Halsbrücker Schüler wünschen sich mehr Jugendtreffs

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

An der Oberschule sind 10- bis 17-Jährige befragt worden, wie zufrieden sie mit ihrer Gemeinde sind. Ein Ergebnis hat den Bürgermeister verblüfft.

Halsbrücke.

Der Gemeinderat von Halsbrücke bekommt von Oberschülern der Gemeinde gute Noten: In einer Umfrage unter Kindern und Jugendlichen in der Bildungseinrichtung an der Geschwister-Scholl-Straße haben 79 Prozent der Teilnehmer erklärt, dass es ihnen in ihrem Wohnort gut oder sehr gut gefällt. Ein Fünftel kreuzte "okay" an, lediglich in einem Fall hieß das Urteil "sehr schlecht." Über dieses und weitere Ergebnisse der Befragung durch den Schülerrat, an der sich die 10- bis 17-Jährigen anonym und freiwillig beteiligen konnten, ist der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung unterrichtet worden.

Wie Linda Kloß sagte, hatten insgesamt 90 Schüler eine Bewertung abgegeben: "Wir hätten uns da eine größere Resonanz gewünscht." Die Sozialpädagogin vom Kinderschutzbund Freiberg ist in der Schulsozialarbeit an der Einrichtung tätig, an der 378 Mädchen und Jungen in 15 Klassen und einer Gruppe lernen.

In der Studie war unter anderem auch um Vorschläge gebeten worden, damit es in den Orten der Gemeinde schöner für Kinder und Jugendliche wird. Klarer Spitzenreiter sind dabei mehr altersgerechte Treffmöglichkeiten und Aktivitäten. 25 Teilnehmer wünschten sich die Eröffnung eines Jugendclubs, neben mehr Sitz-, Treff- und Grillmöglichkeiten wurden unter anderem eine Skateranlage, ein Schwimmbad und ein Kino angeregt.

Auf Platz 2 der Wunschliste rangieren mehr Einkaufsmöglichkeiten wie Bäcker, Fleischer, Postfiliale und Tankstelle. Gleich dahinter folgt ein Imbiss wie etwa ein Ableger einer großen Fast-Food-Kette, ein Eiswagen, ein Burgerstand oder ein Candyshop.

CDU-Gemeinderat Thomas Carl fand es bemerkenswert, dass sich die jungen Halsbrücker auch für mehr Ordnung und Sicherheit einsetzen. So waren beispielsweise vereinzelt auch Geschwindigkeitsbegrenzungen und Polizeikontrollen verlangt worden. Der Niederschönaer sprach sich dafür aus, an den Themen dranzubleiben: "Wenn die Jugendlichen merken, dass wir uns für ihre Belange interessieren, lässt sich auch Politikverdrossenheit ausmerzen."

Volker Walter (Freie Wähler) sah das ähnlich: "Man muss mit der Jugend reden." Allerdings sei auch eigenes Engagement gefragt, so der Hetzdorfer weiter: "Es müssen sich immer Jugendliche finden, die Verantwortung übernehmen. Der Umfrage zufolge war ein Jugendclub in den Ortsteilen Niederschöna, Hetzdorf, Tuttendorf und Conradsdorf der größte Wunsch. "Wir hatten doch Clubs in Halsbrücke und Oberschaar", so Walter. Vielleicht, so der Tenor in der Runde, seien die Mitglieder inzwischen älter geworden.

Ein Kritikpunkt war, dass die in manchen Orten sehr geringe Teilnehmerzahl zu Verzerrungen führe. So hatten sich beispielsweise laut Statistik 43 Prozent der Conradsdorfer für einen Jugendclub ausgesprochen. Tatsächlich waren es drei der sieben Schüler, die sich hier beteiligt hatten. Falkenberg, Oberschaar und Haida fielen aus der Wertung, weil sie jeweils höchstens drei Teilnehmer hatten, aus Erlicht war gar keine Rückmeldung eingegangen.

Als einen Anfang wertete Bürgermeister Andreas Beger (CDU) die Umfrage: "Wir sind auf die Fortsetzung gespannt und bereit dafür." Ob und wie Gelder für einzelne Ideen beschafft werden könnten, müsse gemeinsam beraten werden. Von einem Ergebnis zeigte sich der Rathauschef jedoch überrascht: Für ihre Ruhe und Nähe zur Natur wie etwa frische Luft, Park, Wald und Mulde erhielt die Gemeinde ein Viertel aller Pluspunkte der Schüler.


Wie andere das Sumpfmühlenbad in Hetzdorf sehen

Ramona Partzsch ist Anwohnerin des Freizeitbads in Hetzdorf. "Hier kommen viele Badegäste aus dem Raum Dresden her, um sich zu erholen", hat sie beobachtet. Ansonsten aber sehe es mit Freizeitangeboten für jung und alt dünn aus in dem Ortsteil. Gerade habe aus Altersgründen das "Bergglöckchen" als eine von sieben ehemaligen Gaststätten geschlossen. Das Eiscafé Kodym habe aus Personalgründen seine Öffnungszeiten eingeschränkt. Der Sportverein, die freiwillige Feuerwehr und der Gesangsverein seien durch Corona ausgebremst worden, nähmen aber wieder Fahrt in puncto Veranstaltungen auf: "Am ersten Augustwochenende fand in der Sumpfmühle ein Tanzwochenende statt, drei Tage Workshops Discofox, Salsa und Bachata. Schön wäre es, wenn das zur Tradition werden könnte."

Shirlyn Neubert besucht das Bernhard-von-Cotta-Gymnasium in Brand-Erbisdorf und macht sich für die 11. Klasse fit: "Ich habe hier im Hetzdorfer Sumpfmühlenbad einen Ferienjob und messe gerade die Wassertemperatur", sagte die junge Frau am Dienstag. Ihr Urteil: "23 Grad Celsius sind doch perfekt. Bei diesem Badewetter freut man sich über jeden Tag, den man Dienst hat."

Cornelia Staff kommt mit ihrer elfjährigen Tochter Elli gern aus Wilsdruff im Nachbarlandkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nach Hetzdorf: "Jede Saison sind wir drei bis fünf Mal im Sumpfmühlenbad. Hier ist alles so entspannt. Es gibt viel Platz für Kinder, gepflegte Außenanlagen, sehr sauberes Wasser und viel Natur durch den Tharandter Wald." (mer)

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.