Capri-Sun kämpft seit zwei Jahren um eine Rückkehr zu Plastikstrohhalmen – Kunden hätten sich etwa über den Papiergeschmack beim Trinken beschwert, sagt das Unternehmen. (Symbolbild)
Capri-Sun kämpft seit zwei Jahren um eine Rückkehr zu Plastikstrohhalmen – Kunden hätten sich etwa über den Papiergeschmack beim Trinken beschwert, sagt das Unternehmen. (Symbolbild) Bild: Bernd Weißbrod/dpa
Wirtschaft
Chef von Capri-Sun zu Strohhalmpetition: "schlecht gemacht"

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Das Unternehmen kämpft seit 2024 für eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm. Eine Petition dafür ist gescheitert. Was der Präsident des Verwaltungsrates dazu sagt.

Eppelheim.

Nach der gescheiterten Petition von Capri-Sun für eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm hat der langjährige Unternehmenschef Kritik geübt - das Ziel der Aktion aber verteidigt. "Die Petition war schlecht gemacht und falsch – das nur nebenbei", sagte Hans-Peter Wild, Präsident des Verwaltungsrates der Capri Sun Group Holding AG, der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Aber in der Sache macht die Forderung von Papier-Trinkhalmen absolut keinen Sinn." 

Das Unternehmen mit Sitz in Baden-Württemberg bemüht sich seit 2024 um eine Rückkehr zum Plastikstrohhalm mit einer entsprechenden Genehmigung der Europäischen Union (EU). Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Pläne. Wegen eines Verbots der EU von Einwegplastikprodukten verwendet Capri-Sun seit 2021 Papierstrohhalme an seinem klassischen Trinkbeutel.

Verbraucher kritisieren laut Unternehmen Papierstrohhalm

Seither gibt es dem Unternehmen zufolge Kritik von Verbrauchern: Der Papierstrohhalm lasse sich schlechter einstecken, werde weich und führe zu einem Papiergeschmack beim Trinken. Capri-Sun habe den Papierstrohhalm deswegen bereits mehrfach überarbeitet.

"Der Capri-Sun-Trinkpack ist 100-prozentig recycelbar", sagte Wild in dem Interview anlässlich seines 85. Geburtstages. "90 Prozent der Papierhalme bleiben in der Tüte drin, wenn sie leer getrunken ist." Besser wäre es daher, wenn der recycelbare Strohhalm in der Capri-Sun bleibe und der Trinkbeutel so komplett recycelt werden könne.

Umweltschützer kritisieren Bemühungen des Unternehmens

Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den Strohhalm aus dem gleichen Material herstellen wie den Trinkbeutel: dem Kunststoff Polypropylen. Capri-Sun wollte dazu mit einer Online-Petition eine Million Unterschriften sammeln, kam aber nur auf weniger als 170.000. 

Umwelt- und Verbraucherschützer kritisieren die Bemühungen des Unternehmens. So sagte Viola Wohlgemuth von der Deutschen Umwelthilfe vor kurzem: "Der anhaltende Kampf von Capri Sun für Einweg-Plastikstrohhalme ist aus Umweltsicht nicht nachvollziehbar und ein Armutszeugnis." Die kleinen Trinkbeutel seien vor allem für den Konsum unterwegs konzipiert und landeten entsprechend oft in der Umwelt. (dpa)

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