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Erneut heftige russische Luftangriffe auf Kiew

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Russlands Armee greift die ukrainische Hauptstadt erneut an. Auch andere Landesteile sind betroffen, es gibt Attacken mit ballistischen Raketen. Dem Angriff gingen Warnungen des Präsidenten voraus.

Kiew.

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Im Zentrum der Dreimillionenstadt waren in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Viele Einwohner suchten Zuflucht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. Kurzzeitig kam es auch zu Stromausfällen. 

Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte auf der Plattform Telegram, die Luftabwehr sei im Einsatz. Er und Militärverwalter Tymur Tkatschenko sprachen von mehreren Bränden in der Stadt, teils verursacht durch herabfallende Trümmerteile abgeschossener Raketen. Im Bezirk Podilskyj sei ein mehrstöckiges Wohnhaus eingestürzt. Es werde befürchtet, dass Menschen unter den Trümmern verschüttet seien. Anderswo habe ein Angriff die oberen Stockwerke eines 15-stöckigen Wohnhauses beschädigt.

Angriffe mit Raketen und Drohnen wurden auch aus den Großstädten Charkiw, Dnipro und Saporischschja gemeldet. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte Russland bei seinen Attacken auch ballistische Raketen ein. 

Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär auf der Plattform X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft, es seien Militärflugzeuge aufgestiegen. In Polen kommt es bei größeren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf. 

Angriff folgt auf Warnungen Selenskyjs 

Russland hatte Kiew erst vor knapp zehn Tagen massiv mit ballistischen Raketen und Drohnen angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte seit Ende vergangener Woche mehrmals vor einem weiteren massiven russischen Luftangriff. "Die Information des Geheimdienstes über einen möglichen massiven Angriff bleibt aktuell", sagte der Staatschef in einer Videobotschaft am Samstag. Er forderte die Ukrainer auf, Luftalarm nicht zu ignorieren. 

Zwar sei die ukrainische Flugabwehr in Bereitschaft, erklärte Selenskyj. Jedoch räumte er ein, dass fehlender Nachschub westlicher Verbündeter für die Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern Probleme bereite. 

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Beide Kriegsparteien setzen dabei massiv Drohnen und Raketen gegen Ziele im Hinterland des Gegners ein. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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