Wenn Gemeinderäte Bus fahren

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Von Aktivtafel bis Welt- erbeturm: Wo tut sich was im Ort? Weißenborns Bürgermeister ist mit den Räten da hingefahren, wo Geld hinfließen soll.

Weißenborn.

Was kann eine Aktivtafel? Wie soll das Wohngebiet Am Kirschberg erweitert werden? Und wie steht's um den Welterbeturm? Ein Dutzend Gemeinderäte und Ausschussmitglieder hat sich am Samstagvormittag auf Bustour durch Weißenborn und Berthelsdorf begeben und sich aktuelle Projekte angeschaut - live, in Farbe und mit Wetter.

ochwasserschutz: Der Wernergraben ist für starke Regenfälle präpariert; die Rückhaltebecken am Gerichtsweg in Berthelsdorf erfüllen ihren Zweck. An der Dorfstraße in Weißenborn ist ein Teil des Baches bereits offengelegt bzw. neu verrohrt worden. Für 2022 und 2023 ist Teil 2 bis etwa in Höhe Dorfstraße 84 vorgesehen. In Berthelsdorf soll künftig Wasser vom Lother Teich unterirdisch abgeführt werden, sodass es hinter der Wohnbebauung in den Münzbach fließt und nicht mehr die Obere Dorfstraße überspült. Eckert hofft, dass es 2022 endlich losgehen kann, wenn Genehmigung und Bewilligung vorliegen.


Schule: Acht Aktivtafeln und 30 Tablets hat Weißenborn für die Grundschule angeschafft. IT-Betreuer Michael Merkel führte den Räten vor, wie die Tafel funktioniert: Die Whiteboardflächen können mit Stift beschrieben, der Bildschirm mit Touch-Funktion als vollwertiger PC genutzt werden. Die Lehrer seien bereits mit den Grundlagen vertraut; weitere Schulungen folgen. Die Kosten belaufen sich auf rund 115.000 Euro, 64.000 Euro wurden gefördert.


Forstweg 31: Aus zehn Wohnungen sollen fünf 4-Raum-Wohnungen zu je 97 Quadratmetern werden; dazu werden am Giebel Fenster eingebaut, die "Schießschartenfenster" kommen weg. An der Rückseite sollen Balkone angebaut werden. Geschätzte Kosten: 535.000 Euro.


Wohngebiet Am Kirschberg: Die Gemeinde will das Wohngebiet nach Osten erweitern. Derzeit wird die Fläche zwischen den Randhäusern am Kirschberg und dem Friedrichsweg noch landwirtschaftlich genutzt. Dafür soll das Areal im Flächennutzungsplan als potenzielle Wohnbaufläche deklariert werden. "Das wird nicht heute und morgen. Wir reden von den nächsten 20 Jahren", betont Eckert. Der Plan liegt derzeit zur Genehmigung im Landratsamt. Für Stellflächen und eine vernünftige Zufahrt soll das Wäldchen am Forstweg 31 weichen.


Kita: Der Krippenbereich in der Kita ist nicht mehr zeitgemäß und zu klein. Der gut 100 Jahre alte Bau diente einst als NS-Jugendheim, wie Gemeinderat Roland Liebschner am Rande erzählt. Wie die Kita vergrößert und modernisiert werden soll, das prüft ein Ingenieurbüro gerade.


Aussichtsturm: Nachdem der Kempenberg als Standort für einen Aussichtsturm ausgeschieden ist, kommen noch die Jupiterlinde am Windpark oder der Goldberg in Frage. Vorteil der Jupiterlinde: Die Zufahrt ist einfach. Deshalb hielt auch der Bus dort. Am Goldberg muss eine Zufahrt erst geschaffen werden. Ein Planungsbüro prüft gerade beide Standorte.


Jugendclub: Im Streit um Lärm am Jugendclub Berthelsdorf hat sich der Gemeinderat in seiner Samstagssitzung für eine Lösung eingesetzt. Der Freisitz soll eine Fieberglasüberdachung bekommen. Die Planungsleistungen sind vergeben worden. Geschätzte Kosten: 200.000 Euro.


Wohngebiet Talblick: Das Berthelsdorfer Wohngebiet ist ausverkauft. Nun soll es noch ein Stück nordwärts bis zur Baumreihe erweitert sowie um eine Fläche an der Bahnhofstraße ergänzt werden. Wenn dies mit dem Flächennutzungsplan genehmigt wird, kann die Erschließung beginnen.


Wanderweg: Künftig können Spaziergänger den Weg unterhalb des Hüttenteichdammes nutzen. Wie Eckert erklärte, habe die Landestalsperrenverwaltung Sachsen, der das Areal gehört, dafür Grünes Licht gegeben. Allerdings muss zuerst am Ablauf unterhalb der Hochwasserentlastungsanlage eine Brücke gebaut werden. Weil dort wiederum die Stadt Freiberg eine Hochwasserschutzmaßnahme prüft, soll es eine Behelfsbrücke werden, die man bei Bedarf auch umsetzen könne.


Kommentar: Kompakt

Kurz und kompakt, in lockerer Runde und an der frischen Luft: In drei Stunden haben sich die Weißenborner Gemeinderäte und Bürgermeister Udo Eckert gegenseitig auf den neuesten Stand gebracht. Dabei ist die Bustour keine neue, hippe Form von Demokratie. Schon Eckerts Amtsvorgänger Peter Hünig lud die Räte zu einer jährlichen Tour durchs Dorf ein. Zeit zum Plauschen, Diskutieren, auch, um Ideen zu spinnen: Nachmachen empfohlen!

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