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Der FC Erzgebirge schlittert der Regionalliga entgegen. Gegen Hoffenheim II lag der abstiegsbedrohte Drittligist nach einer halben Stunde mit 0:4 hinten. Aue betrieb zumindest noch Ergebniskosmetik.
Die Ausgangslage war eindeutig: Neun Punkte Rückstand, die schwächste Rückrundenmannschaft der Liga – und mit Hoffenheim II wartete ausgerechnet das bislang zweitschlechteste Team der zweiten Saisonhälfte. Für den FC Erzgebirge Aue bot sich am Karsamstag womöglich die letzte realistische Chance auf ein Comeback im Abstiegskampf – und diese wurde auf desaströse Art und Weise verschenkt. Im Erzgebirgsstadion erlebten die Lila-Weißen ein 3:5 (1:4)-Heimdebakel. Die „Freie Presse“ liefert die Geschichten zum Spiel.
Hochscheidt statt Brendel: Das Aufwärmprogramm der Erzgebirger leitete an diesem Nachmittag Jan Hochscheidt. Der Ex-Veilchen-Profi ersetzte den rotgesperrten Athletiktrainer Nils Brendel. Dieser war beim letzten Drittligaspiel vor zwei Wochen in Mannheim des Stadioninnenraums verwiesen worden, nachdem er sich zu stark über das Phantomtor des Gegners beschwert hatte.
Desaströse Anfangsphase: Die Hoffnung war in der Länderspielpause ein wenig zurückgekehrt, zumindest die Gedankenspiele: Ein Sieg gegen Hoffenheim, dann könnte noch etwas gehen, so die Herangehensweise einiger Fans und Personen aus dem Vereinsumfeld. Die Bedeutung dieses Spiels jedenfalls war enorm. Die Leistung der Akteure auf dem Feld allerdings sprach eine andere Sprache: Nach 15 Minuten lagen die Erzgebirger durch Tore von Deniz Zeitler (4.), Luka Duric (8.) und Paul Hennrich (15.) mit 0:3 zurück, kurz darauf flog Jamilu Collins nach einer Notbremse vom Platz (18.). Der Verteidiger hatte mit diesem Foulspiel das womöglich vierte Tor verhindert, dieses aber ließ nicht lange auf sich warten: Duric schnürte den Doppelpack und erhöhte – 0:4 nach 29 Spielminuten.
Der Galgenhumor: Die Fans hatten die Nase gestrichen voll. Auf den dritten Gegentreffer folgte ein gellendes Pfeifkonzert, anschließend war es mucksmäuschenstill im Erzgebirgsstadion. Galgenhumor behielten die Erzgebirger aber dennoch: In der Westkurve warfen sich die Fans einen Ball hin und her und feierten dies lautstark. Für das Geschehen auf dem Rasen hatten die Zuschauer nur noch Häme übrig. Sie sprachen von Arbeitsverweigerung.
Bär marschiert und trifft: Nach einer halben Stunde wechselte Dabrowski zweifach und brachte Tristan Zobel und Jonah Fabisch für Ryan Malone und Erik Weinhauer. Hoffenheim schaltete nun einen Gang zurück und Aue kam dadurch zu einer Tormöglichkeit. Marcel Bär erzielte vor der Halbzeitpause seinen sechsten Saisontreffer (40.) und ließ kurz nach dem Seitenwechsel die Chance auf das 2:4 liegen. Auf der anderen Seite stellte Deniz Zeitler den alten Vier-Tore-Vorsprung wieder her (52.), ehe Bär erneut verkürzte (55.). Der Angreifer war wieder einmal einer der wenigen Veilchenprofis, der sein Herz auf dem Platz ließ und leidenschaftlich kämpfte. In der Anfangsphase hatte Marcel Bär seine Teamkollegen zusammengestaucht – das war in einem Mannschaftskreis unmittelbar nach dem dritten Gegentreffer zu sehen. Von solchen Charakteren gibt es in der Veilchenelf zu wenige – das bestätigte sich einmalmehr an diesem Karsamstag.
Eine Blamage: Unterm Strich war es eine Blamage, die sich der FC Erzgebirge einfing. Daran änderte auch die zweite Halbzeit nichts, in der sich die Auer bemühten, zumindest den Rückstand etwas zu verringern. Ricky Bornschein vollendete einen schönen Spielzug zum 3:5 (85.). Eine solche Leistung hätte es jedoch von der ersten Sekunde an gebraucht, um etwas Zählbares einzufahren. So war es lediglich der nächste ungenügende Auftritt und die zehnte Niederlage im zwölften Rückrundenspiel.
Statistik
Aue: Männel - Fallmann, Uhlmann (84. Majetschak), Malone (V/34. Zobel), Collins, Seiffert - Simnica - Weinhauer (34. Fabisch), Günther-Schmidt (67. Schmid), Ehlers (V) - Bär (84. Bornschein)
Hoffenheim: Petersson - Erlein (79. Abraha), Lührs, Lässig, Hör- Engelns, Micheler (79. Dagdeviren) - Hennrich, Duric (V/55. Poller), Zeitler (85. El-Jindaoui) - Eduardo (55. Labes)
SR.: Sager (xxx). Zuschauer: 7793. Tore: 0:1 Zeitler (5.), 0:2 Duric (8.), 0:3 Hennrich (15.), 0:4 Duric (29.), 1:4 Bär (40.), 1:5 Zeitler (52.), 2:5 Bär (55.), 3:5 Bornschein (85.). Rot: Collins (Notbremse/18.)





