Das Abkommen ist im Wortlaut noch nicht bekannt (Archivbild).
Das Abkommen ist im Wortlaut noch nicht bekannt (Archivbild). Bild: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
Welt
Das ist der Stand zum Iran-Deal aus US-Sicht

Freie Presse auf Google News folgen

An diesem Freitag soll ein Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran offiziell unterschrieben werden. Bereits zum Wochenbeginn gibt es eine Überraschung.

Washington.

Vor der offiziellen Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran an diesem Freitag zur Beilegung des Kriegs betont Washington die Vorteile der Vereinbarung. Was ist bislang festgezurrt und woran hakt es noch? Die aktuelle Lage aus US-Sicht:

  • Unterzeichnung des Dokuments: US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident JD Vance haben laut einem hochrangigen Regierungsbeamten das entsprechende Dokument bereits digital unterzeichnet. Von iranischer Seite habe der Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf unterschrieben. Aus Teheran gab es zunächst keine Bestätigung dafür.
  • Wer kommt zur Unterzeichnung in die Schweiz? Trump schickt seinen Vize JD Vance, wie er auf dem G7-Gipfel am Genfersee bekanntmachte. Trump ließ offen, ob er selbst in irgendeiner Weise beteiligt sein werde. Medienberichten zufolge soll Genf Ort der Unterzeichnung sein.
  • Inhalt des Rahmenabkommens: Der konkrete Text des sogenannten Memorandum of Understanding soll binnen der kommenden 24 bis 48 Stunden veröffentlicht werden. "Wir wollen vollständige Transparenz haben", sagte ein US-Regierungsbeamter am Mittag (US-Zeit).
  • Wie es weitergeht: In dieser Woche soll es Gespräche geben, in denen es auch darum gehen soll, ob bestimmte eingefrorene Gelder des Irans unter Auflagen freigegeben werden – etwa dann, wenn Teheran bestimmte Bedingungen erfüllt hat. Im Gespräch ist etwa der Zugang zu einem 300 Milliarden US-Dollar schweren Fonds zum Wiederaufbau des Landes. US-Vizepräsident JD Vance soll die US-Delegation anführen. 
  • US-Streitkräfte: Während der laufenden Verhandlungen soll US-Angaben zufolge die aktuelle Truppenpräsenz beibehalten werden. Man hoffe, sie schrittweise zu reduzieren, aber noch nicht jetzt. Man wolle erst sehen, ob die Iraner ihre Zusagen einhielten. Eine Reduzierung der Militärpräsenz würde erst im Falle eines finalen Abkommens infrage kommen.
  • Die Rolle des Omans als Vermittler: Ein US-Regierungsbeamter äußerte sich deutlich unzufrieden mit der Arbeit des Omans als Mediator: "Wir hatten den Eindruck, dass sie sehr doppelzüngig waren und sich in ihrer Vorgehensweise fast so verhielten, als wären sie Angestellte der Iraner", sagte er. 
  • Der Konflikt zwischen Israel und dem Libanon: Der Rückzug israelischer Truppen aus dem Libanon sei keine Bedingung für das Rahmenabkommen gewesen, betonte ein US-Regierungsbeamter. Er verdeutlichte, dass Israel ein Recht auf Selbstverteidigung habe, sollte der Iran die ihm nahestehende Hisbollah-Miliz im Libanon nicht unter Kontrolle halten können und diese Israel angreifen.

(dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
20:52 Uhr
2 min.
Netanjahu: Israel vor Gefahr atomarer Auslöschung gerettet
Netanjahu: Israel vor Gefahr atomarer Auslöschung gerettet - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. (Archivbild)
In Israel wird die Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran von vielen als Misserfolg kritisiert. Der israelische Regierungschef spricht dagegen von wichtigen Erfolgen im Iran-Krieg.
21:00 Uhr
4 min.
Tierärztin eröffnet Praxis in Wilkau-Haßlau: „Davon habe ich schon als Kind geträumt“
Tierärztin eröffnet Praxis in Wilkau-Haßlau: „Davon habe ich schon als Kind geträumt“ - Tierärztin Anja Gutknecht am Empfang ihrer neuen Praxis in Silberstraße. Noch muss vieles ein- und umgeräumt werden. Am 1. Juli kommen die ersten tierischen Patienten.
Die Anzahl der Tierärzte sinkt. Anja Gutknecht will mit einer neuen Praxis im Ortsteil Silberstraße gegensteuern. Selbst Schildkröten und andere Exoten sind bei ihr willkommen.
Frank Dörfelt
06:38 Uhr
4 min.
Mittelsachsen: Die Frau, die jeden Monat 8 Millionen Euro auszahlt
Mittelsachsen: Die Frau, die jeden Monat 8 Millionen Euro auszahlt - Anja Friedrich ist seit einem Jahr Geschäftsführerin des Jobcenters Mittelsachsen. Hier am Standort Mittweida.
Seit einem Jahr leitet Anja Friedrich (48) das Jobcenter Mittelsachsen. Im Interview spricht sie über Not und Betrug, Arbeit, Leistung und Sanktionen. Ein Thema macht ihr besonders Sorgen.
Cornelia Schönberg
24.05.2026
3 min.
Was wir über den möglichen Iran-Deal wissen - und was nicht
Was wir über den möglichen Iran-Deal wissen - und was nicht - Wie nah ist eine erste Einigung im Iran-Krieg? Erst sagte Trump, ein Rahmenabkommen mit dem Iran sei weitgehend ausgehandelt - nun bremst er die Erwartungen wieder. (Archivbild)
Kommen bald "gute Nachrichten" zum Krieg im Iran? Donald Trump und sein Außenminister stellten das in Aussicht - dann rudert der US-Präsident ein Stück weit zurück.
13.06.2026
6 min.
Trump: Iran-Vereinbarung soll morgen unterzeichnet werden
Trump: Iran-Vereinbarung soll morgen unterzeichnet werden - Für die USA steht ein Unterzeichnungstermin des Rahmenabkommens mit dem Iran. (Archivbild)
Zuletzt mehrten sich bereits die Zeichen, dass eine vorläufige Einigung im Iran-Krieg kurz bevorsteht. Nun nennt Trump einen konkreten Zeitpunkt für eine Unterzeichnung. Der Iran schweigt.
06:23 Uhr
2 min.
Eibenstock: Warum Alexander Hodeck die Bürgermeisterwahl so klar gewinnt
Eibenstock: Warum Alexander Hodeck die Bürgermeisterwahl so klar gewinnt - André Hempel (l.) gratuliert am Abend Alexander Hodeck zum Wahlsieg.
Das Ergebnis fällt deutlicher als erwartet aus. Was Sieger und Verlierer dafür verantwortlich machen – und was sich im Rathaus nun ändern soll.
Mike Baldauf
Mehr Artikel