Monatelang liefen die Untersuchungen nach dem Absturz einer von der Bundeswehr angemieteten Maschine in Sachsen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.
Nach dem tödlichen Hubschrauberabsturz nahe Grimma (Kreis Leipzig) ist nun klar, weshalb es zu dem Unglück kam.
Laut Informationen des Magazins „Spiegel“ ist der Absturz auf einen tragischen Fehler zurückzuführen. Die monatelange Untersuchung durch die Abteilung General Flugsicherheit in der Bundeswehr konnte demnach keine technischen Defekte oder Unregelmäßigkeiten an dem Hubschrauber vom Typ EC 135 feststellen.
Stattdessen geht man davon aus, dass die zu Trainingszwecken angemietete Maschine im Tiefflug über die Mulde flog, als sie mit den Kufen an einem in vier bis sechs Metern Höhe quer über den Fluss gespannten Stahlseil hängenblieb. Der EC 135 stürzte daraufhin kopfüber ins Wasser. Alle drei Insassen – eine Soldatin und zwei ihrer Kameraden – waren vermutlich sofort tot.
Vermutungen, dass das Stahlseil Ursache des Unglücks gewesen sein könnte, gab es bereits kurz nach dem Absturz, wie die „Freie Presse“ berichtete. Nahe der Absturzstelle, am Pegelhaus Golzern, waren mehrere Drahtseile gespannt. Am dortigen Hochwassermesspunkt wird gemessen, wie viel Wasser vorbeifließt.
Warum wusste die Crew nichts von dem Seil?
Die Messung geschieht mittels einer Seilkrananlage. Eine Sprecherin des Landeshochwasserzentrums Sachsen sprach gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ im Juli von Seilen, die an der Stelle in drei bis vier Metern Höhe quer über den Fluss gespannt seien.
Ein dickeres Trageseil oben, ein doppelt liegendes Verschiebeseil darunter. An letzterem werde regelmäßig ein Messgerät ins Wasser gelassen. Auf nach dem Unglück aufgenommenen Fotos schien das dicke Trageseil zu fehlen. Laut „Spiegel“ bleibt unklar, warum die Besatzung von dem Stahlseil nichts wusste – dieses sei bereits seit Jahrzehnten an der Stelle über den Fluss gespannt.
Wie berichtet, gehörte die Hubschrauber-Besatzung zum Hubschraubergeschwader 64 aus Holzdorf an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Am Morgen des 29. Juli war der Helikopter mit dem Rufzeichen „Stallion 82“ zu einem Trainingsflug aufgebrochen. Gegen 10 Uhr riss der Funkkontakt zu der Maschine ab. Eine großangelegte Suchaktion begann, in deren Verlauf auch ein Eurofighter der Luftwaffe Aufnahmen mit Wärmebildtechnik anfertigte.
Nach „Spiegel“-Angaben gestaltete sich die Untersuchung des Unglücks auch deshalb als schwierig, weil die von der Bundeswehr angemieteten Hubschrauber nicht mit Flugschreibern ausgerüstet seien. (phy)







