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Kaputte Burgstädter Straße in Mittweida: Warum noch jahrelang nicht gebaut wird

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Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber hat sich mit Verantwortlichen im Landesstraßenbauamt getroffen. Im Interview mit der "Freie Presse" berichtet er, was er dort erfahren hat.

Mittweida.

Freie Presse: Herr Schreiber, die Burgstädter Straße ist inzwischen seit fast 17 Jahren kaputt und nur eingeschränkt befahrbar. Sie bemühen sich seit Langem beim Landesstraßenbauamt darum, dass endlich gebaut wird. Doch die Mittweidaer werden weiter warten müssen. Warum?

Ralf Schreiber: Es gibt derzeit noch keinen Termin für einen Baustart und der Freistaat hat bislang auch kein Geld für den Bau eingeplant. Momentan ist alles in der Vorentwurfsphase.

Freie Presse: Nach fast 17 Jahren ist das Projekt bei den zuständigen Landesbehörden immer noch in der Vorbereitungsphase - ist das nicht frustrierend?

Ralf Schreiber: Natürlich ist es das. Wir als Stadtverwaltung reden die gesamte Zeit über immer wieder mit allen Behörden. Ich bin froh, dass es im Landesstraßenbauamt jetzt wieder eine Mitarbeiterin und ein Ingenieurbüro gibt, die für die Burgstädter Straße konkret zuständig sind.

Freie Presse: Viele Mittweidaer sind von der Engstelle auf der Straße und der Ampel genervt. Die Leute verstehen nicht, warum es in fast 17 Jahren nicht möglich war, die Straße zu bauen.

Ralf Schreiber: Ja, das kann ich nachvollziehen. Wir im Rathaus betonen dann immer wieder, dass wir als Stadtverwaltung nicht Straßenbaulastträger sind und wir deshalb leider auch nichts machen können. Es ist eine Staatsstraße und dafür ist der Freistaat zuständig.

Freie Presse: Sie hatten kürzlich einen Termin mit Verantwortlichen im Landesstraßenbauamt, dabei wurde erklärt, wie es in den nächsten Jahren weitergeht.

Ralf Schreiber: Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr ist bis voraussichtlich Mitte 2023 damit beschäftigt, die sogenannte Vorplanung fertig zu erstellen. Dabei befasst man sich derzeit gleichzeitig mit zwei Vorhaben: Einmal dem Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung der Burgstädter Straße mit der Heinrich-Heine-Straße und zum anderen mit der Sanierung der kaputten Stützwand an der Burgstädter Straße und der Brücke über den Bach, bei der sich vor Kurzem Probleme ergeben haben. Wenn diese Vorplanungen fertig sind, werden beide Projekte dann getrennt voneinander weiter vorbereitet.

Freie Presse: Warum?

Ralf Schreiber: Dort, wo der Kreisverkehr gebaut werden soll, ist die Situation etwas einfacher und das Verfahren, um die Planung genehmigen zu lassen, ist schneller. Man geht derzeit davon aus, dass die konkrete Planung für den Kreisverkehr Ende 2024 fertig sein wird.

Freie Presse: Und dann wird gebaut?

Ralf Schreiber: Nein, dann ist das Problem, dass geklärt werden muss, wie der Bau finanziert werden kann. Bislang ist dafür kein Geld im Haushalt des Freistaates vorgesehen.

Freie Presse: Was konnten Sie bei Ihrem Termin im Landesstraßenbauamt zur Burgstädter Straße und der kaputten Stützwand in Erfahrung bringen?

Ralf Schreiber: Im Jahr 2025 will man das Planfeststellungsverfahren für diesen Bereich samt der Brücke über den Bach fertig haben. Die Straße insgesamt soll nach DIN-Norm breiter werden. Dabei sind Eingriffe in den Bach zwingend notwendig, deshalb müssen zahlreiche Umweltbelange beachtet werden. Das macht dieses umfangreiche Verfahren notwendig.

Freie Presse: Gibt es einen ungefähren Termin für einen möglichen Baustart?

Ralf Schreiber: Irgendwann ab 2025, sofern der Freistaat Geld für den Bau bereitstellt.

Freie Presse: Sie sprachen die Brücke über den Bach an. Vor einigen Tagen ist die provisorische Ampel auf der Burgstädter Straße in Fahrtrichtung stadteinwärts weiter Richtung Altmittweida gerückt worden, weil die Brücke nur noch einspurig befahren werden darf. Wie schlimm steht es um die Brücke?

Ralf Schreiber: Die Tragfähigkeit der Brücke ist teilweise nicht mehr gewährleistet. Die Brücke an sich ist gar nicht kaputt, aber an den Seiten hat sich das Gewölbe von der Deckplatte gelöst. Dadurch, dass der Verkehr nur noch einspurig und in der Mitte über die Brücke geleitet wird, soll sie entlastet werden. Es besteht die Befürchtung und die Angst, dass es sonst zu einer Begrenzung der Tonnage für die Überfahrt kommt.

Freie Presse: Warum Angst?

Ralf Schreiber: Lkw, die ins Gewerbegebiet wollen und der Durchgangsverkehr rollen über die Burgstädter Straße und die Heinrich-Heine-Straße hoch. Wenn sie nicht mehr über die Brücke fahren dürfen, müssen sie durch die Innenstadt.

Burgstädter Straße in Mittweida seit 2006 kaputt - Die Chronik in Fotos

Die Fotos aus den vergangenen Jahren zeigen, wie sich die eingeengte Fahrbahn über die Jahre verändert hat. Wischen oder klicken Sie, um durch die Galerie zu navigieren.

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