Das neue Feuerland im Zoo Leipzig soll ein Besuchermagnet werden. Nach Pleiten, Pech und Pannen geht es jetzt mit dem Großprojekt voran.
Es ist das Kernstück der neuen Attraktion: ein 140 Meter langer Weg, der unter das „Feuerland“ und mitten durch die Wasserwelt führen wird. Vergangene Woche sind dafür nun ein zwölf und ein 14 Meter langer Tunnelabschnitt installiert worden, das dritte Teilstück soll 2026 folgen. Das sei stundenlange Millimeterarbeit gewesen, berichtet Zoodirektor Jörg Junhold, die allen Beteiligten „höchste Vorsicht, Sorgfalt und Konzentration“ abgefordert habe. Junhold: „Aus der einstigen Vision wird jeden Tag ein Stück mehr Wirklichkeit.“
Tunnel sind Spezialanfertigungen aus den USA
Die Tunnelstücke sind Spezialanfertigungen aus den USA und wurden mit einem riesigen Karn an die richtige Position gebracht. Umgeben werden sie einmal von einem riesigen Becken mit insgesamt sechs Millionen Liter Wasser sein. Durch den weitgehend verglasten Unterwassertunnel werden die Besucher dann ganz nah wie bei einem Tauchgang die Pinguine und Robben beim Schwimmen und Spielen beobachten können.
Darüber hinaus soll eine Wellenanlage Meeresströmungen imitieren. Auch eine Küstenlandschaft mit Seevögeln wird es geben, die von einer großen Tribüne aus einsehbar sein wird. „Wir bleiben auch bei Feuerland unserem Konzept treu und schaffen für die Tiere naturnahe Lebensräume und für die Besucher unvergessliche Erlebnisse“, hatte Zoodirektor Junhold einmal erklärt. „Mit dem neuen Bereich komplettieren wir die Nachbildung des Kontinents und nehmen unsere Besucher mit auf eine Reise durch Südamerika“. Einen Eindruck vom künftigen Lebensraum der Robben und Pinguine vermittelt dieses Video.
Eröffnung schon mehrfach verschoben
Baustart für die neue Erlebniswelt „Feuerland“ war schon im Mai 2019. Eigentlich hatten die fünf Kalifornischen Seelöwen - Alice, Hilla, Sissi, Finja und Lio - schon 2023 in diese Anlage umziehen sollen. Auch die Humboldtpinguine, Inka Seeschwalben, Meerespelikane und Pudus hatten dort schon längst heimisch werden sollen. Doch es gab immer wieder Rückschläge.
Pleiten, Pech und Pannen
Schon die Baugenehmigung hatte fast zwei Jahre länger gedauert als geplant. Dann drang Grundwasser in die Baugrube ein, es gab Planungsmängel, personelle Ausfälle im Baumanagement, Finanzierungsprobleme wegen der Zoo-Schließung während der Corona-Krise, Lieferengpässe und eine Kostenexplosion, sodass der erste große Baukran für den Rohbau erst im August 2023 auf die Baustelle Feuerland anrücken konnte.
Kosten sind explodiert
Die Kosten für die neue Attraktion haben sich inzwischen mehr als verdoppelt. Ursprünglich war 2016 mit 19 Millionen Euro kalkuliert worden. 2020 wurde schon mit 30 Millionen Euro gerechnet. 2023 war dann sogar schon von 43 Millionen Euro die Rede gewesen. Die Stadt Leipzig als Eigentümerin musste ihren Investitionszuschuss erhöhen. Den Großteil müssen der Zoo und sein Förderverein aber selbst aufbringen. Doch auch die zunächst für 2025 geplante Eröffnung musste noch einmal verschoben werden. Nach gegenwärtigem Stand der Planungen soll „Feuerland“ jetzt 2026 fertiggestellt werden. (juerg)







