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Der Fußball-Drittligist hat den Negativtrend gestoppt und nach vier Niederlagen in Serie wieder einen Sieg eingefahren.
Der Negativtrend ist gebrochen. Nach vier Niederlagen in Serie können die Fußballer, Vereinsverantwortlichen und Fans des FC Erzgebirge Aue aufatmen. Bei der Bundesligareserve des VfB Stuttgart gewannen die Veilchen am späten Sonntagnachmittag mit 1:0 (1:0). Das Tor des Tages erzielte Angreifer Marcel Bär bei seinem Startelfcomeback, nachdem er die letzten beiden Spiele krankheitsbedingt verpasst beziehungsweise lediglich als Joker agiert hatte.
„Selbstmitleid hilft uns nicht weiter. Wir bekommen in dieser Liga weder etwas geschenkt noch fällt uns Erfolg in den Schoß. Das notwendige Quäntchen Glück, das uns zu Saisonbeginn wie beim Auswärtssieg in Aachen noch zur Seite stand, müssen wir uns erarbeiten und erzwingen. Alle Beteiligten sind am Sonntag in der Pflicht. Ungeachtet der jüngsten Resultate, des Gegners oder der Belastung am Ende einer englischen Woche. Das darf keine Rolle spielen“, hatte sich Sportgeschäftsführer Matthias Heidrich vor dem Duell in Großaspach in aller Deutlichkeit an die Mannschaft gewandt. Die Grundtugenden Arbeit, Zusammenhalt und Leidenschaft waren gefordert.
Bär erzielt die verdiente Halbzeitführung
Und genau diese zeigten die Veilchen, wenngleich sie nach wenigen Sekunden mächtig Glück hatten, nicht in Rückstand geraten zu sein. Linus Rosenlöcher leistete sich einen Fehlpass, dann schalteten die Stuttgart-Buben schnell um: Über Angreifer Thomas Kastanaras landete der Ball bei dem schnellen Rechtsaußen Benjamin Bediako Boakye, der mit einem Pass quer durch den Strafraum Jarzinho Malanga bediente: Pfosten! Es war ein Wachrüttler für die neuformierte Aue-Verteidigung. Erik Majetschak und Steffen Nkansah bildeten die Innenverteidigung für den verletzt fehlenden Anthony Barylla und den auf die Bank versetzten Tim Hoffmann.
Nur kurz darauf dann die erste Offensivaktion der Veilchen. Über die rechte Seite, auf der Marvin Stefaniak für den erkrankt fehlenden Mika Clausen agierte, kam der Ball zu Boris Tashchy. Den Abschluss des beim VfB ausgebildeten Offensivspielers konnte Stuttgart-Keeper Dennis Seimen allerdings parieren (3. Minute). Es war ein munterer Spielbeginn mit Offensivaktionen auf beiden Seiten.
Dann die Führung für die Elf von Cheftrainer Pavel Dotchev. Zielstrebig und schnörkellos spielten die Veilchen nach vorn, Stefaniak schlug eine Flanke von der linken Seite und am langen Pfosten wartete und verwandelte Marcel Bär per Direktabnahme. Ein wichtiger Treffer für den FCE in einer der schwierigsten Phasen der vergangenen zwei Jahre.
Danach beruhigte sich das Spiel. Beide Mannschaften standen kompakt und waren um Spielkontrolle bemüht, zu Torchancen aber kam es nur selten. Die beste Gelegenheit hatten die Hausherren, doch Majetschak vereitelte mit einer Grätsche den drohenden Ausgleich gegen Kastanaras (39.). Zur Pause blieb es beim 1:0 für die Auer.
Aue verteidigt kompakt – und verpasst den zweiten Treffer
Identisch zum Verlauf in der ersten Halbzeit gab es nach Wiederanpfiff sofort eine Riesenchance – diesmal aber für den FC Erzgebirge. Kilian Jakob schoss aus 16 Metern und zwang Seimen zu einer Parade. Der 18-Jährige aber konnte den Ball nur vor die Füße von Mirnes Pepic abtropfen lassen. Dieser aber ließ die Topchance aus und schoss aus drei Metern am Tor vorbei. Es wäre die beruhigende Zwei-Tore-Führung gewesen.
So mussten die Veilchen – so viel vorweggenommen – bis zum Schluss zittern. Kilian Jakob verfehlte mit einem Linksschuss knapp das Tor (50.), dann spielten die Veilchen sich bietende Umschaltsituationen zu schlecht aus. In der Defensive aber kämpften und verteidigten sie leidenschaftlich und kompakt. Anders als in den letzten Wochen hatten sie weniger vom Spiel, ohne Torchancen des Gegners zuzulassen. Die VfB-Buben rannten zwar immer wieder an, fanden aber keinen Weg durch die Auer Hintermannschaft, die sich in alles und jeden Ball warf.
So blieb es dabei, dass die Veilchen den ersten Sieg nach vier Niederlagen in Serie eintüteten und bewiesen, dass das Gespann aus Mannschaft und Trainer intakt ist. Die Führungsspieler Mirnes Pepic, Marvin Stefaniak, Boris Tashchy und Co. gingen voran – so wie es auch ein Ali Loune tat – und das zahlte sich aus. 350 mitgereiste Fans dankten es mit lautstarker Unterstützung. „Kämpft so weiter!“, adressierte der Vorsänger nach Abpfiff die Mannschaft.
Statistik
Stuttgart: Seimen - Amaniampong (V/46. Glück), Al-Dakhil (60. Reichelt) , Nothnagel - Boakye, Mack (60. Faghir), Olivier (60. Nartey), Meyer (73. Di Benedetto) - Sessa, Kastanaras, Malanga
Aue: Männel - Fallmann (V), Nkansah, Majetschak, Rosenlöcher - Loune, Pepic (V) - Stefaniak (86. Seitz), Tashchy, Jakob (77. Sijaric/V) - Bär (66. Bornschein)
SR.: Rupert (Husen-Kurl). Zu.: 1500. Tore: 0:1 Bär (16.)





