Auch Lamine Yamal rettete Spanien nicht.
Auch Lamine Yamal rettete Spanien nicht. Bild: Ju Huanzong/XinHua/dpa
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Gelassen nach dem "Desaster": Spanien dennoch unter Druck

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Spaniens Stars hadern mit dem eigenen Abschluss – und Trainer de la Fuente bleibt cool. Was steckt hinter der überraschenden Torflaute gegen Kap Verde?

Atlanta.

Die spanischen Medien waren nach dem WM-Auftakt wenig zimperlich, die Europameister selbst geben sich betont gelassen. "Wenn der Ball nicht rein geht, geht er eben nicht rein", sagte Nationaltrainer Luis de la Fuente nach dem 0:0 gegen WM-Neuling Kap Verde. "Es gab Schüsse, es gab Chancen und wir drängten darauf, das Spiel zu entscheiden."

Das tat der WM-Favorit aber nicht. Abgesehen von einer Druckphase zum Ende der ersten Halbzeit, in der die Spanier einmal an der Latte und zweimal an Kap Verdes Torwart Vozinha scheiterten, blieben die ganz großen Möglichkeiten aus. Zu behäbig war das spanische Spiel, das eher von Querpässen als von mutigen vertikalen Angriffen geprägt war.

Nur kurz Gefahr durch Lamine Yamal

"Ein Desaster zum Auftakt", titelte die Sporttageszeitung "Marca". Das Konkurrenzblatt "AS" legte nach: "Spanien versagt bei seinem WM-Auftakt gegen Kap Verde. Nicht einmal der Einsatz von Lamine konnte den schlechten Eindruck in Atlanta wettmachen."

Erst Mitte der zweiten Halbzeit brachte de la Fuente Jungstar Lamine Yamal. Der lange am Oberschenkel verletzte Stürmer des FC Barcelona sorgte aber nur kurz für Unruhe in Kap Verdes Abwehr. Dennoch strahlte das spanische Spiel über die Flügel mit Yamal und dem ebenfalls eingewechselten Nico Williams deutlich mehr Gefahr aus.

Der lange verletzte Lamine Yamal (l) wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt.
Der lange verletzte Lamine Yamal (l) wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Bild: Mike Stewart/AP/dpa

Den Kurz-Einsatz des Duos begründete de la Fuente mit dem Blick auf die lange WM. "Wir wollen ihnen nach und nach mehr Spielzeit geben", erklärte der 64-Jährige. "Sie sollen Selbstvertrauen und Rhythmus bekommen und besser vorbereitet für die weiteren Spiele sein."

Hausaufgabe: Abschlussübungen

Im nächsten Spiel gegen Saudi-Arabien am Sonntag (18.00 Uhr/MagentaTV) ist ein Sieg Pflicht. "Wir müssen im Abschluss einfach besser werden", sagte Mittelfeld-Stratege Rodri. Von der eigenen Harmlosigkeit waren die Spanier selbst überrascht. Torhüter Unai Simon meinte: "Das ist sehr ungewöhnlich. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir zuletzt mal nicht das Tor getroffen haben. Das tun wir normalerweise."

Die Stimmung in der Kabine sei nach wie gut. "Natürlich hat dieses Ergebnis niemand erwartet", gab Simon zu. "Und wir werden das Offensichtliche nicht bestreiten, dass wir das Spiel gewinnen wollten. Aber es gibt eben auch einen Gegner. Diese Dinge passieren, gerade bei einer WM." (dpa)

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