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Glasners Palast-Revolution: Europacup-Sieg gegen Vallecano

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Vier Jahre nach dem Triumph mit Eintracht Frankfurt krönt sich Oliver Glasner erneut auf europäischer Bühne. Mit Crystal Palace gewinnt der Trainer die Conference League.

Leipzig.

Triumphale Palast-Revolution: Oliver Glasner hat zum zweiten Mal binnen vier Jahren einen Europapokal gewonnen und den Londoner Mittelklasseclub Crystal Palace zum größten Erfolg seiner Geschichte geführt. Das Team des früheren Bundesliga-Trainers gewann das Finale der Conference League in Leipzig gegen den spanischen Vertreter Rayo Vallecano 1:0 (0:0). Vor 39.176 Fans schoss der ehemalige Mainzer Jean-Philippe Mateta (51. Minute) das entscheidende Tor und bescherte dem scheidenden Glasner den perfekten Abschluss.

Zur Vorbereitung auf das Spiel hatte Glasner, der 2022 in Sevilla mit Eintracht Frankfurt schon die Europa League gewonnen hatte, seine Profis tagsüber zum lockeren Fußball-Tennis gebeten. Sein Kalkül: Die Spieler sollten möglichst locker und mit freiem Kopf in das größte Spiel der Clubgeschichte gehen.

Ausschreitungen am Vorabend

Die Aufmerksamkeit lag aber zunächst nicht auf der historischen Bedeutung der Partie für beide Mannschaften, sondern auf teils gewaltbereiten Fans. Am Abend vor dem Finale waren Anhänger beider Mannschaften in der Leipziger Innenstadt aufeinandergetroffen. Es flogen Biergläser, Flaschen und jegliche greifbare Kneipenbestuhlung. Gegen 320 Fans wurde wegen Landfriedensbruch ermittelt, teilte die Polizei mit. Die Maßnahme dauerte bis kurz nach drei Uhr morgens.

Die Fans von Palace zeigten eine Choreo vor dem Anpfiff.
Die Fans von Palace zeigten eine Choreo vor dem Anpfiff. Bild: Jan Woitas/dpa

Am Spieltag selbst blieb es ruhig. Die Anhänger beider Teams sorgten dafür für eine gewaltige Atmosphäre im Stadion und produzierten eine Lautstärke, die bei Spielen des heimischen Clubs RB Leipzig womöglich noch nie erreicht worden war. Zudem wurden sehenswerte Choreografien ausgerollt.

Großchance durch Mitchell

Das Spiel konnte da lange Zeit nicht mithalten. Zweikämpfe wurden mit hoher Aggressivität geführt, die Laufbereitschaft beider Mannschaften war enorm. Das ging zu Lasten des Spiels. In der ersten Halbzeit gelang weder Palace noch Rayo ein Schuss auf das Tor. Drei Aufreger gab es dennoch. Nach 21 Minuten war Yéremy Pino auf dem Weg zum Rayo-Tor, wurde jedoch von Pathé Ciss gefoult. Schiedsrichter Maurizio Mariani zeigte die Gelbe Karte, auch eine Notbremse wäre allerdings argumentierbar gewesen.

Ein verletzter Fan von Rayo Vallecano wird aus dem Block getragen.
Ein verletzter Fan von Rayo Vallecano wird aus dem Block getragen. Bild: Robert Michael/dpa

Nach rund 35 Minuten wurde das Spiel für rund drei Minuten unterbrochen. Ein Fan von Vallecano war offenbar eine Treppe hinuntergestürzt und musste medizinisch versorgt werden. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte Palace dann seine Großchance. Adam Wharton flankte aus dem Rückraum in den Strafraum, der völlig frei zum Abschluss kommende Tyrick Mitchell (45.+1) köpfte den Ball jedoch neben das Tor.

Mateta steht richtig

Nach Wiederanpfiff hatte Wharton erneut eine Idee. Statt zu flanken, zog der Nationalspieler aus etwa 20 Meter ab. Rayo-Torwart Augusto Batalla wehrte den Ball nach vorn ab - direkt auf den Fuß von Mateta. Das Tor gab Palace Auftrieb - und Großchancen. Ein Freistoß von Pino (55.) landete erst am linken Pfosten und sprang von da an den rechten. Zwei Minuten später stand Mateta wieder richtig, doch dieses Mal lenkte Batalla den Ball noch um den Pfosten. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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