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WM zu Hause: So vermeiden Sie Verzögerungen und Bildprobleme

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Nebenan Jubel, bevor man das Tor überhaupt gesehen hat: ein Spoiler-Klassiker, den Sie zur WM verhindern können - ebenso wie ein mickriges oder mieses Bild. Außerdem: Wie man Spiele aufzeichnet.

Hannover/Berlin.

Wenn man bei der Fußball-WM schon nicht in den Stadien in den USA, Kanada oder Mexiko dabei sein kann, sind Public Viewings hierzulande für viele Fußballfans Pflichttermine.

Aber eben nicht für alle, zumal viele Partien bei dem Turnier (11. Juni bis 19. Juli) erst spätabends oder nachts deutscher Zeit angepfiffen werden. Doch es kann ja auch daheim beim "Private Viewing" mit Beamer, Riesenfernseher und Co spannend und nett werden - zusammen mit Familie, Freunden, Kollegen oder Bekannten. Dabei helfen diese 5 Tipps:

1. Empfang und Signal

Weil die TV-Signale mit teils erheblicher Zeitverzögerung (Latenz) übertragen werden, kann es sein, dass man noch eine halbe Minute auf das Tor warten muss, wenn die Nachbarn schon jubeln - es sei denn, man setzt auf den schnellsten Empfangsweg.

Und das ist aktuellen Messungen des IT-Fachmagazins "c't" zufolge für gewöhnlich Satellit. Noch schneller - und zwar eine gute Sekunde - ist demnach nur das Vodafone-Kabelnetz, allerdings nur bei ARD und ZDF und nur bis zum Ende der WM. Dann wird der sogenannte Latenz-Booster in dem Kabelnetz wieder abgeschaltet.

Antennenfernsehen (DVB-T2 HD) liegt laut den Messungen zwei Sekunden hinter dem Sat-Signal. Am langsamsten reist das TV-Bild meist übers Internet (IPTV). Hier variieren die Verzögerungen je nach Equipment und Streaming-Dienstleister stark. MagentaTV hängt demnach immer gute 20 Sekunden oder mehr hinter dem Satelliten zurück. Bei den Mediatheken von ARD und ZDF sind es "nur" zwei bis neun Sekunden zeitlicher Abstand.

MagentaTV überträgt alle 104 Partien des Turniers, während ARD und ZDF 60 Begegnungen zeigen, darunter alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft.

2. Beamer und Leinwand

Weil es während der WM erst spät dämmert und dunkel wird, sollte man die Leinwand bei einem Anstoß vor 21.30 Uhr gezielt im Schatten positionieren, damit der Beamer draußen in jedem Fall gut erkennbare Darstellungen projiziert - etwa in einem Carport oder in einer Laube, schlägt die "c't" vor.

Wichtig dabei: Sonnenlicht darf nicht direkt auf die Leinwand fallen. Außerdem sollte diese seitlich und von oben abgedunkelt werden. Wer im Garten etwa einen hellen Pavillon aufstellt, sollte diesen mit dunklen Decken oder Stoffbahnen abhängen und die Leinwand wegen der Abendsonne nicht nach Westen ausrichten.

Als Leinwand taugt den Experten zufolge im Prinzip schon ein fest gespanntes Tuch, das nicht zu dünn sein sollte - zumindest dann nicht, wenn dahinter keine kontraststarke Fläche liegt. Vorkonfektionierte Tücher mit Ösen sind ab rund 20 Euro im Onlinehandel erhältlich. Die Bildqualität lässt sich mit Leinwand-Rahmengestellen oder auch opaken (undurchsichtigen) Leinwänden erhöhen. Diese kosten aber ein Mehrfaches und müssen - anders als gespannte Tücher - extra vor Wind gesichert werden.

3. TV und Outdoor

Derzeit tobt im TV-Markt ein massiver Preiskampf. 75-Zoll-Fernseher etwa gebe es derzeit bereits ab 550 Euro, 85-Zöller ab 800 Euro, und das bestens ausgestattet, berichtet die "c't". Also ein guter Zeitpunkt für alle, die gerade ohnehin neu kaufen wollten und einem großen Fernseher gegenüber einem Beamer den Vorzug geben. Große TV-Displays böten auch in hellerer Umgebung eine kontrastreiche Darstellung, weil dunkle Stellen im Bild nahezu schwarz geschaltet werden - während ein Projektor die Leinwand nicht dunkler machen könne.

