Noch sind einige Brunnen in Dresden nicht in Betrieb, doch fast alle sollen auch in diesem Sommer sprudeln.
Noch sind einige Brunnen in Dresden nicht in Betrieb, doch fast alle sollen auch in diesem Sommer sprudeln. Bild: Robert Michael/dpa
Sachsen
Dresdens Brunnen sollen nicht trocken bleiben

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Wasser ist ein teures Gut. Das gilt auf auch für die Brunnen in Dresden. In diesem Jahr gibt es erneut Streit um Zuständigkeiten und Geld.

Dresden.

"Wenn alle Brünnlein fließen ....": Das bekannte deutsche Volkslied klingt auch in diesem Jahr in Dresden eher wie ein Kampflied. Denn pünktlich zu Beginn der Brunnensaison ist ein Streit über Zuständigkeiten und Kürzungen für die 82 Brunnen, Wasserspiele und Trinkbrunnen entbrannt. Holger Zastrow, vormals Landeschef der FDP in Sachsen und nunmehr Dresdner Stadtrat für das "Team Zastrow", forderte, Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) die Obhut für die Brunnen zu entziehen.

"Der Oberbürgermeister sollte die Brunnen zur Chefsache zu machen", sagte Zastrow der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf seinen ehemaligen Parteifreund, OB Dirk Hilbert (FDP). Die Stadt habe etwa auf der Hauptstraße eine sogenannte Nebeldusche für fast 50.000 Euro aufgestellt, aber "angeblich kein Geld für Brunnen".

Bürgermeisterin fordert mehr Geld für den Brunnen-Betrieb

Eva Jähnigen widersprach umgehend. "Herrn Zastrows Vorschlag fehlt leider der Realitätsbezug: Die Haushaltslage der Stadt einerseits und die Unterfinanzierung des Brunnenbetriebes mit zunehmenden Instandhaltungsproblemen und Reparaturbedarf andererseits verändern sich durch andere Verwaltungszuständigkeiten nicht." Notwendig sei neben einer besseren Finanzausstattung des zuständigen Bereiches in Zukunft zuallererst ein Nachtragshaushalt und ein Ende der städtischen Haushaltssperre. 

"Hierfür müssen sich alle einsetzen, denen der Betrieb unserer Trink- und Springbrunnen so wichtig ist wie mir", sagte Jähnigen der dpa. Sie freue sich, dass man trotz der schwierigen Haushaltssituation noch Projekte wie den Probebetrieb von Nebeldüsen ermöglichen könne. "Wie Herr Zastrow als langjähriges Stadtratsmitglied weiß, werden Projekte dieser Art aus anderen Töpfen finanziert und sind keine dauerhafte Aufgabe wie die Brunnen." 

Noch sind einige Brunnen in Dresden nicht in Betrieb, doch fast alle sollen auch in diesem Sommer sprudeln.
Noch sind einige Brunnen in Dresden nicht in Betrieb, doch fast alle sollen auch in diesem Sommer sprudeln. Bild: Robert Michael/dpa

Laut Verwaltung gibt es in Dresden 102 wassertechnische Anlagen, davon 71 Springbrunnen und 11 Trinkbrunnen. Von den letztgenannten 82 Anlagen soll in diesem Jahr 73 in Betrieb gehen - die letzten bis Ende kommender Woche. "Grundsätzlich dauert die Eröffnung der Brunnensaison etwa vier bis sechs Wochen und ist ein dynamischer Prozess. Die Inbetriebnahme eines Brunnens ist auch davon abhängig, ob über den Winter Schäden entstanden sind, die sofort, mit Zeitverzug oder gar nicht repariert werden können.

Brunnensaison kostet die Stadt Dresden bis zu 700.000 Euro

Nach Angaben der Stadtverwaltung sollte für eine Brunnensaison ein finanzieller Bedarf zwischen 390.000 und 700.000 Euro eingestellt werden. Mit diesem Budget sollten die Anlagen von April bis Oktober laufen, Beschädigungen und Vandalismus schnell behoben und Verschleißteile zeitnah ausgetauscht werden können. Die finanziellen Mittel würden für Instandhaltung, Reparatur, Reinigung und Strom sowie für Wasser- und Abwasser benötigt. Im aktuellen Haushalt seien jedoch maximal 350.000 Euro eingestellt.

"Auch dieser reduzierte Betrag ist aufgrund der Haushaltssperre erst einmal nur zu 50 Prozent freigegeben und wird - wenn die Nachtragsvorlage bestätigt wird - auf 80 Prozent erhöht", hieß es.

Bereits im vergangenen Jahr gab es einen Streit darum, wie viele Brunnen aus Kostengründen in Betrieb gehen können. Die Linken wollten per Eilantrag im Stadtrat die Springbrunnen zum Sprudeln bringen. In der Verwaltung wollte man dagegen aus Kostengründen verzichten, den Großteil der Anlagen anzuschalten. Springbrunnen und Wasserspiele würden nicht unerheblich zur Lebensqualität in Dresden beitragen, argumentierten die Linken damals. (dpa)

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