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Werden Limo, Cola & Co. bald teurer? Bundesländer fordern Softdrink-Zuckersteuer

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Neun Bundesländer - darunter Sachsen - dringen darauf, zuckerhaltige Softdrinks extra zu besteuern. Der Druck auf die Ampel-Regierung wächst.

Chemnitz/Berlin.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt sie, Großbritannien hat sie längst eingeführt, Ernährungsminister Cem Özdemir will sie: eine Extra-Steuer auf zuckerhaltige Softdrinks. Bisher waren alle Vorstöße in diese Richtung an der FDP gescheitert. Jetzt aber kommt Unterstützung aus neun Bundesländern.

Freiwillige Absenkung des Zuckergehalts bislang nur gering

So fordern Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Thüringen und das Saarland den Bund auf, eine herstellerbezogene Steuer auf besonders zuckerhaltige Getränke zu prüfen. Das geht aus einem Protokollvermerk der Verbraucherschutzministerkonferenz hervor, der der „Freien Presse“ vorliegt. Grund für diese Abgabe sei die zu geringe Absenkung des Zuckergehalts, monieren die Länder. Demnach sei „trotz freiwilliger Selbstverpflichtung und Zusagen der Industrie in Deutschland der durchschnittliche Zuckergehalt von z.B. Softgetränken in den vergangenen Jahren nicht in dem Maße gesunken, wie für eine gesundheitsförderliche Ernährung erforderlich wäre“, heißt es in dem Vermerk.

Bisherige Vorstöße immer an der FDP gescheitert

Bundesernährungsminister Cem Özdemir (Grüne) bekommt damit Unterstützung auch aus Sachsen. Er befürwortet eine Zuckersteuer schon länger. Allerdings wies der Koalitionspartner FDP dieses Vorhaben immer zurück. Partei-Vize Wolfgang Kubicki beispielsweise hatte eine Zuckersteuer auf Softdrinks als „politischen Aktivismus“ bezeichnet.

Studie: Zuckersteuer brächte Milliarden-Einsparungen im Gesundheitswesen

Laut einer Studie der Technischen Universität München ist eine Sondersteuer auf zuckerhaltige Getränke allerdings nicht nur ein wirksames Mittel, um Adipositas und damit verbundene Krankheiten wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzudämmen. Auch das Gesundheitssystem würde dadurch entlastet. Der Studie zufolge könnten in Deutschland durch eine solche Steuer in den kommenden 20 Jahren bis zu 16 Milliarden Euro im Gesundheitswesen eingespart werden.

WHO schlägt 20 Prozent vor

Die Weltgesundheitsorganisation rät ebenfalls zu einer Sondersteuer auf zuckerhaltige Getränke. Sie schlägt eine Abgabe von mindestens 20 Prozent vor.

Viele Länder haben bereits eine Zuckersteuer eingeführt. In Großbritannien trat sie zum Beispiel 2018 in Kraft.

Experten: Bei Getränken kein Sättigungsgefühl

Experten warnen, dass gerade bei der Aufnahme des Zuckers über die zuckerhaltigen Getränke wie Fruchtsäfte und Softdrinks oft der Überblick darüber verloren gehe, wie viel Zucker konsumiert werde. Hauptgrund dafür sei, dass sich nach Aufnahme des flüssigen Zuckers über die Getränke kein Sättigungsgefühl einstellt, wie es bei der Nahrungsaufnahme der Fall ist.

Das sind die größten Zuckerbomben

Foodwatch hat untersucht, wie viel Zucker in beliebten Getränken steckt. Das Ergebnis ist erschreckend: Fast 60 Prozent der untersuchten 463 Produkte enthalten mehr als fünf Prozent Zucker. Das entspricht sechseinhalb Stück Würfelzucker pro 250 Milliliter. Als wahre Zuckerbomben entpuppten sich auch mehrere Lemon-Getränke mit bis zu 129 Gramm Zucker je Liter. Das sind bis zu elf Stück Würfelzucker auf 250 Milliliter. Bei Mountain Dew waren es zehn und bei Coca-Cola 9,5 Würfel.

Zuckerarme Alternativen gibt es laut Foodwatch kaum: Selbst die Limos mit dem geringsten Zuckergehalt im Test, wie die Bionade Ingwer-Orange, enthalten noch rund dreieinhalb bis vier Stück Würfelzucker pro Glas. (juerg)

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