Kohrener Landmolkerei meldet Insolvenz an

Penig.

Das Amtsgericht Chemnitz hat am Donnerstagnachmittag bei der Kohrener Landmolkerei das Insolvenzverfahren eröffnet. Der im Gewerbegebiet Penig-Tauscha ansässige Betrieb war für rund 18 Millionen Euro gebaut worden und hatte im Jahr 2014 mit 30 Mitarbeitern dort seinen Betrieb aufgenommen. Zudem betreibt das Unternehmen drei Milchläden in Penig, Frohburg und Tarthun im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Der Betrieb stellt neben verschiedenen Milcharten auch Joghurt, Milchmischgetränke und Spezialprodukte her. Insolvenzverwalter Thomas Jacobs aus Chemnitz hat sich am Freitag im Unternehmen am Peniger Waldorfweg umgeschaut und Einsicht in Bücher und Geschäftspapiere genommen. Er und auch Vertreter der Geschäftsleitung waren auf Anfrage der "Freien Presse" aber nicht zu sprechen. (ule)

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4Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 5
    0
    Hirtensang
    20.07.2019

    Ein Unternehmen, das hochwertige Milchprodukte aus der Region, diese mit Nachhaltigkeit erzeugt und der Bevölkerung der Region anbietet, muss Insolvenz anmelden! Ursache: In den Discounter greifen die Käufer nach den billigeren Produkten. Der Markt regelt über den Preis die Nachfrage, dabei spielen die Inhaltsstoffe des Produktes die untergeordnete Rolle. Die Situation zeigt deutlich, dass sich für die Urerzeugung der Landwirtschaft im Gesamtsystem etwas ändern muss.
    Der Vergleich der Bruttowertschöpfung der Autoindustrie mit einem landwirtschaftlichen Unternehmer, der eine Milchwirtschaft betreibt, zeigt einen irrealen Unterschied in der Bruttowertschöpfung je Stunde.
    Die Autoindustrie schraubt in 15 Stunden durch "just in time" ein Mittelklasse Auto im Bruttowert von ca. 25.000€ (ohne Umsatzsteuer) zusammen. Eine Bruttowertschöpfung je Stunde von annähernd 1.670€
    Der Landwirtschaftliche Unternehmer mit 70 Milchkühen einschließlich eigener Nachzucht erzeugt bei einer Kuhleistung von 6500 kg Milch Erlöse von ca. 160.000€ (Milchpreis ,0,35€/kg). Über den Verkauf von männlichen und einen Teil der weiblichen Kälber an Mastbetriebe erlöst der Landwirt ca. 4.000€ (90€ je Kalb). Der Verkauf von 25 Schlachtkühen bringt ihm ca. 25.000€. Dazu verkauft er noch aus der eigenen Nachzucht 6 Zuchtfärsen (1.200 bis 1.400€/Stück).
    Insgesamt erreicht der Hofbesitzer im Idealfall eine Bruttowertschöpfung von 190.000 bis 195.000€ . In der Regel arbeiten die Hofbesitzer und ihre mitarbeitenden Ehefrauen 360 Tage
    (Besitzer 8h und Ehefrau 5h) ergibt ein Arbeitsvolumen von ca. 4700 Arbeitstunden je Jahr. Damit erreicht der landwirtschaftliche Unternehme mit der Milchviehhaltung eine Bruttowertschöpfung von ca. 40€ je Arbeitsstunde.
    Kann der Landwirt die Hälfte seines eigenen und gepachteten Ackerlandes für Marktgetreide nutzen. erhöht sich die Bruttowertschöpfung um diese Erlöse.
    Wird in beiden Wirtschaftszweigen ein Kostensatz von 97 Prozent unterstellt ergibt sich für die KFZ Firma ein Gewinn von 50€/h und für den Landwirt ein Gewinn von 1,20 € je Stunde.
    In der Autobranche sind die Löhne als Kosten in der Kostenstruktur enthalten. Der Landwirt muss sich aus den Gewinn finanzieren. Allen wird hier klar, dass es richtig ist, die Landwirtschaft und deren Betreiber zu fördern oder richtiger wäre, das gesamte System zu verändern.

  • 9
    0
    Caktusjack2
    20.07.2019

    Ich hoffe auch, dass „unsere“ Milchfirma wieder auf die Beine kommt.
    Auch hier kann jeder seinen Beitrag zum Klimaschutz /-wandel beitragen, indem heimische Produkte gekauft werden und sogar unsere heimische Wirtschaft stützt.

  • 7
    0
    CPärchen
    19.07.2019

    Das kann ich mir überhaupt nicht erklären. Die Umsätze sollten doch eigentlich passen. Selbst Edeka und Norma verkaufen deren Milch unter der Eigenmarke, was für entsprechende Umsätze sorgt.
    Ich hoffe der InsVwltr findet die Probleme, damit sie begoben werden können.

  • 7
    1
    cn3boj00
    19.07.2019

    Schade, die haben gute Produkte wie Heumilch gemacht. Aber nichts für Sachsen, wo man billig billig kauft.



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