Symbolische Spatenübergabe für den Bau eines Flusswasserwerkes an der Elbe in Dresden.
Symbolische Spatenübergabe für den Bau eines Flusswasserwerkes an der Elbe in Dresden. Bild: Robert Michael/dpa
Sachsen
Dresden baut Flusswasserwerk für Halbleiterindustrie

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Die Halbleiterindustrie dürstet nach Wasser. Um der Branche im Silicon Saxony auch künftig Wachstum zu ermöglichen, entsteht in Dresden für gut 300 Millionen Euro ein Flusswasserwerk an der Elbe.

Dresden.

Die Halbleiterindustrie in Dresden soll ab 2030 ihr Brauchwasser aus einem Flusswasserwerk an der Elbe beziehen. Mit dem Unternehmen Hochtief wurde jetzt ein Generalübernehmer für Planung, Genehmigung und Bau des Werkes beauftragt, teilte das Unternehmen Sachsenenergie mit. Die Investition beläuft sich nach derzeitigem Stand auf eine Summe von mehr als 300 Millionen Euro. Das Land Sachsen übernimmt davon 100 Millionen Euro, die Stadt Dresden 50 Millionen Euro. 

Wasserwerk soll der Halbleiterbranche Wachstum ermöglichen

"Eine der Grundvoraussetzungen für Halbleiterproduktion ist eine leistungsfähige und verlässliche Wasser- und Energieinfrastruktur", sagte Frank Bösenberg, Geschäftsführer des Branchenverbandes Silicon Saxony. Das Flusswasserwerk gebe einen Impuls für ein weiteres Wachstum der hiesigen Halbleiterindustrie. Genaue Zahlen zur Entwicklung will Silicon Saxony in der kommenden Woche mitteilen. "Die Zeichen stehen auf Wachstum", gab Bösenberg einen Vorgeschmack. 

Am 2. Juli eröffnet Infineon sein neues Werk in Dresden - drei Monate eher als geplant. Momentan entsteht im Norden der Stadt das Chipwerk von ESMC - ein Projekt des taiwanesischen Branchenriesen TSMC mit Bosch, Infineon und NXP Semiconductor. Die Investition liegt bei zehn Milliarden Euro. Infineon steckt rund fünf Milliarden Euro in seine neue Fertigungsstätte.

Wasserwerk für Versorgungssicherheit 

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sieht in dem Flusswasserwerk einen zentralen Baustein, "um Dresdens führende Rolle als Herz der europäischen Mikroelektronik weiter zu stärken". Mit dem Wasserwerk schone man die wertvolle Ressource Wasser und schaffe Versorgungssicherheit für den Halbleiterstandort Dresden. Zugleich sei das Projekt wichtig für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung, weil Brauch- und Trinkwasser entkoppelt würden. 

"Wer über Europas Halbleiterzukunft spricht, kommt an Sachsen nicht vorbei. Silicon Saxony zeigt schon heute, wie europäische Technologieführerschaft aussehen kann. Jetzt gilt es, diese Stärke konsequent auszubauen und Sachsen als zentralen Baustein der europäischen Technologiesouveränität zu etablieren", betonte der sächsische EU-Abgeordnete Oliver Schenk (CDU). 

Kapazitätserweiterung soll bis 2030 Durst der Branche stillen

Um die Wasserversorgung für Bevölkerung und die Industrie zukunftssicher zu machen, trennt Sachsenenergie Schritt für Schritt die Trinkwasserversorgung von der Versorgung mit Industriewasser. Das Wasserwerk entsteht im Stadtteil Übigau und soll ab Ende 2030 über zwei unterirdische Leitungen die Chiphersteller im Dresdner Norden beliefern. Bis dahin soll eine Kapazitätserweiterung im Wasserwerk Hosterwitz den wachsenden "Durst" der Branchen stillen. 

Großteil des entnommenen Wassers fließt gereinigt in Elbe zurück

Die Anlage kann täglich bis zu 67.000 Kubikmeter Wasser bereitstellen. 80 bis 90 Prozent des genutzten Wassers fließen über die Stadtentwässerung gereinigt in die Elbe zurück. Selbst bei Niedrigwasser der Elbe sollen weniger als 0,23 Prozent des Wassers entnommen werden, das täglich pro Sekunde durch Dresden fließt, hieß es.

Sachsenenergie-Chef Frank Brinkmann sagt, das Projekt könne als Vorbild für andere Industriestandorte dienen.
Sachsenenergie-Chef Frank Brinkmann sagt, das Projekt könne als Vorbild für andere Industriestandorte dienen. Bild: Robert Michael/dpa

Nach den Worten von Sachsenenergie-Vorstand Frank Brinkmann stößt der Bau des Flusswasserwerkes auch international auf Interesse. Die bisher gemachten Erfahrungen würden bereits von anderen Regionen in Deutschland und Europa nachgefragt. Anfragen seien unter anderem aus den Niederlanden und Frankreich gekommen. Das Projekt könne damit als Vorbild für andere Industriestandorte dienen. (dpa)

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