Neue Debatten um Amazon-Verteilzentrum in Dittersbach

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Das Industriegebiet bewegt die Gemüter. Am Mittwoch ist es Thema im Stadtrat. Auch die Nachbarn erregt der Ausbau.

Dittersbach.

Eigentlich sollte das Amazon-Verteilzentrum längst in Betrieb sein. Vom Industriegebiet Dittersbach aus will der US-Logistikkonzern Kunden in der Region Chemnitz beliefern. Doch mangels Baugenehmigung ist vom ersten Spatenstich noch nichts zu sehen. Stattdessen steht das Thema erneut auf der Tagesordnung im Stadtrat.

Die Firma Garbe Logilux d35 GmbH errichtet das Logistikzentrum mit Büro- und Sozialflächen für Amazon. Und Garbe hat erneut Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes Gewerbegebiet Ost beantragt. Unter anderem soll die Anzahl der Fahrradstellplätze von 87 auf 52 reduziert werden. Auch die drei Meter hohe Lärmschutzwand und der Wegfall der Fassadenbegrünung sind wieder Gegenstand der Debatte.

Die besorgten Anwohner lässt die Debatte nicht kalt. "Wir kennen den Befreiungsinhalt zwar noch nicht, vermuten jedoch, dass diese Befreiungen nachbar-, natur- und umweltschützende Festsetzungen betreffen, ähnlich dem im Dezember 2019 beschlossenem Einvernehmen", heißt es in ihrem Brief an Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) und die Stadträte. Die Bürger fürchten durch die Industrieansiedlung Lärm- und Schadstoffbelastungen zusätzlich zu denen durch die Bundesstraße 169 und die nahe Autobahn. Daher fordern sie eine Einhaltung der nachbar-, natur- und umweltschützenden Festsetzungen des Bebauungsplanes. Dessen Autoren hätten die "beträchtlichen städtebauliche Spannungen" zwischen Gewerbegebiet und der gewachsenen Wohnsiedlung berücksichtigt.

Auch der Ausbau des Knotens B 169 und Sachsenburger Weg steht am Mittwoch zur Debatte. Nachdem sich die Stadt mit ihrem Wunsch nach einem Kreisverkehr nicht durchsetzen konnte, wird nun nach Maßgabe des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr eine Ampelkreuzung errichtet. 2019 wurden die Kosten dafür auf 500.000 Euro geschätzt. Der Stadtrat soll nun den Bürgermeister dazu ermächtigen, einen Vertrag mit Garbe über den Ausbau des Knotens abzuschließen. Das Unternehmen baut die Kreuzung selbst aus und trägt die Kosten. Die Stadt muss nur Unterhaltung und Bewirtschaftung für den kommunalen Anteil des Vorhabens zahlen.

Für Irritationen vor Ort haben in den letzten Tagen Bauaktivitäten im Industriegebiet gesorgt. Die Maßnahmen, die die Nachbarn schützen sollen, seien "jedoch nicht nachweisbar oder sollen teilweise erst noch verhandelt werden", mahnen die Anwohner. "Eine von uns allen gewünschte wirtschaftliche Stärkung unserer Region kann nicht auf dem Rücken des Nachbarschutzes ausgetragen werden." Mit Amazon haben diese Aktivitäten jedoch nichts zu tun. Südlich des Logistikers und unmittelbar am Sachsenburger Weg investiert auch die Firma Reifen-Franz. Laut Bürgermeister Firmenich hat das Unternehmen bereits eine Baugenehmigung in der Tasche. Reifen-Franz äußerte sich am Montag auf Anfrage dazu nicht.

Öffentliche Sitzung des Stadtrates von Frankenberg am Mittwoch ab 19 Uhr im Veranstaltungs- und Kulturforum Stadtpark am Hammertal 3.

Das könnte Sie auch interessieren

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.