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Reisetipp Hochfilzen: Unter Kühen und Biathleten

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In Hochfilzen gibt es nicht nur idyllisches Bauernleben. Hier schlagen auch die Herzen von Biathlon-Fans höher.

Statt Fernsehen oder Internet sind Naturschauspiele das tägliche Unterhaltungsprogramm von Gerhart. „Dort vorn geht morgens die Sonne auf, und an dieser Bergwiese sind abends die letzten Strahlen zu sehen“, schwärmt der Senner und zeigt auf einen Berg auf der anderen Seite des Tales. Von Frühjahr bis Herbst lebt der 57-Jährige allein auf der Alm der Bauernfamilie Eder, kümmert sich um die Milchkühe, reinigt die Ställe, legt neue Koppeln an und schneidet Gestrüpp, das die Kühe nicht fressen, damit die Wiesen hier oben über der Gemeinde Hochfilzen nicht zuwachsen.

Die Höhepunkte des Tages: eine Tasse heißer Kaffee und jeden Abend ein großer Tiegel mit Eiern und Kartoffeln. Kein Fleisch, Gerhart ist Vegetarier, zu sehr liebt er die Tiere, mit denen er den Sommer auf der Alm verbringt. „Meine Frau war heuer noch nicht hier“, sagt der Gerhart und lacht. Mit „heuer“ meinen die Tiroler übrigens nicht heute, sondern dieses Jahr.

Sein Kontakt zur Außenwelt in den Sommermonaten ist Hannes Eder, der zweimal am Tag mit dem Pick-up den kleinen Bergweg von Hochfilzen im Tal auf die Alm in 1200 Metern hochfährt, um die Milch der 24 Kühe zu holen. Jeden Morgen sechs Uhr in der Früh und noch einmal am Abend melkt er die Tiere, bei Wind und Wetter. „Das macht mir nichts aus. So ist das Leben mit der Natur. Dafür bin ich immer schon dort, wo andere Urlaub machen“, sagt der 31-jährige Landwirt, der den Hof seines Vaters übernommen hat.

Die besten Biathleten der Welt zu Besuch

Der Vater, Hans Eder, ist mittlerweile Hotelchef und Touristenführer. Vor zehn Jahren baute er mit dem „Fairhotel“ das erste Passiv-Energie-Hotel aus Holz in Österreich. „Wahrscheinlich hatte ich damals eine Midlife-Crisis“, sagt der heute 57-Jährige. Im Winter kommen Abfahrtskifahrer für die umliegenden Skigebiete mit rund 171 Pistenkilometern und 61 Liften sowie Langläufer, die direkt vor der Veranda des Hotels in die Dorfloipe steigen können.

Und es kommen die besten Biathleten der Welt: So ziehen in ein paar Wochen die Nationalmannschaften aus dem Baltikum in das „Fairhotel“ ein. Denn in der 1300-Seelen-Gemeinde Hochfilzen findet jedes Jahr im Dezember vor einer traumhaften Winterkulisse der Biathlon-Weltcup statt. In diesem Jahr starten die Sprints am

13. Dezember, die Verfolgungsrennen am 14. Dezember und die Staffel tags darauf.

Mehr als 26.000 Fans jubelten im vergangenen Jahr den Athleten mit den Füßen auf Skiern und mit den Gewehren auf dem Rücken im Biathlon-Stadion zu. Wer dort nicht ins Ziel trifft, muss in die Strafrunde.

Am 9. März 2025 ist dann Volksbiathlon angesagt, bei dem jeder mitmachen kann. Beim letzten Mal haben sich 400 Hobbysportler in die vier Kilometer lange Wettkampfloipe begeben. Auch dabei kommt es nicht nur auf Kraft und Ausdauer, sondern auch auf die richtige Schusstechnik an.

Dafür trainieren kann man mittlerweile auch ohne Schnee. Die Nordic Academy, die sich im Gebäude des „Fairhotel“ befindet, bietet auch einen Sommerbiathlon an, wobei die Teilnehmer neben dem Fahren auf Roller-Ski das Schießen lernen können. Dabei spielt die Atmung eine Rolle: „Gewehr anlegen, Ziel fixieren, einatmen, ausatmen, Schuss“, sagt Biathlontrainer Gerhard Blaas. Die Patrone fatscht gegen ein Blech, die Zielscheibe klappt rum, Treffer. Mit einem Ruhepuls von 60 kein Problem. „Mit etwas Übung schafft jeder die fünf Scheiben. Aber nicht im Wettkampf“, verspricht Blaas und lässt die Teilnehmer Runden um die Wette rennen. Mit schnellem Herzschlag und hoher Atemfrequenz hat kaum einer eine Chance am Schießstand.

ufgebaut hat die Nordic Academy der Sportwissenschaftler Mark Förmer, der viele Jahre im Präventivsport geforscht hat. Er nimmt seine Gäste auch mit auf E-Bike- oder Nordic-Walking-Touren in die Berge. Durch den richtigen Einsatz der Stöcke wird selbst eine kurze Wandertour schnell zu einem richtigen Work-out für den Oberkörper.

Auf felsigen Pfaden bis über 2400 Meter

Gemütliche Wandertouren führen vom Pillerseetal auf der westlichen Seite Richtung Kitzbühel auf grüne Bergspitzen, auf der anderen Seite geht es mit dem Passauer Kopf, dem Hundshörndl und dem Großen Zinthorn auf felsigen Pfaden bis über 2400 Meter nach oben.

Eine Einsteigertour führt von Hochfilzen vorbei an der Hoametzl-Hütte auf die Buchensteinwand (1462 Meter) zum größten Holzkreuz Europas. Das begehbare Jakobskreuz mit seiner Aussicht in alle Himmelsrichtungen ist ein beliebtes Ausflugsziel über dem Pillerseetal.

Hochfilzen

  • Anreise: Mit dem Auto von Chemnitz nach Hochfilzen staufrei ca. sechs Stunden, am besten mit der Bahn anreisen.
  • Wandern:Über 400 Kilometer Wanderrouten im Gebiet in drei Schwierigkeitsstufen.
  • Biken: Im Pillerseetal gibt es viele Strecken für Mountainbike und E-Bike. Saalfelden Leogang gehört zu Österreichs größter Bike-Region mit über 90 Kilometer Abfahrten und neun Bergbahnen auf sieben Bergen.
  • Sommerbiathlon: Hochfilzen ist ein Biathlon-Ort. Auch im Sommer hat die Nordic Academy Trainingsangebote. 1,5 Stunden kosten 33 Euro pro Person. Im Winter inklusive Skifahren 45 Euro.
  • Übernachten: DZ/F im „Fairhotel“ Hochfilzen ab 69 Euro pro Person.
  • Die Reise wurde unterstützt von Fairhotel.
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