Nach dem Beben unter der Woche hat der Fußball-Drittligist aus dem Erzgebirge im Ruhrpott einen kämpferischen Auftritt hingelegt. Die „Freie Presse“ liefert die Geschichten zum Spiel.
Drei Tage nach dem großen Personalknall hat sich der FC Erzgebirge Aue beim Tabellenzweiten MSV Duisburg einen Punkt im Abstiegskampf erkämpft. Die Mannschaft von Cheftrainer Jens Härtel trat geschlossen mit Leidenschaft und Herzblut auf, rettete letztlich ein 0:0 über die Zeit.
Stimmungsgeladenes Duisburg: Mit einem Zuschauerdurchschnitt von 22.300 Zuschauern gehört die Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena zu den Zuschauermagneten der 3. Liga. Stimmungstechnisch steht im aktuellen Drittliga-Ranking lediglich der FC Hansa Rostock über den Zebras. Den FC Erzgebirge erwartete damit am Samstag nicht nur ein Spitzenteam, sondern auch eine stimmungsgeladene Kulisse. Und als hätte der Zebra-Twist, die älteste Vereinshymne Deutschlands, die Heimfans nicht ohnehin schon genug angezündet, setzte der MSV Duisburg selbst noch vor Anpfiff einen drauf: Der Club gab die Vertragsverlängerung von Aufstiegstrainer Dietmar Hirsch bekannt und entfachte damit tosenden Applaus. Auswirkungen auf das Spielgeschehen hatte die knisternde Atmosphäre allerdings nicht.
Kaum Torgefahr: Der Rasen im Duisburger Stadion teils einem Acker – und offenbar hatten beide Mannschaften Probleme, auf dem Untergrund ihr gewohntes Spiel aufzuziehen. Beide Seiten agierten extrem fehlerbehaftet – entweder landeten Pässe im Seitenaus oder aber es versprang bereits die Ballannahme. So sahen die 18.508 Zuschauer letztlich zwar ein umkämpftes, aber keinesfalls attraktives Fußballspiel. Torchancen waren in Duisburg Mangelware – und wenn es gefährlich wurde, dann meist nur durch die Angriffe der Hausherren. Die Härtel-Elf war zwar phasenweise sogar besser im Spiel als der MSV, arbeitete leidenschaftlich gegen den Ball und hatte selbst einige vielversprechende Momente, richtig am Torerfolg schnupperten jedoch nur die Duisburger. Pascal Fallmann klärte Rasim Bulics Kopfball von der Linie (12.), Conor Noß (35.) setzte ein Kopfball knapp am rechten Pfosten vorbei und der Ex-Auer Florian Krüger scheiterte an Louis Lord (45.). Der Martin-Männel-Ersatz lenkte den Schlenzer unmittelbar vor dem Pausenpfiff noch an den Pfosten.
Die Mannschaft lebt: Der FC Erzgebirge steckt in schwierigen Zeiten. Abstiegskampf. Sportgeschäftsführer entlassen, Co-Trainer von seinen Aufgaben entbunden. Fünf Spiele ohne Sieg. Aber die Mannschaft lebt. Das zeigte der über 90 Minuten lang leidenschaftliche Auftritt, aber ganz besonders eine Aktion im ersten Durchgang – nämlich die des Noß-Kopfballs. Fallmann verlor den Duisburger aus den Augen und kassierte prompt einen Anschiss von Abwehrkollege Ryan Malone. Beide lieferten sich ein hitziges Wortgefecht – nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen im Abstiegskampf.
Statistik
Duisburg: Paris - Bitter, Fleckstein, Hahn, Coskun (V/60. Göckan) - Bulic (V) - Noß (81. Visser), Viet (76. Tugbenyo) - Dittgen (60. Meuer), Krüger (60. Töpken), Sussek
Aue: Lord - Fallmann, Malone, Zobel, Seiffert (87. Collins) - Uhlmann (87. Simnica), Majetschak - Clausen (68. Schmid), Tashchy (80. Günther-Schmidt), Stefaniak - Ehlers (V)
SR.: Wagner (Glött). Zuschauer: 18508.






