Der Jakobsweg führt auch durch Sachsen: Hier die Stempelstelle an der Frankenstraße.
Der Jakobsweg führt auch durch Sachsen: Hier die Stempelstelle an der Frankenstraße. Bild: Jens Uhlig
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Freiberg
Der Weg ist das Ziel: Freiberger Arzt gibt Tipps, wie man den Jakobsweg meistert

Er hat es selbst probiert: Chefarzt Dr. Christoph Uhrlau erklärt in seiner Sonntagsvorlesung, wie Pilgern den Körper und die Psyche stärkt – und worauf Wandernde unbedingt achten sollten.

Freiberg.

Pilgern liegt im Trend. Doch welche gesundheitlichen Effekte hat es, und auf was muss man achten? Mit diesen Fragen befasste sich die gutbesuchte Sonntagsvorlesung mit Chefarzt Dr. med. Christoph Uhrlau im Kreiskrankenhaus Freiberg am 2. Februar. Rund 180 Besucherinnen und Besucher kamen, um die medizinische Einordnung aus erster Hand zu hören, wie das Kreiskrankenhaus Freiberg mitteilte.

Uhrlau, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, war im vergangenen Jahr selbst rund 800 Kilometer auf dem Jakobsweg unterwegs. In seinem Vortrag verband er persönliche Erfahrungen mit fachlichem Wissen und stellte vor allem praxisnahe Tipps zum Pilgern und Wandern in den Mittelpunkt.

Die drei wichtigsten Tipps vom Experten

Dr. Christoph Uhrlau ist leidenschaftlicher Wanderer und pilgerte auf dem Jakobsweg.
Dr. Christoph Uhrlau ist leidenschaftlicher Wanderer und pilgerte auf dem Jakobsweg. Bild: Jörg Simanowski/KKH Freiberg

Eine gute Vorbereitung sei entscheidend, betonte der Mediziner. Dazu gehöre eine realistische Planung von Strecke und Etappen. Tagesdistanzen von etwa 20 bis 30 Kilometern gelten als sinnvoll, um Überlastungen zu vermeiden. Frühjahr und Herbst seien wegen moderater Temperaturen besonders geeignet. "Falscher Ehrgeiz kann schnell zu Überlastungen führen", warnte Uhrlau.

Ebenso wichtig sei das Gepäck. Ein gut sitzender, nicht zu schwer beladener Rucksack könne Rücken- und Gelenkbeschwerden vorbeugen. "Weniger ist mehr", so Uhrlaus Rat. Zur Grundausstattung zählen gut eingelaufene Wanderschuhe, funktionelle Kleidung sowie das Nötigste an Medikamenten und Hygieneartikeln.

Aber vor allem sollte man die eigene Gesundheit und Fitness realistisch einschätzen. Rund 90 Prozent der Pilger hätten keine Vorerfahrung im Langstreckenwandern - schaffen den Weg aber trotzdem. Entscheidend sei nicht Leistung, sondern das eigene Tempo. "Es ist wichtig, auf den eigenen Körper zu hören", sagte Uhrlau. Menschen mit Vorerkrankungen sollten sich vorab ärztlich beraten lassen.

Die Effekte des Pilgerns

Aus medizinischer Sicht fällt sein Fazit eindeutig aus: Pilgern kann gesund sein. Es stärkt Herz und Kreislauf, fördert Ausdauer und wirkt sich positiv auf Stoffwechsel, Rücken und Psyche aus. Stress werde reduziert, Achtsamkeit und innere Ruhe nähmen zu - vorausgesetzt, die Reise ist gut vorbereitet. (eder)

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