Abstimmung zum besten Start-up aus Sachsen: Diese Firmen stehen im Finale

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Beim Wettbewerb zu "Sachsens Unternehmer des Jahres" stehen die fünf Finalisten für den Preis "Bestes Start-up" fest. Jetzt kann im Internet abgestimmt werden. Auf den Gewinner wartet ein Media-Budget im Wert von 60.000 Euro.

Leipzig/Chemnitz/Dresden.

Erneut entscheidet die Online-Abstimmung über Sachsens besten Gründer. Anders als in den Jahren vor Corona: Da stellten sich die ausgewählten Finalisten dem Publikum der Preisgala beim Wettbewerb "Sachsens Unternehmer des Jahres" mit ihrer Geschäftsidee vor und die Galagäste stimmten dann über den Favoriten ab. Doch wie schon 2020 wird es auch dieses Jahr keine Gala geben. Deshalb das Online-Voting, das vom 29. Juni bis 4. Juli stattfindet und bei dem jeder mit abstimmen kann. Mehr zum Voting zum Sonderpreis "Sachsen gründet - Start-up 2021" ist unter www.unternehmerpreis.de zu finden.

Der Sieger erhält ein Media-Budget im Wert von 60.000 Euro, das dem jungen Unternehmen beim Start zu mehr Öffentlichkeit verhelfen soll. Die Jury von "Sachsens Unternehmer des Jahres" hat fünf junge Firmen für das Finale ausgewählt. Die Unternehmer haben 45 Sekunden Zeit, um das Publikum im Internet per Videobotschaft zu überzeugen. Das sind die Finalisten:

RWC Factory aus Chemnitz bekämpft den Fahrradklau: In Sachsen werden jährlich mehr als 20.000 Fahrräder entwendet. Die wenigsten tauchen wieder auf. Steve Winter, angehender Wirtschaftsingenieur an der Hochschule Mittweida, kennt das Gefühl, wenn das Fahrrad plötzlich weg ist. Dem 28-Jährigen ist sein teures Bike gestohlen worden. Der Diebstahl brachte ihn und seinen Studienkollegen Patrick Rabe (27) auf ihre Geschäftsidee. Sie entschlossen sich, einen sicheren Unterstand für Fahrräder zu entwickeln. Mit Hochdruck arbeiten die beiden derzeit daran, ihre abschließbare Abstellanlage für Fahrräder aus umgebauten Containern mit dem Namen "Velobrix" in die Serienfertigung zu bringen. Für den Start ihres Projekts nutzten sie ein Gründerstipendium. Die beiden jungen Sachsen gründeten in Chemnitz die Start-up-Firma RWC Factory GmbH und bezogen ein Büro im Chemnitzer Technologiezentrum TCC. Um ihr System zu testen, wurde mit dem Verkehrsverbund Oberelbe ein Pilotprojekt vereinbart. Mehrere Monate stand der erste "Velobrix" für 16 Fahrräder auf dem Bahnhofsvorplatz von Coswig (Landkreis Meißen). Erste Aufträge konnten die Gründer bereits an Land ziehen.

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Der Apotheker aus Werdau, der auf die Natur setzt: Das Interesse an Medizin und Pharmazie ist ihm in die Wiege gelegt worden. Bereits mit vier Jahren stand Alexander Helm (34) in der Apotheke seiner Mutter und half Schachteln und Fläschchen zu sortieren. Die Werdauer Apothekerin Ute Helm (62) beschäftigte sich bereits zu DDR-Zeiten in den 1980er-Jahren mit den Wirkstoffen von Heilpflanzen und deren Wirkung auf das menschliche Wohlbefinden. Das wurde die Grundlage für das 2016 gegründete Unternehmen Casida GmbH & Co. KG in Werdau. Die ersten Produkte nach eigenen Rezepturen, wie das Nagelöl Repair & Protect bei Nagelpilz, wurden zunächst nur für die Kundschaft der Apotheke hergestellt. Doch Pharmazeut Helm wollte die Rezepturen auch einem breiteren Publikum anbieten. Damit war die Idee der Marke "Casida" geboren. Mittlerweile umfasst das Portfolio 70 Produkte zu zahlreichen spezifischen Anwendungsbereichen. Mit zehn Mitarbeitern erwirtschaftete das junge Unternehmen 2020 einen Umsatz von rund 3,4 Millionen Euro.

