Anwaltskammer Sachsen mit Verfahren gegen Pro Chemnitz-Chef Kohlmann

Dresden (dpa/sn) - Die Rechtsanwaltskammer Sachsen hat ein berufsrechtliches Verfahren gegen den Chemnitzer Anwalt Martin Kohlmann eingeleitet. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort des Justizministeriums auf eine Kleine Anfrage des Linke- Abgeordneten Klaus Bartl hervor, über die am gleichen Tag bereits die "Sächsische Zeitung" berichtet hatte. Kohlmann ist Chef der Wählervereinigung "Pro Chemnitz" und gilt als Rechtspopulist mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene.

Hintergrund sind Äußerungen Kohlmanns im Prozess gegen die Rechtsterroristen der "Gruppe Freital". Dort hatte Kohlmann Ende Januar im Plädoyer seine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass sich seine Ausführungen "nach einem Systemwechsel einmal strafverschärfend in einem Prozesse gegen das Gericht wegen Freiheitsberaubung und Rechtsbeugung auswirken" würden. Das Landgericht Dresden sah darin keine strafbaren Handlungen und verzichtete auf eine Anzeige. Allerdings wurde die Rechtsanwaltskammer Sachsen unterrichtet.

Zudem lässt die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden prüfen, ob Kohlmann bei einer Demonstration in Chemnitz Ende August zu Straftaten aufrief. Laut Bartl hatt er damals die Verfolgung von Ausländern in Chemnitz als "Selbstjustiz" und "Selbstverteidigung" bezeichnet. Bartl, selbst Rechtsanwalt, hält das für unerträglich und sieht seinen Berufsstand Misskredit gebracht.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 3 Bewertungen
6Kommentare
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  • 1
    4
    Deluxe
    15.10.2018

    Oh - da wurde mein gestriger Kommentar bei der Freischaltung offenbar vergessen - sicher nur aus Versehen...

    Deshalb nochmal - nur kürzer:

    Ich wundere mich sehr darüber, daß Leute wie Blackadder, die doch bekennende, weltoffen-tolerante Demokraten sind, sich hier allen Ernstes für ein de facto-Berufsverbot aus politischen Gründen aussprechen.

    Und das erinnert mich an Epochen der deutschen Geschichte, mit denen Frau Blackadder ganz bestimmt nichts zu tun haben will...

  • 0
    4
    Interessierte
    14.10.2018

    Mit dem Systemwechsel hat er doch Recht , das gab es doch schon mal ..., eigentlich schon mehrmals ...

  • 1
    2
    Hinterfragt
    11.10.2018

    "... sollte nicht als Anwalt arbeiten dürfen...."

    Diese Diskussion hatten wir doch letztens erst ...
    Da gab es noch einen ...

  • 3
    5
    Blackadder
    11.10.2018

    @ osgar: Ich sehe nicht darauf, wer Kohlmann kritisiert, sondern darauf, was er getan und gesagt hat. Das reicht mir vollkommen.

  • 4
    2
    osgar
    11.10.2018

    Also, ich würde ja den Herrn Kohlmann auch lieber dort sehen wo der Pfeffer wächst. Aber, dass ausgerechnet Herr Bartl von ihm seinen Berufsstand in Misskredit gebracht, sieht, ist schon schizophren. Herr Bartl sollte sich mal seine Vita in Erinerung rufen.

  • 3
    5
    Blackadder
    11.10.2018

    Lange überfällig. Jemand der dieses Land und seine Demokratie so hasst und bekämpft, sollte nicht als Anwalt arbeiten dürfen.



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