Bis 2035 sollen rund vier Milliarden Euro Bundeswehr-Investitionen in den Osten fließen. (Archivbild)
Bis 2035 sollen rund vier Milliarden Euro Bundeswehr-Investitionen in den Osten fließen. (Archivbild) Bild: Philipp Schulze/dpa
Sachsen
Bundeswehr investiert Milliarden - Musterungszentrum in Jena

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944 Millionen Euro für Thüringen, Milliarden für Sachsen und Sachsen-Anhalt: Die Bundeswehr investiert in ostdeutsche Bundesländer. In Jena gibt es schon konkrete Pläne.

Jena/Berlin/Dresden.

Die Bundeswehr investiert Milliarden in den ostdeutschen Bundesländern, in Jena soll etwa ein Musterungszentrum entstehen. Insgesamt fließen rund 944 Millionen Euro nach Thüringen, wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte. 

Sachsen kann mit 1,63 Milliarden Euro rechnen, Sachsen-Anhalt mit 1,37 Milliarden Euro. Welche Standorte in den drei mitteldeutschen Ländern dabei besonders bedeutsam sein werden, wollte das Ministerium aus "Gründen der operativen und militärischen Sicherheit" nicht konkretisieren. Klar sei aber, dass auch die Reaktivierung stillgelegter Standorte geprüft werde.

Musterungszentrum in Jena bis Juli 2027

Das Musterungszentrum in Jena soll nach Angaben der Stadtverwaltung spätestens am 1. Juli 2027 in Betrieb gehen und in der Goethe Galerie am Ernst-Abbe-Platz angesiedelt sein. Die Ansiedlung bringe neue Arbeitsplätze sowie zusätzliche Impulse für die Innenstadt, sagte Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche. 

"Sicherheit und demokratische Verantwortung gehören zu den Grundpfeilern unseres Gemeinwesens. Dazu gehört auch ein respektvoller gesellschaftlicher Dialog über die Rolle der Bundeswehr in unserer Zeit", erklärte der FDP-Politiker in einer Mitteilung. 

In dem neuen Musterungszentrum sollen täglich bis zu 60 Musterungen durchgeführt werden. Vorgesehen seien medizinische Untersuchungen, computergestützte Eignungstests sowie persönliche Beratungsgespräche, hieß es in der Mitteilung der Stadt. Dafür sollen rund 50 Arbeitsplätze entstehen.

Höhere Investitionen in Sachsen und Sachsen-Anhalt 

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums fließen nach Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen insgesamt rund vier Milliarden Euro. Dabei geht es um Investitionen in "weitgehend allen Bereichen der Infrastruktur". Zunächst sollen 1,45 Milliarden Euro bis 2029 investiert werden sowie weitere 2,49 Milliarden Euro bis 2035. Es handle sich um Prognosen, so eine Ministeriumssprecherin, die sich "aufgrund der derzeitigen weltpolitischen Lage mit großer Wahrscheinlichkeit" auch verändern könnten.

2023 hatte das Ministerium entschieden, einen neuen Bundeswehrstandort im ostsächsischen Bernsdorf-Straßgräbchen in der Oberlausitz (Kreis Bautzen) aufzubauen. Dort soll ein neu aufzustellendes Logistikbataillon mit etwa 800 Dienstposten stationiert werden. Allein dafür fallen Investitionen von rund 700 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren an, wie zuletzt Ulf Bandiko, Staatssekretär im sächsischen Innenministerium, bezifferte. 

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bundeswehr ein Moratorium verhängt für die Umwandlung ehemals militärisch genutzter Objekte im Eigentum des Bundes für die zivile Nutzung. Konkret geht es dabei um 187 nicht mehr genutzte Standorte. 

Betroffen davon sind nach Ministeriumsangaben auch "Flächen in Sachsen". Man stehe in Kontakt mit "den regional Beteiligten". 13 weitere Standorte sollen entgegen früherer Pläne nun nicht mehr stillgelegt werden - unter anderem militärisch genutzte Teile des Berliner Flughafens Tegel.

Rund 6.000 Reservisten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Ende vergangenen Monats hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Pläne vorgestellt, nach denen die Truppenstärke der Bundeswehr bis 2025 von aktuell 186.000 in den nächsten Jahren auf mindestens 460.000 Männer und Frauen anwachsen soll. Hinzu komme eine einsatzbereite Reserve mit einer Stärke von 200.000. 

Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums gibt es derzeit 5.910 Reservisten mit Wohnsitz in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die meisten davon in Sachsen (2.550), gefolgt von Sachsen-Anhalt (1.740) und Thüringen (1.620). 

Der Reservistenverband, der sich zuletzt für eine Anhebung der Altersgrenze für aktive Reservisten auf 70 Jahre ausgesprochen hat, schätzt ihre Anzahl auf aktuell 60.000. Insgesamt hat der Verband 110.000 Mitglieder. (dpa)

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