Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland möchte auch in Sachsen mehr Flächen der Natur überlassen (Archivbild).
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland möchte auch in Sachsen mehr Flächen der Natur überlassen (Archivbild). Bild: Robert Michael/dpa
Sachsen
BUND beklagt zu wenig Wildnis auch in Sachsen

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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland möchte auch in Sachsen mehr Flächen einer natürlichen Entwicklung überlassen. Er sieht noch reichlich Potenzial für Wildnis im Freistaat.

Dresden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt an diesem Freitag mehr Raum für natürliche Entwicklung in Sachsen. Dabei verwies er auf eine 2019 gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) vorgelegte Wildnisstudie. Seitdem seien war einzelne Fortschritte erreicht worden. "Das in der Wildnisstudie aufgezeigte Potenzial bleibt jedoch bislang weitgehend ungenutzt", erklärte BUND-Chef Felix Ekardt.

Ehemalige Bergbauflächen könnten laut BUND Wildnis werden

Die Studie habe verschiedene geeignete Räume in Sachsen definiert, etwa naturnahe Wälder, Moore, Auenlandschaften sowie ehemalige Bergbauflächen, hieß es. Vor allem durch den Braunkohleausstieg stünden im Freistaat großflächige und unzerschnittene Gebiete für die Ausweisung von großen Wildnisgebieten zur Verfügung. "Gerade in einem dicht genutzten Bundesland wie Sachsen braucht es auch Räume, in denen sich Natur langfristig eigenständig entwickeln kann. Sie können dazu beitragen, Wasser länger in der Landschaft zu halten und geschädigte Ökosysteme zu stabilisieren."

Wildnis leistet Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt

Die Kritik des BUND richtet sich auch auf die Situation in ganz Deutschland. "Die Bundesregierung muss endlich mindestens zwei Prozent der Landesfläche als Wildnisgebiete ausweisen - wie bereits 2007 in der Nationalen Biodiversitätsstrategie beschlossen und vor zwei Jahren bekräftigt", hieß es. Flächen mit natürlicher Dynamik würden einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt leisten und könnten helfen, Ökosysteme gegenüber Dürre und Extremwetter widerstandsfähiger zu machen. Der Anteil großflächiger Wildnisgebiete liege derzeit bei rund 0,6 Prozent der Landesfläche. 

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt wird jährlich am 22. Mai begangen. Er wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um auf die Bedeutung der biologischen Vielfalt als Grundlage funktionierender Ökosysteme aufmerksam zu machen. (dpa)

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