Altmittweida sagt Fest zu Erntedank ab

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Die Veranstaltung lockte in der Vergangenheit schon mal bis zu 12.000 Besucher in das Dorf. Doch Trubel herrscht dieses Jahr keiner. Denn die Organisatoren sagen aufgrund der Pandemie erneut ab.

Altmittweida.

Das Erntedankfest in Altmittweida fällt wegen der Pandemie in diesem Jahr erneut ins Wasser. Das teilte die Gemeindeverwaltung jetzt mit. Bürgermeister Jens-Uwe Miether (parteilos) sagte, es werde im September weder eine Veranstaltung mit landwirtschaftlichen Präsentationen und Wettbewerben noch eine abgespeckte Version geben. Die Entscheidung sei nach reiflicher Überlegung getroffen worden. Er hoffe, so der Ortschef, auf Verständnis dafür. "Die Gesundheit und die Sicherheit der Besucher hat Priorität", betonte Miether. Ein Fest, bei dem Abstände eingehalten und Zugänge kontrolliert werden müssten, könne von der Gemeinde Altmittweida, der Organisationsleitung und ehrenamtlichen Helfern nicht durchgeführt werden.

Das Erntedankfest ist das größte Volksfest im gut 1900 Einwohner zählenden Ort. Es findet traditionell von Freitag bis Sonntag auf dem Festgelände am Ritterhof und dem Turnierplatz des Reit- und Sportvereins statt und zieht mehrere tausend Besucher aus der Gemeinde und der Umgebung an. Allein 2019 kamen geschätzt 12.000 Gäste. In der bislang üblichen Form vereinte es Leistungsschauen der Landwirtschaft mit Tier- und Technikpräsentationen, einem Reitturnier sowie Unterhaltung für alle Altersgruppen.

Bei der 24. Auflage des Festes in diesem Jahr hätten die Gäste laut Miether aber ohnehin auf wesentliche Veranstaltungspunkte verzichten müssen, weil diese von Partnern wie dem Rinderzuchtverband wegen pandemiebedingter organisatorischer Schwierigkeiten abgesagt wurden. Der Jungzüchterwettbewerb und das Zur-Schau-Stellen von Nutztieren wären etwa weggefallen. "Damit verliert das Erntedankfest seinen typischen Charakter, der die Besonderheit dieser mittelsächsischen Landwirtschaftsschau ausmacht", sagte der Bürgermeister.

Hinzukommen Bedenken der Organisatoren, dass nach den Ferien die Inzidenz ansteigt. Das heißt, das Risiko einer kurzfristigen Absage bleibt. Der finanzielle Aufwand ist derweil enorm. Bis zu 75.000 Euro kostete das Fest in der Vergangenheit pro Jahr. Ein Teil der Ausgaben konnte allerdings durch Eintrittsgelder, Standgebühren und Sponsoren abgedeckt werden.

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