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Starkregen in der Region lässt Keller volllaufen

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Die Berufsfeuerwehr in Plauen musste mehrere Keller auspumpen.

Plauen/Lichtenstein.

Starke Regenfälle in der vergangenen Nacht und am Morgen haben die Wasserpegel in den Flüssen im Vogtland zum Teil deutlich ansteigen lassen. Der Pegel der Weißen Elster in Magwitz nahe der Talsperre Pirk erreichte nach Angaben des Landeshochwasserzentrums Sachsens gegen 9.15 Uhr die Marke von 140 Zentimeter, was der Alarmstufe 1 entspricht. Am Pegel Magwitz gibt es vier Alarmstufen, Stufe 2 ist bei einem Wasserstand von 170 Zentimeter erreicht. Andere Pegelstellen im Vogtland erreichten am Vormittag ebenfalls zum Teil deutlich höhere Wasserstände, Alarmstufen wurden dort bislang erreicht. Für mehrere Landkreise in Sachsen hat der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung herausgegeben, dazu zählt auch das Vogtland. Das Niederschlagsgebiet ließ in der Nacht erhebliche Regenmengen über der Region niedergehen, in Taltitz beispielsweise wurden insgesamt fast 53 Liter auf dem Quadratmeter gemessen.

 

Hochwasser in Plauen

Die Berufsfeuerwehr der Stadt Plauen ist wegen der Starkregenfälle im Vogtland derzeit an drei Stellen im Einsatz. Mehrere Keller müssten ausgepumpt werden, sagte der Leiter Einsatz der Feuerwehr, Mario Wetzstein, der "Freien Presse". Betroffen davon seien demnach auch das Plauener Helios-Klinikum sowie ein Hotel an der Theaterstraße in Plauen. Wetzstein rechnet nach eigenen Angaben mit weiteren wasserbedingten Einsätzen für die Feuerwehr. "Ich gehe davon aus, dass wir heute eine Sonderlage Wasser bekommen werden, wenn es weiter so regnen sollte", sagte er.

Rund um Reichenbach haben die Regenfälle den Blutdruck bei Feuerwehr und Rettungsdiensten dagegen eher mäßig steigen lassen. "Natürlich beobachten wir weiterhin den Pegel im Ortsteil Mylau", sagte Reichenbachs Stadtwehrleiter Thomas Weck. "Aber es sieht unspektakulär aus. Ich denke auch nicht, dass wir uns am Wochenende auf Überschwemmungen einstellen müssen." Sandsackhüllen liegen zwar bereit, aber Weck geht nicht davon aus, dass er sie füllen muss.

Auch im Reichenbacher Rathaus ist man am Freitag gelassen geblieben. Pressesprecherin Heike Keßler schaute regelmäßig bei der Wetterstation im Park der Generation vorbei. Doch angesichts sinkender Niederschlagsmengen im Laufe des Freitags und freier Gullydeckel im Stadtgebiet sieht sie keinen Grund zur Panik.

Vollgelaufene Keller im Kreis Zwickau

Starkregen hat am Freitagmorgen für Alarmstimmung in Lichtenstein, Gersdorf, Rödlitz und anderen Orten gesorgt. Im Dauerregen gab es offenbar engräumig begrenzt einige besondere starke Schauer, die im Wetterradar oder anhand von Messwerten kaum nachzuvollziehen sind. "Man konnte kurzzeitig kaum zehn Meter weit sehen", sagt René Klein, Gemeindewehrleiter in Lichtenstein. Er rückte kurz nach der Nachhausefahrt von der Nachtschicht gleich wieder mit der Feuerwehr aus. Geflutet wurde unter anderem die Baustelle in Rödlitz. Viel Arbeit bescherte das Wohngebiet an der Schulstraße, wo Wasser von den angrenzenden Feldern in die Gebäude lief. "Die Stelle hier war uns bisher gar nicht als so problematisch bekannt", sagte Klein, der vermutete, dass hier am Westrand der Stadt ein besonders starker Schauer niedergegangen war. Zum Glück waren die angrenzenden Felder wenigstens gut bewachsen, so dass vom Wasser wenig Dreck mitgespüllt wurde. In den Kellern der Häuser standen schnell mehrere Zentimeter Wasser, die von den Feuerwehrleuten angepumpt wurden. "Es drückt durch die Wände. Hier sind bestimmt die Drainagen der Häuser kaputt", mutmaßte ein Mieter. Er forderte, dass nicht nur die Fassaden der rund 50 Jahre alten Wohngebäude saniert werden, sondern auch unsichtbare, aber eben wichtige Anlagen.

Durch die starken Regenfälle drohte der Dorfbach im Bereich der Waldenburger Straße über die Ufer zu treten. Anwohner platzierten Bretter und Sandsäcke um ihre Häuser und Keller vor Überflutung zu schützen. Manfred Schramm wohnt ein Stück abwärts an der Bachgasse: "Ich lebe seit 1965 hier. Selten habe ich gesehen, dass das Wasser im Bach so hoch angestiegen ist." Vor zwei Jahren habe Manfred Schramm sich vorsichtshalber einen Vorrat an Sandsäcken zugelegt. Mit diesen stopfte er am Freitagfrüh die Kellerfenster aus und sicherte die Eingangstür. Bis zu seinem Haus kam das Wasser dann aber doch nicht.

Um die Einsätze besser koordinieren zu können, hatte die Lichtensteiner Feuerwehr die Sonderlage ausgerufen. Das sei jedoch nicht mit einem Katastrophenfall gleichzusetzen, stellt Gemeindewehrleiter René Klein klar. Alle Notrufe, die am Freitag mit den starken Regenfällen zu tun hatten, wurden von der Leitstelle in Zwickau direkt an das Gerätehaus in Lichtenstein geschickt. "Somit können wir die Einsätze vor Ort besser steuern und koordinieren", sagt René Klein. Und auch die Leitstelle in Zwickau werde dadurch entlastet.

In nahegelegenen St. Egidien sei es zu keinen Überflutungen gekommen. "Es war jedoch knapp", sagt Gemeindewehrleiter Claudio Köhler. Demnach sei der Lungwitzbach beinahe über die Ufer getreten. "Aber es jedoch kurz davor war, hörte es zum Glück auf zu regnen", sagt Köhler. Zu Einsätzen ausrücken musste die St. Egidier Feuerwehr daher nicht. "Aber wir fuhren regelmäßig Kontrolle."

In Gersdorf war die Feuerwehr am Freitagmorgen ebenfalls in Bereitschaft. "Es kam viel Wasser aus Richtung Oelsnitz. Es sind einfach zu viele Flächen versiegelt", sagt Bürgermeister Erik Seidel. Der Pegel im Hegebach stieg in den Morgenstunden rasant. Größte Überflutungen gab es glücklicherweise nicht und die Wasserstände gingen auch relativ schnell wieder zurück. Der Lungwitzbach in St. Egidien führte gegen Mittag noch reichlich Wasser, blieb aber unter den Alarmstufen. In Oberlungwitz und Hohenstein-Ernstthal fiel deutlich weniger Regen. (su/mpf/akli)

Die Unwetterlage in der Region

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