Robert Brückmann ist Leiter des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) in Halle/Saale. (Archivbild)
Robert Brückmann ist Leiter des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) in Halle/Saale. (Archivbild) Bild: Hendrik Schmidt/dpa
Wirtschaft
Experten: Großstädte halten Frist für Wärmeplanung ein

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Spätestens 2028 sind alle deutschen Kommunen verpflichtet, einen Wärmeplan vorzulegen. Nicht selten kommt es vor, dass gesetzliche Fristen gerissen werden. In diesem Fall scheint es anders zu kommen.

Halle.

Die Kommunen in Deutschland sind in Sachen Wärmeplanung auf einem guten Weg. "Die großen Kommunen in Deutschland werden es bis Mitte 2026 wirklich schaffen, ihre Wärmepläne abzuschließen. Das ist eine riesige Neuigkeit", sagte der Leiter des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) in Halle, Robert Brückmann. Die insgesamt 80 Städte mit über 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern machen jedoch nur einen kleinen Teil aller Kommunen aus, die in den kommenden Jahren gesetzlich eine Wärmeplanung vorweisen müssen. 

Der kommunale Wärmeplan wurde Anfang 2024 gesetzlich zur Pflicht. Mittelgroße und kleine Städte und Gemeinden haben bis Ende Juni 2028 Zeit, einen solchen Plan vorzulegen. Bei den mittelgroßen Kommunen sieht es laut Brückmann schon gut aus. Einige der mittelgroßen Kommunen seien "richtig weit", sagte er. "Auch das ist eine gute Aussicht und ein wichtiger Punkt. Bis jetzt sind es schon etwa 80 Prozent der mittelgroßen Kommunen, die entweder aktiv am Wärmeplan arbeiten oder bereits fertig sind." 

Die meisten der insgesamt rund 10.700 Gemeinden seien jedoch kleine Kommunen mit unter 10.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, so Brückmann. "Hier ist bereits über die Hälfte schon im Prozess oder sogar fertig." Nach 2045 soll Wärme nicht mehr mit Erdgas und Öl produziert werden können. Einige Kommunen in Baden-Württemberg galten zu Beginn als Vorreiter in Sachen Wärmeplanung. 

Energiekrisen als Treiber

Die Kommunen zeigten mit ihrer Arbeit, dass sie in der Lage sind, neue Aufgaben zu meistern, betonte Brückmann. "Es wird ganz sicher Kommunen geben, die ihre Erfahrungen aus der Wärmeplanung als Rückenwind für andere Prozesse nutzen." Das KWW ist Teil der Deutschen Energie-Agentur.

Eine treibende Kraft dafür, dass die Kommunen so gut an den Wärmeplänen arbeiten, sei die Aussicht auf Wertschöpfung. "Außerdem haben die Kommunen jetzt innerhalb von fünf Jahren zwei Energiekrisen erlebt und gemerkt, dass wir nicht nur fernes Klima schützen müssen, sondern hier und heute etwas tun müssen. Sie sehen, zu was es führen kann, wenn sie nichts tun." 

Nicht bei allen läuft es problemlos

Wenn alle Kommunen ihre Planung abgeschlossen haben, rechnen Brückmann und sein Team deutschlandweit mit rund 7.000 Wärmeplänen, da sich immer wieder Kommunen zusammenschließen und gemeinsam planen. Im kommenden Jahr will das Kompetenzzentrum die Daten aus den Wärmeplänen dann sammeln und bündeln, um eine Grundlage zu schaffen, auf der neue Entscheidungen - etwa auf den Übertragungsnetzebenen für Strom - getroffen werden können. 

Insgesamt gebe es nur eine "sehr kleine Anzahl von Kommunen", die noch nicht mit dem Wärmeplan angefangen hat, sagte Brückmann. Woran das liegt, sei individuell. Ein Faktor sei, ob und wie lange es schon ein Landesgesetz zur Umsetzung des Bundeswärmeplanungsgesetzes gibt. Einzelne Kommunen seien hingegen derzeit noch personell überfordert, müssten deshalb erst einmal andere Prioritäten setzen. "Aber sie haben ja auch noch zwei Jahre Zeit." (dpa)

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