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Nach erfundenen Antisemitismus-Vorwürfen: Darum hat Gil Ofarim noch nicht gezahlt

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Ende 2021 sorgte ein Video von Musiker Gil Ofarim Netz für Wirbel. Darin erhob er Antisemitismusvorwürfe gegen ein Leipziger Hotel. Später kam heraus: Alles erfunden. Ofarim sollte 10.000 Euro zahlen. Bislang hat er das nicht.

Leipzig.

Nach seinen erfundenen Antisemitismus-Vorwürfen wurde Ex-Teenie-Idol Gil Ofarim (41) vergangenes Jahr zu einer Geldzahlung von 10.000 Euro verurteilt. Bislang hat er nicht gezahlt – und hat sich jetzt mehr Zeit erbeten.

Um die Jahrtausendwende kam Gil Ofarim groß heraus, nachdem er zuvor in der Foto-Love-Story der Bravo einen Musiker gemimt hatte. Anschließend begann seine tatsächliche Musikkarriere, er nahm Alben wie „Here I am“ oder „On my own“ auf, trat unter anderem in der Soap „Alles was zählt“ vor der Kamera auf.

Der erfundene Davidstern-Vorfall

Dann kam der 4. Oktober 2021: Ofarim fühlte sich beim Einchecken ins Hotel „The Westin Leipzig“ von einem Mitarbeiter ungerecht behandelt und filmte vor dem Hotel ein Video, in welchem er Antisemitismus-Vorwürfe erhob. Der jüdische Musiker behauptete darin, dass der Hotelmanager ihn aufgefordert habe, seine Kette mit Davidstern abzunehmen, damit er einchecken könne. Das Video ging viral, Hotel und Mitarbeiter schlug eine Welle des Hasses aus dem Netz entgegen. Bombendrohungen gingen ein.

Ofarim erstattete später Anzeige, aber auch der Hotelmanager wehrte sich und zeigte seinerseits den Musiker wegen Verleumdung an. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft Leipzig hatte sich der Vorfall nicht so zugetragen, wie von Ofarim geschildert. Nach umfangreichen Ermittlungen folgte schließlich eine Anklage gegen Ofarim. Während das Verfahren gegen den Hotelmanager eingestellt wurde, stand Ofarim wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung vor Gericht.

Musiker räumte Lüge ein

Im vergangenen November schließlich die überraschende Wende im Prozess: Ofarim räumte ein, dass er gelogen hatte: „Die Vorwürfe treffen zu“, so der 41-Jährige. Und an den Hotelmitarbeiter gewandt: „Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen. Es tut mir leid.“

Ofarim wurde dazu verurteilt, 10.000 Euro zu zahlen – jeweils zur Hälfte an die israelitische Gemeinde zu Leipzig sowie den Trägerverein des Hauses der Wannseekonferenz. Ofarim und der Hotelmanager einigten sich zudem auf Schadenersatz. Details zu der Höhe nannten die Beteiligten nicht.

Ofarim hat bislang keinen Cent gezahlt

Doch nun kommt heraus: Bislang ist von den 10.000 Euro kein Cent geflossen. Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll der Musiker bis spätestens 28. Mai zahlen. Doch statt das Geld nach rund einem halben Jahr zu überweisen, bat Ofarim über seine Anwälte um Verlängerung der Zahlungsfrist. Die Leipziger Staatsanwaltschaft stimmte dem zu.

Wie die Bild erfuhr, hätte der Sohn des verstorbenen Sängers Abi Ofarim („Much too much“) auch in Raten zahlen können, beantragte das aber nicht. Nun hat Gil Ofarim drei Monate Aufschub bekommen.

Neues Zahlungsziel ist jetzt der 28. August dieses Jahres. Einen zweiten Aufschub werde es nicht geben. Und wenn er wieder nicht zahlt? Dann wird der Prozess gegen ihn neu aufgerollt. (phy)

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