Nur der WM wegen einen Riesenfernseher zu kaufen, kann sich aber rächen. Man sollte schon gut überlegen, wofür und ob man das Gerät auch nach dem Endspiel am 19. Juli noch braucht und wo es stehen soll. Denn ausgeschaltet sei ein 75-, 85- oder gar 98-Zöller "ein großes schwarzes Loch".

Wer einen Fernseher zum "Private Viewing" nach draußen stellt, sollte ihn zumindest vor Feuchtigkeit schützen, raten die Experten. Zu diesem Zweck kann man etwa Plastikhauben kaufen, die ab 40 Euro für einen 55-Zöller zu haben sind und zumindest das Risiko eines Wasserschadens durch überraschende Regenschauer minimiert.

4. Sound und Boxen

Wer Beamer kennt, kennt den oft nur plärrenden Ton, den der eingebaute Lautsprecher erzeugt. Und selbst wenn der Klang ok ist, wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Lautstärke nicht reichen, wenn einige Fußballfans reden oder schreien - und schon gar nicht draußen. Auch wenn Fernseher besser mit Lautsprechern ausgestattet sind, gilt hier Ähnliches.

Um den Sound zu verbessern, vor allem aber, um draußen eine angemessene Lautstärke zu erreichen, sollte man also im Zweifel externe Lautsprecher an den Beamer oder Fernseher anschließen. Von größeren Bluetooth-Boxen über Aktiv- oder WLAN-Lautsprecher bis hin zur Soundbar kann das alles Mögliche sein.

Aber aufgepasst beim Stichwort Lärm: Zwar hat das Bundeskabinett eine Verordnung erlassen, die die Übertragung von WM-Spielen auch zu später Stunde im Freien ermöglicht, wenn die Kommunen dies genehmigen. Die Regelung bezieht sich aber nur auf Public Viewing, so die "c't". Beim "Private Viewing" daheim im Garten oder auf Balkonien kann man also nicht so laut abfeiern, als gäbe es kein Morgen - und keine Nachbarschaft.

5. Zuschauen und aufnehmen

Live dabei ist immer am schönsten - aber nicht immer möglich. Fußballfans, die Spiele verpassen, oder sie aus anderen Gründen später komplett anschauen möchten, können oft auf ihren Fernseher zählen. Fast alle besser ausgestatteten Geräte bieten inzwischen eine Aufnahmefunktion per USB-Anschluss (USB-Recording), mit der das Programm der eingebauten digitalen TV-Empfänger mitgeschnitten werden kann, also das digitale Kabel- (DVB-C), Satelliten- (DVB-S) oder Antennenfernsehen (DVB-T2 HD), erklärt die Stiftung Warentest.

Um die Funktion nutzen zu können, wird in der Regel ein externes Speichermedium gebraucht - meist eine USB-Festplatte (am besten SSD), teils funktionieren aber auch größere USB-Speichersticks. Festplatte oder Stick werden dann einfach an den USB-Port des Fernsehers angesteckt. Zur Orientierung: Eine 90-minütige Aufnahme in HD-Auflösung benötigt je nach Sender und Übertragungsweg etwa sechs bis acht Gigabyte (GB) Speicherplatz.

Programmieren lassen sich die Aufnahmen am einfachsten über den elektronischen Programmführer, also den Electronic Program Guide (EPG) des Fernsehers: Einfach das Spiel in der Liste auswählen, bei Bedarf noch die Start- und Endzeit anpassen. Bei einigen Geräten lassen sich die Aufnahmezeiten nicht direkt bei der EPG-Programmierung ändern, sondern anschließend nur noch beim entsprechenden Eintrag in der Timer-Liste. Im Zweifel einfach in die Bedienungsanleitung des Gerätes schauen.

Achtung: Bei den meisten TVs können Aufnahmen nur auf exakt demselben Gerät angeschaut werden, mit dem sie auch aufgenommen wurden, so die Warentester. Und bei verschlüsselten Programmen kann der Sender dem Fernseher mitteilen, dass er eine bestimmte Sendung vielleicht nicht aufnehmen darf. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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