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Nach Jahrzehnten taucht ein verloren geglaubtes Kunstwerk aus Dresden in Los Angeles wieder auf. Die Geschichte dieser Odyssee ist rekonstruiert worden und nun in einer Ausstellung in L.A. zu sehen.
Ein Kriegsverlust der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden (SKD) ist in Los Angeles wieder aufgetaucht – Otto Greiners "Stehender männlicher Rückenakt" aus dem Jahr 1892. Ehe das Werk im Dezember an die SKD zurückgegeben wird, macht das Getty Research Institute in Los Angeles dessen Geschichte nun zum Thema einer Ausstellung, teilten die Sammlungen in Dresden mit. Unter dem Titel: "Lost. Found. Returned." sollen die Entstehung, der Verlust und die Wiederentdeckung der Zeichnung dokumentiert werden. Die Präsentation widmet sich dabei Fragen zu Provenienzforschung, Sammlungsverlusten und internationaler Kooperation.
Privatperson gab Hinweis auf Verbleib
Die Tusche-Zeichnung Greiners ist in der Lost Art-Datenbank unter der Nummer 142843 erfasst. Ein Hinweis von einer Privatperson hatte zwei Wissenschaftlerinnen des Dresdner Museumsverbundes auf die Spur des vermissten Werks gebracht. "Sie konnten es nicht nur zweifelsfrei dem Kupferstich-Kabinett zuordnen, sondern auch den Weg der Zeichnung von Dresden nach Los Angeles rekonstruieren", hieß es.
Zeichnung ging in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren
Otto Greiner (1869 - 1916) stammte aus Leipzig und galt als wichtiger Vertreter des Symbolismus. Die Geschichte der verlorenen Zeichnung beginnt 1892 in Rom, wo Greiner damals länger weilte. Zwei Jahre nach ihrer Entstehung wurde sie für das Kupferstich-Kabinett angekauft. Nachdem das Bild in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen war, tauchte es 2001 kurz auf dem deutschen Kunstmarkt auf, ehe es ein Sammler aus Los Angeles 2005 in New York erwarb. 2016 kam es mit dessen Sammlung an das Getty Research Institute, hieß es.
Nach Angaben der SKD zeigt die Ausstellung in Los Angeles Fotos und andere Archivalien, Markierungen und Stempel, die den Weg der Zeichnung nachvollziehbar machen. "Ein Video erklärt, welche Instrumente heute zur Verfügung stehen, um verlorene Kunstwerke wiederzufinden. Interviews, die mit den beiden Wissenschaftlerinnen zu ihrer Arbeit geführt wurden, sind in einer Audiostation abrufbar", teilten die SKD weiter mit. (dpa)





