Seit mehr als 40 Jahren lässt Rofu Kinderherzen höher schlagen. Doch jetzt müssen die rund 2000 Mitarbeiter des Spielwarenhändlers um ihre Jobs bangen. Es gibt aber Hoffnung – auch für die Kollegen in Sachsen.
Rofu Kinderland betreibt 104 Filialen in sieben Bundesländern und zählt zu den größten Spielwaren- und Babyfachmärkten im Südwesten Deutschlands. Schon seit Jahrzehnten verkauft das Unternehmen Spielwaren bekannter Marken, außerdem Kinderbücher, Schulhefte, Bastelsets, Puzzle und Gesellschaftsspiele. Erst seit anderthalb Jahren gibt es aber auch eine Filiale in Sachsen. Bei der Eröffnung in Leipzig war der Andrang riesig: Rund 1000 Kunden strömten nach Unternehmensangaben am ersten Tag in das 850 Quadratmeter große Geschäft. Doch jetzt müssen auch die Leipziger Mitarbeiter genau wie ihre bundesweit rund 1970 Mitarbeiter um ihre Jobs bangen. Die Rofu Kinderland Spielwarenhandelsgesellschaft mbH mit Sitz im rheinland-pfälzischen Hoppstädten-Weiersbach hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.
Spielwarenhändler sucht Investor
Rofu möchte sich unter Aufsicht eines Insolvenzverwalters neu aufstellen. Das Amtsgericht Idar-Oberstein hat den Antrag angenommen. Der Geschäftsführung wird Rechtsanwalt Marcus Katholing zur Seite gestellt, wie dessen Kanzlei Pluta Management mitteilte. Er soll zusammen mit den Geschäftsführern Michael Fuchs und Michael Edl versuchen, das Unternehmen zu restrukturieren und zu sanieren. „Die Eigenverwaltung bietet die Chance, die notwendigen operativen Sanierungsmaßnahmen beschleunigt umzusetzen“, sagt Katholing. „Zudem wird Rofu Kinderland den bereits begonnenen Investorenprozess fortsetzen. Mit einem neuen Investor wollen wir das Unternehmen zukunftsfähig aufstellen.“ Ziel des Verfahrens sei es, das Unternehmen und alle 104 Filialen langfristig zu erhalten.
Das sind die Gründe für die Pleite
Die aktuelle Wirtschaftskrise setzt auch dem Spielwarenhandel stark zu. Als Gründe für die Schieflage führt die Rofu-Geschäftsführung ein schwaches Weihnachtsgeschäft und eine anhaltende Konsumzurückhaltung an. Gestiegene Kosten in der gesamten Wertschöpfungskette sowie ein intensiver Wettbewerb kämen noch hinzu.
Filialen bleiben geöffnet
Für die Kunden ändert sich zunächst nichts. „Unsere Fachmärkte bleiben zu den gewohnten Zeiten geöffnet und der Geschäftsbetrieb geht in allen Filialen uneingeschränkt weiter“, verspricht Geschäftsführer Michael Fuchs. Auch der Onlineshop laufe normal weiter. Die Gehälter der rund 1970 Mitarbeiter sind laut Geschäftsführung über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Wie es danach weitergeht, hängt nun vom Sanierungserfolg ab – und einem möglichen Investor. (juerg)





