Polizei hebt in Penig Crystalküche aus

Penig.

Was sich seit Monaten als Gerücht in der Muldestadt hielt, hat jetzt alle Befürchtungen übertroffen. In einem Gebäude an der Dittmannsdorfer Straße hat die Polizei eine Drogenküche ausgehoben, in der Crystal hergestellt worden war. Der Einsatz erfolgte bereits am Donnerstag. Am Freitag machte die Polizei die Ergebnisse öffentlich.

Wie Andrzej Rydzik, Sprecher in der Polizeidirektion Chemnitz, informiert, haben Kriminalisten des Polizeireviers Rochlitz im Rahmen eines laufenden Ermittlungsverfahrens gegen einen 35-jährigen Mann einen Durchsuchungsbeschluss wegen des Verdachts der unerlaubten Herstellung von Betäubungsmitteln umgesetzt. Die Beamten hatten die Wohnräume und Nebengelasse des ehemaligen Gasthofes durchsucht und dabei jede Menge Beweismittel sichergestellt.

Christoph Ulrich

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"In einem der Räume stießen die Polizisten auf eine umfangreich eingerichtete Drogen-Küche, welche offensichtlich zur Herstellung von Methamphetamin genutzt wurde", so Rydzik. In einem Glas sei zudem eine kristalline Substanz gefunden worden, die bei einem durchgeführten Schnelltest positiv auf Amphetamine reagiert habe. Diverse Kochplatten, verschiedene Glaskolben und Glasröhrchen, Atemschutzmasken, Kochtöpfe, verschiedene Chemikalien, destilliertes Wasser sowie diverse unbekannte Flüssigkeiten habe die Polizei sichergestellt.

Doch damit sei die Durchsuchung noch nicht abgeschlossen gewesen. Auf dem Grundstück fanden die Ermittler einen Skoda Fabia, der 2015 in Zwickau gestohlen worden war, und ein Motorrad der Marke Moto Guzzi, das ebenfalls 2015 in Mittweida entwendet wurde. Neben den Kraftfahrzeugen wurde auch noch ein 2009 in Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern, gestohlenes Fernrohr sichergestellt. Den 35-jährigen Nutzer der Wohnräume haben die Polizeibeamten bei der Durchsuchung nicht angetroffen. Er sei bereits zur Fahndung ausgeschrieben, so Rydzik.

Wie "Freie Presse" von Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt erfuhr, habe es in der Vergangenheit immer mal Probleme im Zusammenhang mit diesem Gebäude gegeben. "Nachbarn beschwerten sich, weil Autos ohne Kennzeichen dort abgestellt worden waren. Zudem seien Hunde dort frei herumgelaufen", sagte sie. Manchmal habe sich der Nutzer um die Hunde gekümmert, manchmal andere Leute, die auf dem Grundstück gesehen wurden. Bei dem 35-Jährigen soll es sich um einen Chemnitzer handeln. Der Hausbesitzer selbst soll bereits in einer Justizvollzugseinrichtung einsitzen. "In dieser Ausprägung, wie es jetzt bekannt wurde, hätten wir so etwas nicht vermutet", so Manuela Tschök-Engelhardt.

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