Ende der Impf-Priorisierung schon ab Mai?

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Viele niedergelassene Ärzte sowie ihre Kollegen in den Unternehmen stehen bereit, um gegen das Coronavirus zu impfen. Doch sie kämpfen alle mit demselben Problem.

Die Kassenärzte erwarten, dass im Mai die bisherigen Impf-Priorisierungen aufgehoben werden können. Wenn die Lieferungen wie zugesagt zunähmen, erhielten die Praxen im Mai deutlich mehr als jene 2,25 Millionen Dosen, die jede Woche an die Impfzentren gingen, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. "Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigten Gruppen impfen." Weiter sagte er: "Ich rechne damit, dass im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen und ab dann jeder Erwachsene eine Impfung erhalten kann."

Inzwischen werden für einen schnelleren Fortschritt nach den regionalen Impfzentren auch Arztpraxen mit Impfstoff beliefert. Auf die Forderung, auch Impfungen in Betrieben rasch voranzutreiben, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zuletzt mehrmals auf den wenigen verfügbaren Impfstoff verwiesen. "Noch ist es zu knapp", sagte er Ende März. Die Betriebsärzte sollten nach den Hausärzten in die Impfaktion einsteigen. Große Teile der deutschen Wirtschaft sind nicht nur davon überzeugt, die Impfaktion gegen das Coronavirus spürbar beschleunigen zu können. Zahlreiche Unternehmen signalisierten in den vergangenen Tagen ihre Bereitschaft, Mitarbeiter von Betriebsärzten spritzen zu lassen; was fehle, seien die Impfstoffe, hieß es. Mehr als Pilotprojekte sind bisher nicht absehbar - und in den Impfzentren der Konzerne ist Geduld gefragt.

Inzwischen haben rund 20 Prozent der etwa 83 Millionen Menschen in Deutschland mindestens eine Dosis bekommen - etwa jeder Fünfte also, Tendenz steigend. Auf der anderen Seite sind viele Millionen Menschen noch gänzlich ungeschützt, den zweiten der für den vollen Schutz nötigen Impftermine hatten bisher erst etwa 7 Prozent der Bevölkerung. "Bei einer Impfquote von 20 Prozent haben wir noch keinen großen, signifikanten Einfluss auf das Infektionsgeschehen, auf die Fallzahlen", sagt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Die Erstimpfung biete einen guten Schutz vor schweren Verläufen, aber Ansteckungen seien weiterhin möglich. "Das heißt, wir brauchen die Zweitimpfung, um den Schutz besser und dauerhafter zu machen und um mehr Infektionen zu verhindern", sagt Watzl.

Aus Ländern, die sehr schnell und viel geimpft haben, kommen ermutigende Signale: etwa aus Israel, wo inzwischen mehr als die Hälfte der neun Millionen Einwohner zweifach geimpft ist. Seit dem Höhepunkt der dritten Welle Mitte Januar habe es in dem Land 98 Prozent weniger Fälle, 93 Prozent weniger Schwerkranke und 87 Prozent weniger Tote gegeben, twitterte der Forscher Eran Segal vom Weizman-Institut kürzlich.

In Sachsen haben die niedergelassenen Ärzte bislang rund 110.000 Menschen erstmals gegen das Coronavirus geimpft. Der Start der Impfkampagne bei den Medizinern am 8. April hatte im Freistaat zu einem Schub geführt und dazu, dass Sachsen nicht länger Schlusslicht im Ländervergleich bei der Erstimpfquote blieb.

Stand Freitag betrug die Quote bei den Erstimpfungen in Sachsen 18,8 Prozent. Das entsprach 765.318 Erstimpfungen. Im Ländervergleich lag Sachsen damit im Mittelfeld.

Ein zweites Mal und damit vollständig gegen Corona geimpft waren zuletzt rund sieben Prozent der Menschen in Sachsen. Laut RKI hatten knapp 294.000 Menschen eine zweite Impfung erhalten. Mit einer Quote von 7,1 Prozent lag der Freistaat im bundesweiten Vergleich Stand Freitag auf dem dritten Platz nach Thüringen (7,9) und Berlin (7,8). (dpa/fp)

 

 
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11 Kommentare
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  • 5
    1
    Babsie
    18.04.2021

    Da hoffe ich drauf !!!!!