Freiberger Schauspieler inszeniert am Hoftheater in Dresden

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Andreas Pannach vom Mittelsächsischen Theater hat bereits mehrfach Regie führt. Jetzt bringt er das Stück "(Un)Happy end" in Dresden auf die Bühne.

Freiberg/Dresden.

Mal komisch, mal spannend, mal bedrückend: Ein Liebesduell fechten zwei getrennt lebende Eheleute in "(Un)Happy end" aus. Der Freiberger Schauspieler Andreas Pannach bringt diese Komödie in Hoppes Hoftheater in Dresden auf die Bühne. Am Donnerstagabend erlebt das Zwei-Personen-Stück von Teresa Sperling und Stefan Voglhuber seine Premiere. Als Darsteller agieren Josephine Hoppe, Tochter des 2018 verstorbenen Schauspielers und Hoftheater-Leiters Rolf Hoppe (1930-2018), und Carsten Linke.

Im Gespräch sagt Andreas Pannach: "Das Genre Komödie mit Tiefgang liegt mir." Seine neue Inszenierung habe viele komödiantische Momente. "Himmelhochjauchzend und Zu-Tode-betrübt liegen eng beieinander", so Pannach. Von den Dialogen her erinnere das Stück an eine gute amerikanische Sitcom. "Die beiden Autoren haben es geschafft, den Rosenkrieg nach 20 Jahren Ehe sehr lebensnah und genau abzubilden - mit einer großen Sympathie für beide Figuren." Heitere und ernste Passagen lägen "haarscharf nebeneinander", so Pannach, der Schauspieler am Mittelsächsischen Theater ist. Er lächelt verschmitzt und fügt hinzu: "So spielt es sich auch im Leben ab."

Der Text des heiteren Ehestücks von Teresa Sperling und Stefan Voglhuber sei bühnenreif gewesen. "Da merkt man, dass beide Bühnenerfahrung haben", so Pannach. Nur einige wenige Passagen, in denen die bayrischen Autoren in Sachsen nicht übliche Worte und Wendungen wie ausschauen (aussehen) gebraucht hätte, habe er behutsam geändert.

Für Pannach ist es die zweite Inszenierung an dem Hoftheater in der Landeshauptstadt, nach "Die letzte Safari" (2018) mit Schauspielerin Helga Werner über das Leben von Tania Blixen. Das Kammertheater im Dresdner Stadtteil Weißig wird vom Kultur- und Kunstverein Schönfelder Hochland in einem früheren Bauernhof betrieben. Nach Rücksprache mit dem damaligen Intendanten des Mittelsächsischen Theaters, Ralf-Peter Schulze, habe er zugesagt, die Regie zu übernehmen. In diesem m Frühjahr begannen die Proben. "Sie liefen neben anderen Projekten", so Pannach. Heute stellt er fest: "Die Regiearbeit hat Spaß gemacht, und es waren nur wenige Klippen zu umschiffen." Mit den beiden Schauspielern habe er schnell eine gemeinsame Sprache gefunden, "sie haben viele Vorschläge eingebracht". Bei Bühnenbild und Ausstattung des Stücks packte Pannach selbst mit an.

Auch am Freiberger Theater hat der in Dresden wohnende Schauspieler inszeniert. Beispiele sind "Die Leiden des jungen Werthers" (2005), "Norway.Today" (2009) und "Der Kaktus" (2011). Zudem arbeitet Pannach mit der Freiberger Märchenbühne zusammen. In dieser Spielzeit steht eine weitere Inszenierung von ihm im Mittelsächsischen Theater an. Das Zwei-Personen-Stück "Zeit im Dunkeln" von Henning Mankell hat am 28. April 2023 Premiere in der Bühne in der Borngasse (BiB) in Freiberg. "Es geht um den ewig alten Vater-Tochter-Konflikt vor dem Hintergrund einer Fluchtgeschichte", sagt Andreas Pannach.

Neben Conny Grotsch und Andreas Kuznick gehört Andreas Pannach zu den langjährigen Mitgliedern des Schauspielensembles in Freiberg. Der gebürtige Bischofswerdaerist seit dem Abschluss seines Schauspielstudiums an der Hochschule für Künste in Leipzig 1985 fest am Stadttheater engagiert. "Dreimal habe ich in Goethes ,Faust' mitgespielt, einmal Hendrik Höfgen in ,Mephisto' nach Klaus Manns Roman", sagt Pannach. Er ergänzt: "Außer als Faust und Gretchen, das ja beispielsweise meine Frau Julia Klawonn gespielt hat, war ich in allen Rollen im ,Faust' zu sehen, auch zweimal als Mephisto." Ebenso übernahm er die Titelrolle in Brechts "Galileo Galilei", Schlomo Herzl in George Taboris "Mein Kampf", den Dorfrichter Adam in "Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist. Er gab Egon Olsen in "Die Olsenbande dreht durch" und war solistisch in Karel Capeks "Wie ein Theaterstück entsteht" zu erleben. Auf der Seebühne Kriebstein spielte er den Fabrikanten Wilhelm Giesecke in der Operette "Im weißen Rössl". In dieser Rolle gastiert er derzeit an den Landesbühnen Sachsen - in einer Inszenierung des früheren Freiberger Intendanten Manuel Schöbel, heute Intendant und Geschäftsführer der Landesbühnen Sachsen.

Premiere "(Un)Happy end" am Donnerstag ab 19 Uhr im Hoftheater Dresden, Hauptstraße 35.www.hoftheater-dresden.de

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