Mehr Sachsen ergreifen im Bezirk der Chemnitzer Kammer wieder einen Handwerksberuf. Doch was ist der beliebteste? Und welche Ausbildungen werden besonders oft geschmissen?
Die Anzahl der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse ist im vergangenen Jahr im Bezirk der Handwerkskammer Chemnitz (HWK) deutlich gestiegen. Zum 31. Dezember 2025 verzeichnete die HWK insgesamt 2133 abgeschlossene Lehrverträge im Handwerk in Südwestsachsen. Das sind 6,8 Prozent mehr als im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt. Damals waren 1997 Verträge gemeldet worden. Das geht aus Zahlen der HWK hervor.
Dass sind die Top 5 der Lehrberufe im Handwerk
Der beliebteste Ausbildungsberuf im vergangenen Jahr war mit 415 Lehrverträgen im Handwerk in Südwestsachsen erneut der Kraftfahrzeugmechatroniker. Das ist ein Plus von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf den Plätzen folgen mit 195 Verträgen und einer Steigerung um 26,6 Prozent im Vergleich zu 2024 der Elektroniker, der Anlagenmechaniker für SHK-Technik (Gesamt: 149/plus 13,7 Prozent), der Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (Gesamt: 96/plus 31,5 Prozent) und der Tischler (Gesamt: 85/minus 10,5 Prozent im Vergleich zu 2024).
Jeder vierte Lehrling im Handwerk eine Frau
Etwa jeder vierte neue Lehrling im Handwerk der Region ist demnach eine Frau. Zudem hat etwa jeder neunte neue Azubi im HWK-Bezirk Abitur. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Ausbildungsverträge in 94 Berufen abgeschlossen. 179 Betriebe bildeten erstmalig aus.
HWK-Präsident Wagner: Entwicklung nicht selbstverständlich
„Das starke Wachstum bei der Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge, das sich über das gesamte Jahr 2025 hinweg schon zeigte, hat auch zum Jahresende nicht nachgelassen“, erklärt Handwerkskammerpräsident Frank Wagner. „Eine solche positive Entwicklung ist nicht selbstverständlich - sie liegt vor allem deutlich über dem bundesweiten Trend bei den Zahlen.“ Wagner: „Angesichts des demografischen Wandels und auch trotz der weiterhin bestehenden wirtschaftlichen Unsicherheiten wissen die Betriebe um den Wert der Azubis und investieren daher viel in die Ausbildung.“
Zahlen gegen den Trend
Bundesweit wurden im Jahr 2025 im Handwerk insgesamt 135.540 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – und damit 500 mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus der Analyse „Der Ausbildungsmarkt im Jahr 2025“ des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) hervor.
Damit entwickelte sich das Handwerk gegen den Trend: Insgesamt sank bundesweit die Anzahl der neuen Ausbildungsverträge um 2,1 Prozent. Mit insgesamt 476.000 Neuabschlüssen wurden 10.300 Verträge weniger abgeschlossen als im Vorjahr. Diese Zahlen zeigen, wie groß der Anteil des Handwerks an der Ausbildung ist: Mehr als jeder dritte Vertrag wurde in einem Handwerksbetrieb unterschrieben.
Leicht gesunken ist hingegen laut BIBB die Anzahl der bundesweit angebotenen Ausbildungsplätze im Handwerk. Waren es 2024 noch 154.128, sank deren Anzahl 2025 um 1,5 Prozent auf 151.752. Über alle Branchen hinweg schrumpfte die Anzahl der angebotenen Lehrstellen sogar um 4,6 Prozent.
Fast jeder Dritte schmeißt die Lehre
Weiterhin hoch ist hingegen die Anzahl der Ausbildungsabbrecher. Laut Datenreport zum Berufsbildungsbericht wurden bundesweit 157.974 Ausbildungsverträge und damit fast jeder dritte vor Ablauf der Ausbildungsdauer vorzeitig gelöst, davon 53.577 im Handwerk. Diese Zahl bezieht sich allerdings auf 2023. Rund 50 Prozent der jungen Menschen schließen demnach auch innerhalb kurzer Zeit einen neuen Ausbildungsvertrag ab.
In diesen Berufen ist die Abbrecherquote besonders hoch
Auffällig ist dabei, dass im Handwerk die Quote der vorzeitig beendeten Ausbildungsverhältnisse stark variiert. So werden bei den Friseuren, Fachverkäufern im Lebensmittelhandwerk, Gebäudereinigern, Malern und Lackierern, Gerüstbauern, Dachdeckern, Bäckern und Konditoren laut Studie mehr als 40 Prozent der Verträge vorzeitig gelöst werden. Besonders niedrige Abbrecherquoten um die zehn Prozent gibt es demnach hingegen bei den Fertigungsmechanikern, Elektronikern für Automatisierungstechnik und bei den Mechatronikern.
24. Januar „Tag der Bildung“ in Chemnitz und Plauen: Hier gibt es alle Infos zu den Lehrberufen
Aktuell sind in der Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Chemnitz 422 Stellenausschreibungen zu finden. Am 24. Januar wird in Chemnitz (im Handwerk auch in Plauen) wieder der „Tag der Bildung“ von Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der der Agentur für Arbeit ausgerichtet. Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern können sich dort gut über Ausbildungsmöglichkeiten, Studienplätze und Weiterbildungen zu informieren. (juerg)






