Stromausfall legt große Teile der Rochlitzer Innenstadt lahm

Kurz nach 10 Uhr stand am Dienstag das Leben im Stadtzentrum still. Wegen eines Kabelfehlers zwischen zwei Trafostationen waren 2500 Kunden von der Energieversorgung abgeschnitten. Händler mussten improvisieren, auf dem Wochenmarkt verdarben Lebensmittel.

Rochlitz.

Plötzlich ging das Licht aus, die Computerbildschirme wurden schwarz. Ein Stromausfall hat am Dienstagvormittag die Rochlitzer Innenstadt lahm gelegt. Mehr als 2000 Kunden waren betroffen.

Wie Mitnetz-Sprecherin Evelyn Zaruba der "Freien Presse" sagte, sei vermutlich ein Kabelfehler auf der Strecke zwischen den Trafostationen Rochlitz-Mühle und Rathaus die Ursache für den Stromausfall gewesen. Mitarbeiter des Netzbetreibers hätten die Stelle am Vormittag lokalisieren können. Nach Tiefbauarbeiten, die noch bis heute andauern könnten, müsse das defekte Teilstück dann ausgewechselt werden.

Durch Leitungsumschaltungen habe man am Dienstag nach und nach die vom Ausfall betroffenen Bereiche wieder versorgen können. So waren zwischen 10.30 Uhr bis 11.15 Uhr etwa 2500 Kunden ohne Strom. Gegen 11.30 Uhr waren es noch etwa 700. Zwischen 11.30 und 12 Uhr seien dann nur noch etwa 200 Kunden von der Havarie betroffen gewesen. Gegen 12 Uhr sei es gelungen, alle ausgefallenen Bereiche wieder ans Netz zu bringen, so die Sprecherin. Vom Stromausfall betroffen waren unter anderem Bereiche an der Gärtnerstraße, der Bahnhofstraße, der Leipziger Straße, der Mittweidaer Straße, der Hochuferstraße und der gesamte Marktbereich.

"Wir kamen nicht mehr in unsere Kasse, und auch das Kartenlesegerät hat nicht funktioniert", berichtet Sandy Löbel, Inhaberin des Geschäfts Malu - Der Kinderladen an der Burgstraße. Daher habe man mit einer Handkasse gearbeitet. Im Nachhinein müsse nun alles in die elektronische Kasse übertragen und registriert werden. "Die Kunden haben mit Verständnis reagiert", so Löbel. Sie ist froh, dass der Stromausfall nicht allzu lange gedauert hat. "Denn der Schulanfang steht bevor, und für die Zuckertüten haben wir viel Schokolade im Kühlschrank."

Auch in der Bäckerei von Sven Krause war der Strom ausgefallen. Die Kasse ging nicht, die Kühltheke, an der er derzeit Eis verkauft, fiel aus. "Aber die Tiefkühlung übersteht so eine kurze Zeit ohne Strom. Da ist nichts passiert", sagte er.
In der Einhorn-Apotheke müssten einige Medikamente im Kühlschrank bei maximal 8 Grad gelagert werden, so Inhaberin Anett Zobel. Nach einer Stunde war die Temperatur auf 13 Grad gestiegen. Die Medikamente mussten aber nicht entsorgt werden. "Dazu war der Stromausfall zum Glück zu kurz", so Zobel. Auch die Automatiktür funktionierte nicht mehr, die Mitarbeiter schoben sie mit der Hand auf.

Zum Wochenmarkt verkaufte Jens Bahr in einem Wagen Hähnchen. Einige auf der Stange, die sich elektrisch dreht, musste er entsorgen, sie waren noch nicht fertig gegrillt. 11.30 Uhr packte er zusammen. "Der Kühlschrank funktioniert nicht mehr, da ist Frischware drin." Der Fischhändler hatte schon zuvor den Markt verlassen.

Klaus Lippmann beriet in seinem Reisebüro gerade zwei Kunden, als der Computerbildschirm schwarz wurde. "Schade, dass wir keine Infos bekommen. Und wer bezahlt den Schaden?", fragte er und überlegte, an diesem Tag komplett zu schließen. Grit Franz vom Sonnenstudio hatte reagiert: "Ich habe zugemacht, gehe nach Hause."

Auf Grund des Stromausfalls funktionierten auch mehrere Ampeln in der Stadt nicht. Ob es infolge dessen zu Unfällen kam, konnte die Polizei nicht sagen. Das werde nicht explizit erfasst, so eine Sprecherin.

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