Sachsen will die Ausbildung und Meisterqualifikation stärken. (Symbolbild)
Sachsen will die Ausbildung und Meisterqualifikation stärken. (Symbolbild) Bild: Sebastian Kahnert/dpa
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Sachsen stärkt Ausbildung und Meisterqualifikation

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Mehr als 8.000 Lehrstellen in Sachsen sind noch offen – besonders Elektroniker werden gesucht. Wie die Ausbildung jetzt attraktiver wird und was der neue Meisterbonus bringt.

Dresden.

Das sächsische Wirtschaftsministerium möchte die Ausbildung und Qualifikation stärken und hat dabei das Handwerk besonders im Blick. "Eine gute Ausbildung eröffnet jungen Menschen hervorragende Perspektiven. Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz bleibt klar: Viele Leistungen im Handwerk lassen sich nicht einfach automatisieren", sagte Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Künstliche Intelligenz könne nun einmal keinen Kabelbaum binden, Gebäudetechnik installieren oder Industrieanlagen warten.

Minister: Angehende Fachkräfte brauchen beste Bedingungen 

"Handwerk braucht Fachkräfte - und Fachkräfte brauchen eine gute Ausbildung. Wer sich für eine berufliche Laufbahn entscheidet, soll in Sachsen die besten Bedingungen für Ausbildung und Aufstieg finden", betonte der Minister. Am kommenden Donnerstag will er sich moderne Ausbildung und Möglichkeiten für einen beruflichen Aufstieg in der Praxis ansehen - im Zentrum für Aus- und Weiterbildung Leipzig sowie beim Handwerksunternehmen Elektro-Anlagenbau Rübner GmbH und Co. KG in der Messestadt.

Mehr als 8.000 Lehrstellen in Sachsen noch unbesetzt

Das Wirtschaftsministerium verwies auf Zahlen der Arbeitsagentur, wonach aktuell mehr als 8.000 Lehrstellen in Sachsen noch unbesetzt seien. Allein im Handwerk wird in rund 130 Berufen ausgebildet. Nicht nur für junge Menschen sei die Entscheidung über den Berufsweg wichtig, hieß es. "Auch die Unternehmen brauchen dringend Nachwuchs. Vor allem in technischen und handwerklichen Berufen wächst der Bedarf an qualifizierten Fachkräften seit Jahren." Vor allem Elektronikerinnen und Elektroniker seien gefragt.

Mehr Nachfrage für Ausbildung im Handwerk 

Laut Ministerium entwickelt sich der Ausbildungsmarkt für das Handwerk bereits positiv. Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge sei von 5.152 im Jahr 2021 auf 5.930 im vergangenen Jahr gestiegen.

Um diesen Trend zu stärken, setze man auf praxisnahe Ausbildung, gezielte Förderung der Betriebe und bessere Aufstiegsanreize. So sollen überbetriebliche Berufsbildungsstätten modernisiert werden, damit Auszubildende mit zeitgemäßer Technik und aktuellen Verfahren arbeiten können. Dafür stünden elf Millionen Euro bereit. 

Meisterbonus steigt auf 3.000 Euro

Zugleich wird die Qualifikation gestärkt: Der Meisterbonus steigt von 2.000 auf 3.000 Euro – beginnend mit allen neuen Meistern, die 2026 ihre Prüfung ablegen. In den zulassungspflichtigen Gewerken ist der Meister Voraussetzung für Ausbildung und Betriebsführung. "Angesichts des demografischen Wandels gewinnt das zusätzlich an Bedeutung: Fast 40 Prozent der sächsischen Betriebsinhaberinnen und -inhaber sind älter als 55 Jahre. In den kommenden zehn Jahren stehen rund 19.000 Betriebsübergaben an", hieß es.

Viele Ausbildungsverträge werden vorzeitig gelöst 

Laut Statistik lag Sachsen im Jahr 2024 mit fast 20.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen auf dem Niveau der Vorjahre. Dem standen jedoch mehr als 6.000 vorzeitig gelöste Ausbildungsverträge gegenüber. Die Zahl von Azubis mit ausländischen Wurzeln stieg deutlich - von 978 im Jahr 2021 auf 2.219 im vergangenen Jahr - ein Plus von mehr als 125 Prozent.

Einen Meisterbonus gibt es in Sachsen seit 2016. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurde er bis 2025 an 10.581 Meisterinnen und Meister ausgezahlt, die überwiegend aus handwerklichen Berufen kommen. Von anfangs 1.000 Euro wurde der Bonus 2023 auf 2.000 Euro erhöht. In diesem Jahr steigt er nun auf 3.000 Euro. Er wird am Ende einer erfolgreichen Ausbildung überwiesen. (dpa)

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