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Prozessbeginn gegen Hooligan-Gruppierung des FC Erzgebirge Aue

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Der Hooligan-Gruppierung des FC Erzgebirge Aue werden zahlreiche Straftaten zur Last gelegt. Nach der Razzia im Vorjahr steht sie jetzt vor Gericht.

Dresden.

Knapp ein Jahr liegt die Hooligan-Razzia im Erzgebirge zurück, bei der die Sonderkommission Rechtsextremismus (Soko Rex) des Landeskriminalamts Sachsen drei Personen festnahm und Haftbefehle vollstreckte. Elf Monate später hat am Donnerstag der Prozess gegen fünf junge Männer der Gruppierung „Starke Jugend“ am Landgericht Dresden begonnen. Der Vorwurf: Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, schwerer Raub, räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung, wie die „Bild“-Zeitung berichtet.

Gewalttaten gegen Fußballfans

Konkret wird den Männern im Alter zwischen 18 und 28 Jahren vorgeworfen, bei Pflichtspielen des FC Erzgebirge Aue gegnerische Fans gezielt überfallen und angegriffen zu haben, dabei schwarz gekleidet und vermummt aufgetreten zu sein und Quarzsandhandschuhe, Schlagstöcke, Schlagringe und ähnliche Waffen verwendet zu haben.

Wie die „Freie Presse“ im vergangenen Jahr berichtete, sollen die Hooligans in der Nacht zum 8. Mai 2022 den Fans des SV Werder Bremen vor einem Irish-Pub im Auer Stadtzentrum aufgelauert, sie geschlagen, getreten und schließlich ausgeraubt haben. In den folgenden Monaten häuften sich Vorfälle dieser Art. Im August 2022 wurden Anhänger der Würzburger Kickers attackiert, im Oktober vermeintliche Fans der SG Dynamo Dresden in Schneeberg. Der FC Erzgebirge Aue distanzierte sich öffentlich von den Vorfällen, urteilte: „Grundsätzlich verurteilen wir jegliches radikales und extremistisches Gedankengut. Unsere Vereine stehen für Weltoffenheit, Toleranz und soziales Miteinander!“

Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte und Rechtsextremismus

Wie das Landeskriminalamt schon damals mitteilte, war die Gruppe nicht nur wegen der Gewalttaten gegenüber Fans anderer Fußballvereine auf die Fahndungslisten der Ermittler geraten, sondern ebenso wegen der Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte. So waren Personen, die im hiesigen Verfahren angeklagt sind, verantwortlich für einen Angriff auf Polizisten vor einer Diskothek in Annaberg im Dezember 2021, bei dem ein damals 60-jähriger Beamter schwere Verletzungen erlitt.

Bei der Razzia im Frühjahr des vergangenen Jahres, bei der sich insgesamt 120 Beamte im Einsatz befanden, wurden Wohnobjekte in Aue, Schneeberg, Johanngeorgenstadt, Lößnitz und Stollberg durchsucht. Insgesamt, so ermittelte das Landeskriminalamt Sachsen, sollen 2022 34 Personen im Alter zwischen 17 und 23 Jahren als „Starke Jugend“ aufgetreten sein; vier der letztlich fünf Hauptbeschuldigten zudem mit rechtsextremistischen Straftaten wie Volksverhetzung und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in Erscheinung getreten sein.

Mammutprozess droht

Nun müssen sie sich vor Gericht verantworten. Zwei der fünf Täter sitzen bereits in Untersuchungshaft. Einer von ihnen wiederum hat den Rechtsanwalt Martin Kohlmann (Chef der vom Verfassungsschutz beobachteten, rechtsextremen Kleinstpartei „Freie Sachsen“) als Verteidiger an seiner Seite.

Laut „Bild“ wolle sich der Anstifter, ein 23 Jahre alter Mann aus Schneeberg, zu den Vorwürfen äußern. Zahlreiche Verhandlungstage sind im Prozess angesetzt. Der erste war bereits nach der Anklageverlesung beendet. Die Gruppierung „Starke Jugend“ wurde mittlerweile aufgelöst.

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