben. Zum großen Erstaunen hatte Panik-Udo auch eine ganz besondere Überraschung für ihn.

Wenn der Geist der Weihnacht online geht: Es gibt kaum einen Tag, an dem Matthias Hanitzsch nicht im Liebhaberkino "Welt-Theater" in Frankenberg ist. Die Kontrollgänge gehören für ihn einfach dazu. Zu wichtig ist ihm das, was vor allem mit ehrenamtlicher Arbeit seit 2009 aufgebaut wurde: Ein vereinsgeführtes Kino, das nicht auf Profit ausgelegt ist. In den vergangenen Jahren hatte sich der Heilige Abend als feste Größe im Terminplan gezeigt, weil an dem besonderen Tag das Haus allen offen stand, vor allem Leuten, die nicht allein sein wollten. In diesem Jahr wird Hanitzsch allein im Kino sein. "Es fällt uns als Kinoverein schwer, aber wir halten online weiter Kontakt", erklärt Hanitzsch. Gastwirt Steffen "Kuno" Kunze in Hainichen ist seit Jahren im Internet sehr aktiv. Er macht dabei nicht nur Werbung für seine Gaststätte "EigenARTig" und Konzerte, ab und an gibt er selbst den Entertainer. Kunos Kneipe ist seit zwei Monaten geschlossen. Von vielen liebgewordenen Terminen musste er sich verabschieden, so auch vom Weihnachtskonzert mit der Johnny-Cash-Coverband Bandana. Doch Kuno wäre eben nicht Kuno, wenn er der Pandemie nicht doch noch ein Schnippchen schlagen würde.

Krippenspiel kommt in die Wohnstube: Heligabend gibt es in der Region viele offene Kirchen: Dom, Großschirma, Großvoigtsberg, Kleinwaltersdorf, Rothenfurth, Neuhausen und Heidersdorf. Nun hatte die Junge Gemeinde in Großschirma für den Freiluftgottesdienst in Rothenfurth eigentlich auch ein Krippenspiel vorbereitet, welches nun keine Zuschauer findet. Um doch die Kirchgemeindemitglieder erreichen zu können, wurde in Abstimmung mit dem Kirchenvorstand durch die Junge Gemeinde ein Krippenspiel von 2018 aus der Kirche Großschirma zusammengeschnitten sowie ein Podcast aufgenommen. Beides wird am Heiligabend auf der Internetseite www.freiberger-dom.de veröffentlicht.

Dorfkirche Altmittweida öffnet nur für stilles Gebet: Weil dieses Jahr pandemiebedingt die Christvesper mit Krippenspiel in der Altmittweidaer Dorfkirche entfällt, hat sich die Kirchgemeinde etwas einfallen lassen: Laut Pfarrer Arndt Sander wurden Christvesper und Krippenspiel als Video aufgenommen. Dieses steht ab Heiligabend auf der Homepage der Gemeinde zur Verfügung. Die Kirche ist von 14 bis 22 Uhr für ein stilles Gebet unter Einhaltung der Hygieneregeln geöffnet.

Posaunenchor bringt Festfreude: Zwei mal je 20 Minuten haben die Mitglieder des gemischten Posaunenchores aus Falkenau und Flöha unter der Leitung von Lars Fischer vor Weihnachten im Außenbereich der Wohnbereiche des Seniorenpflegeheims Fritzenhof und vor dem Haupteingang unter Einhaltung der strengen Hygieneregeln gespielt. Die weihnachtliche Grüßen sollten Mut machen. Einige Bewohner hatten ihre Fenster geöffnet und applaudierten.

Tafeln öffnen wieder nach den Feiertagen: Bedürftige aus der Region haben nach einer Weihnachtspause zu Beginn des neuen Jahres wieder die Möglichkeit, Lebensmittel in den Ausgabestellen der Tafel abzuholen. Nach Auskunft des Mittweidaer Vereins Netz-Werk, der Ausgabestellen unter anderem in Mittweida, Hainichen, Penig und Rochlitz betreibt, ist das Abholen der Lebensmittel in der ersten Januarwoche wieder möglich. Die Mittweidaer Ausgabestelle (Zentrallager) am Industrieweg 8 ist am 6. und 8. Januar, jeweils von 11.30 bis 14.30 Uhr, geöffnet. Die Ausgabestelle Hainichen in der August-Bebel-Straße 8 ist am 5. Januar von 13 bis 14.30 Uhr offen. Die Ausgabestelle Penig in der Mandelgasse 6 hat am 7. Januar von 13.30 bis 14.30 Uhr auf. Und in der Ausgabestelle Rochlitz, Hochuferstraße 3 A, sind die Türen für Bedürftige am 5. Januar in der Zeit von 13 bis 14.30 Uhr wieder geöffnet. www.mittweidaer-tafel.de

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