Test auf Darmkrebs hat unklaren Nutzen

Wissenschaftler haben einen Stuhltest geprüft, der selbst zu bezahlen ist

Darmkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Zusätzlich oder alternativ zum Früherkennungsprogramm der Krankenkassen bieten Ärzte weitere Früherkennungsmaßnahmen an. Eine davon ist der M2-PK-Test. Dabei geht es um den Nachweis eines speziellen Enzyms, das von Tumorzellen vermehrt gebildet und abgegeben wird. Der Test ist eine Leistung, die Patienten selbst zahlen müssen - in der Regel kostet er zwischen 30 und 45 Euro. Solche individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) werden regelmäßig vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes der gesetzlichen Kassen (MDS) geprüft.

Den M2-PK-Test haben Wissenschaftler des IGeL-Monitors jetzt mit "unklar" bewertet. Ihre Begründung: Aussagekräftige Studien zu Nutzen und Schaden dieser Untersuchung fehlen. "Es ist nicht klar, ob der M2-PK-Test ein sinnvoller Ersatz oder eine sinnvolle Ergänzung für den Test auf verborgenes Blut im Stuhl - den Hämoccult-Test - sein kann", heißt es vom MDS. Bereits 2013 kam es bei einer ersten Beurteilung des Tests zum Resultat "unklar".

Vor allem Vertreter der Generation Ü 60 erkranken an Darmkrebs. Laut MDS trifft es pro Jahr rund 30.000 Frauen und 35.000 Männer. Ein besonders hohes Risiko haben Menschen, die rauchen, übermäßig trinken, sich wenig bewegen und sich ungesund, das heißt mit viel rotem Fleisch, ernähren. Weitere Risikofaktoren sind Darmkrebsfälle in der Familie, bestimmte Erbkrankheiten oder chronisch entzündliche Darmkrankheiten, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Darmkrebs entsteht in den allermeisten Fällen aus Vorstufen, den sogenannten Adenomen. Diese Geschwülste lassen sich bei der Darmspiegelung meist gut erkennen und entfernen.

Zur Früherkennung und Vorsorge können Versicherte ab 50 Jahren einen Stuhltest oder alternativ ab 55 zweimal im Abstand von zehn Jahren eine Darmspiegelung machen lassen. Neben diesen Maßnahmen der gesetzlichen Versicherung bieten Ärzte verschiedene individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) an. Dazu zählen zum Beispiel Darmspiegelungen vor dem 55. Lebensjahr, häufigere Spiegelungen, CO2 zum Aufblasen des Darms bei der Spiegelung oder der besagte M2-PK-Test. (rnw)www.igel-monitor.de

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