FC Erzgebirge legt stark los und verliert dennoch gegen Köln

Erzgebirge Aue zeigt einen engagierten Auftritt gegen den favorisierte Kölner. Gegen das Spitzenteam der 2. Bundesliga sorgt eine unglückliche Aktion eines Veilchens für die knappe Niederlage.

Aue.

Das Spiel lange offenhalten und etwas Glück hatte sich Aues Trainer Daniel Meyer vor der Partie gegen den 1. FC Köln gewünscht, damit sein FC Erzgebirge den favorisierten Bundesligaabsteiger ärgern kann. Der erste Teil ging am Mittwochabend in Erfüllung, doch in der spielentscheidenden Situation hatten die Veilchen Pech: FCE-Verteidiger Fabian Kalig sorgte vor heimischer Kulisse im Nachholspiel des wegen Schneefalls verlegten Duells mit einem unglücklichen Eigentor für den 0:1 (0:1)-Sieg der Gäste.

FCE-Trainer Daniel Meyer veränderte seine Startformation im Vergleich zum 0:0 am Sonntag gegen den MSV Duisburg auf vier Positionen. Für den gesperrten Dominik Wydra, Clemens Fandrich, Robert Herrmann und Emmanuel Iyoha liefen Ole Käuper, Florian Krüger, Malcolm Cacutalua und Louis Samson. Letzterer gab nach seiner Rückkehr ins Erzgebirge im Januar sein Debüt in der ersten Elf.

Noch bevor die Partie angepfiffen wurde, gab es stehende Ovationen im Erzgebirgsstadion. Der im Winter zum Halleschen FC gewechselte Christian Tiffert wurde unter dem Applaus der Auer Zuschauer offiziell verabschiedet. Die ehemaligen Kollegen des Routiniers sorgten nach Anpfiff dafür, dass die Stimmung unter den 13.089 Zuschauern gut blieb. Die Veilchen spielten sofort frech nach vorn und kamen gleich zu guten Chancen.

Erst rannte Filip Kusic, vor der Saison vom FC nach Aue gewechselt, mit dem Ball am Fuß los und rannte und rannte - der Verteidiger legte ein 50-Meter-Solo hin und tauchte allein vor Kölns Schlussmann Timo Horn auf (2.), der den Schuss des Auers aber mit einer Fußabwehr parieren konnte. Zwei Minuten später zog Krüger von der Strafraumkante ab, der abgefälschte Schuss landete vor den Füßen von Jan Hochscheidt. Der offensive Mittelfeldspieler traf aber die Kugel nicht richtig, sodass Horn erneut die Führung der Gastgeber verhinderte. Auf der Gegenseite brannte es in der Anfangsphase nur einmal im erzgebirgischen Strafraum. Simon Terodde, Toptorschütze der 2. Bundesliga, prüfte nach einer Hereingabe von der linken Seite per Direktabnahme Aues Nummer eins, Martin Männel (6.). Der FCE-Kapitän wehrte zur Ecke.

Nach dem turbulenten Auftakt fand die Kölner Defensive nach einer knappen Viertelstunde zu etwas mehr Stabilität. Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang hielt zudem die Kugel länger in den eigenen Reihen. Da auch die Auer sicher verteidigten, war das Tempo der ersten Minuten passé.

So musste eine Standardsituation für das Führungstor der Rheinländer herhalten. Nach einem Eckball zwang Terodde Männel per Kopf zur Glanztat, vom Keeper sprang die Kugel in ein Knäuel aus Spielern - am Ende war Kalig der Unglücksrabe, von dessen Bein die Kugel ins Tor trudelte (35.). Auch der auf der Linie stehende Calogero Rizzuto machte eine unglückliche Figur.

Der Treffer zum 0:1 machte der neu formierten FCE-Hintermannschaft - Abwehrchef Steve Breitkreuz ist nach der Knieoperation im Januar noch nicht wieder fit und sein Vertreter Dominik Wydra war nach fünf Gelben Karten gesperrt - sichtlich zu schaffen. Dreimal bewahrte Männel den FC Erzgebirge vor der Pause vor einem höheren Rückstand.

Im zweiten Durchgang mühten sich die Auer, die Balance zwischen Vorwärtsdrang und dem Verhindern des zweiten Kölner Treffers zu finden. Während sie die zweite Aufgabe mit Bravour lösten, die Partiebis zum Schlusspfiff offenhielten, blieb die erstgenannte auf der Strecke. Nur Hochscheidt zwang FC-Torhüter Horn noch einmal zu einer ernsthaften Parade (63.). Damit durften die Auer einen engagierten Auftritt verbuchen, für den es jedoch keine zählbare Belohnung für den Kampf um den Klassenerhalt gab.

Nach der Niederlage gegen den neuen Spitzenreiter steht für die Auer bereits am Donnerstag die Fahrt nach Sandhausen an. Gegen das Team aus dem Tabellenkeller wollen die Veilchen ihren Vorsprung auf die Abstiegsränge vergrößern.

Statistik Aue: Männel - Cacutalua, Samson (V), Kusic - Rizzuto (V), Käuper, Riese, Kalig - Hochscheidt (63. Kvesic) - Krüger (16. Iyoha), Testroet (71. Nazarov). Köln: Horn - Jorge Meré, Geis, Czichos (V) - Höger - Risse (74. Clemens), Drexler (V), Hector, Kainz - Terodde (66. Modeste), Cordoba (90. Schaub). Schiedsrichter: Petersen (Stuttgart); Zu.: 13.089; Tor: 0:1 Kalig (35. Eigentor).

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