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Leichte Holztransportwagen aus Chemnitz: Viele Industrieunternehmen versuchen heute, nachhaltiger und weniger klimaschädlich zu arbeiten. Das rückt auch den Werkstoff Holz wieder ins Bewusstsein. So dienen beispielsweise für den innerbetrieblichen Transport von Autoteilen häufig noch schwere Transportwagen aus Metall. Doch das könnte sich bald ändern. Das Chemnitzer Start-up "LiGenium" mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Christoph Alt (39) an der Spitze hat Transportmittel aus Holz entwickelt, die deutlich leichter und auch flexibler einsetzbar sind. Die von dem Unternehmen mit mittlerweile zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelten Trägerkonstruktionen aus Holzwerkstoffen sind zum Teil mehr als 50 Prozent leichter. Der Firmenname "LiGenium" leitet sich aus den lateinischen Wörtern Lignum (Holz) und Ingenium (Begabung, geistreiche Erfindung) ab. Das Unternehmen wurde aus der TU Chemnitz heraus gegründet. Inzwischen gehören mehrere große Automobilhersteller zu den Kunden des jungen Unternehmens, das sich zum Ziel gesetzt hat, auch für andere Branchen Lösungen aus Holz anzubieten.

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Mit Leipziger App gegen Knieschmerzen: Sie kommen beide aus dem Leistungssport, und beide haben sie mit Knieproblemen zu tun. Der eine behandelt täglich Patienten mit diesen und anderen Leiden. Dem anderen ist schon zweimal selbst das Kreuzband gerissen. Dieses verbindende Element hat die Ringer-Freunde Alexander Georgi und Benedict Rehbein auf die Idee gebracht, eine Therapie-App zu entwickeln, die den Heilungsprozess zu Hause unterstützen soll. Das Problem sei, schildert der Chirurg Georgi, dass die OP zumeist gut verläuft. "Aber bei der ambulanten Reha hat es in den letzten Jahren so gut wie keine technischen Fortschritte gegeben." Was nicht an den Physiotherapeuten liegt, so der Doktor der Medizin, sondern am Heimtraining der Patienten: "Wie oft, wie gut und mit welchem Erfolg Patienten zu Hause trainieren, ist für die Behandler meist nur eine Blackbox." Abhilfe soll der "Physiotherapeut für die Hosentasche" bringen, wie Kommunikationswissenschaftler Rehbein die App eCovery nennt. Sie bietet medizinisch fundierte Trainingsvideos in einem festen Rahmen, der von Ärzten und Therapeuten mitentwickelt wurde. Ohne das Uniklinikum Leipzig, das bei der "Geburt" mitgeholfen hat und wo derzeit eine vielversprechende Studie läuft, wie Georgi sagt, wäre es nicht gegangen. Und auch nicht ohne den Juristen Marcus Rehwald. Der Thüringer ist neben dem Schwaben Rehbein und dem Vogtländer Georgi der dritte Mitgründer der eCovery GmbH.

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Medizinisches Cannabis aus Naunhof bei Dresden: Sein Ziel ist es, Patienten den Zugang zu medizinischem Cannabis mit Made-in-Germany-Qualität zu garantieren. Aus diesem Grund verließ Adrian Fischer seinen Weg als forschender Arzt und gründete zusammen mit dem Anwalt Constantin von der Groeben und dem Ökonomen Cornelius Maurer, allesamt promoviert, 2017 das Start-up Demecan. Der Firmenname steht für Deutsches medizinisches Cannabis. Den Zuschlag zum Anbau und Vertrieb in Deutschland haben die drei Gründer 2019 durch das Bundesinstitut für Arzneimittel erhalten. Zugleich erwarben sie einen ehemaligen Schlachthof in Naunhof bei Radeberg. Hier entsteht nach Angaben der drei Berliner die größte Indoor-Produktion für medizinisches Cannabis in Europa. Auf 30.000 Quadratmetern kann die heilende Pflanze angebaut werden. Damit ebnen die Gründer den Weg für Cannabis aus heimischer Produktion, das als Arzneimittel gegen Krankheiten wie Epilepsie oder chronische Schmerzen eingesetzt wird. Der Anbau und die Weiterverarbeitung sollen nach pharmazeutischen Standards in der Betriebsstätte in Ebersbach bei Dresden erfolgen. Apotheken können direkt bei Demecan bestellen.

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Der Wirtschaftspreis "Sachsens Unternehmer des Jahres" und der Gründerpreis "Sachsen gründet - Start-up 2021" sind eine Initiative von "Sächsischer Zeitung", "Freier Presse", "Leipziger Volkszeitung" und dem MDR sowie von VW Sachsen, der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft KPMG, der LBBW und der Gesundheitskasse AOK. www.unternehmerpreis.de

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