Mancher ärgert sich vielleicht, dass er die tanzenden Polarlichter über Sachsen in der Nacht zum Dienstag verpasst hat. Wann gibt es die nächste Chance dazu?
Auch über Sachsen tanzten in der Nacht zu Dienstag rote und grüne Polarlichter am Himmel. Von Görlitz bis Plauen posteten Fotografen Bilder in den Sozialen Netzwerken von dem farbenfrohen Naturschauspiel. Vor allem auf dem Land sind die Nordlichter oft mit bloßem Auge gut zu beobachten. Laut www.polarlicht-vorhersage.de war die die Wahrscheinlichkeit auf Nordlichtsichtungen am Montagabend „ extrem hoch“. Dort heißt es: „Am 18. Januar 2026 um 18:00 UTC ereignete sich ein LD-Flare der Klasse X1.9. Auf dem CCOR-1-Instrument des GOES-Satelliten ist ein erdgerichteter Full-Halo-CME zu sehen. Dieser wird die Erde voraussichtlich in etwa 24 bis 48 Stunden erreichen. Dann ist mit starken geomagnetischen Störungen zu rechnen. Helle Polarlichter sind möglich.“
Wie sieht die Vorhersage für die Nacht auf Mittwoch aus?
Viele haben das Himmelsspektakel in der vergangenen Nacht aber sicherlich verpasst. Gibt es also in den nächsten Tagen erneut eine Chance, die Polarlichter über Sachsen zu beobachten? Wie sieht die Vorhersage für die Nacht auf den 21. Januar 2026 aus?
Das sagen die Experten
Grundsätzlich gilt: Je stärker die Sonnenstürme sind, desto besser sind sie auch in südlicheren Breiten sichtbar, wie ein Sprecher des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) kürzlich in der „Südwestpresse“ erklärte. Ein Maß für die Stärke eines Sonnensturms sei der Kp-Index. Ein Kp-Index zwischen 0 und 3 weist demnach auf eine geringe Sonnenaktivität hin, bei einem Kp-Wert von 9 stünden Polarlichter sogar über der Mitte Deutschlands – zum Beispiel Dresden oder Kassel. In sehr seltenen Fällen könne man diese dann auch vom Alpenraum aus sehen. Voraussetzung dafür sei klarer Himmel und freie Sicht nach Norden. Für die kommenden Nächte sagt die NOAA maximale KP-Werte von 6,00 voraus. Dieser Wert lag übrigens in der Nacht zu Dienstag bei 8,00.
Spielt das Wetter in Sachsen mit?
Um die Polarlichter sehen zu können, muss auch das Wetter mitspielen. Das ist laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für die Himmelsbeobachtung in der Nacht zu Mittwoch in den meisten Regionen sehr günstig. Demnach ist es fast in ganz Deutschland meist gering bewölkt oder klar. Für Sachsen sagen die Wetter-Experten minus 5 bis minus 8 Grad voraus, in Senken und Tallagen sogar um die minus 10 Grad. Es soll ein schwacher, im Mittelgebirgsraum mäßiger bis frischer Südostwind wehen, vor allem in der Oberlausitz und im Lausitzer Bergland muss mit Windböen gerechnet werden. Aber: Der Himmel ist klar, also sind die Voraussetzungen gut.
Beste Chancen nach 23 Uhr
Nordlichtfotografen raten im Internet zur ersten Nachthälfte als beste Beobachtungszeit. Es sollte aber vor allem möglichst dunkel sein. Das heißt, der Beobachtungszeitpunkt sollte möglichst weit weg von Sonnenauf- und Sonnenuntergang sein. In Chemnitz geht die Sonne am Dienstag gegen 16.39 unter. Etwa ab 20 Uhr erhöht sich dann die Chance auf Nordlichter am Abendhimmel. Der Mond wird nicht dazwischenfunken: Er hat gerade erst seine Neumondphase durchschritten, er „stört“ also nicht bei einer möglichen Neuauflage des Himmelsspektakel.
Nach Angaben der US-amerikanischen Umweltbehörde NOAA kann die Wahrscheinlichkeit, dass Nordlichter in den kommenden Nächten über Deutschland zu sehen sind, als „mittelmäßig“ eingeschätzt werden. Die besten Chancen in der Nacht auf den 21. Januar gibt es laut den US-Experten nach 23 Uhr. Polarlichtbeobachter sollten sich aber zur Beobachtung einen möglichst dunklen Ort aussuchen. In hell erleuchteten Städten ist eine Sichtung eher unwahrscheinlich. (juerg)





