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Julian Guttau und Jannic Ehlers bejubeln den Ausgleichstreffer. Der resultierte nach Guttaus Ecke aus einem Eigentor.
Julian Guttau und Jannic Ehlers bejubeln den Ausgleichstreffer. Der resultierte nach Guttaus Ecke aus einem Eigentor. Bild: PICTURE POINT/Sven Sonntag
FC Erzgebirge Aue
Nach der Pause wacht der FC Erzgebirge auf

Zum siebten Mal kreuzte der FC Erzgebirge in der Dritten Liga mit dem SC Verl die Klingen. Lange sah es nach der siebten Niederlage für die Veilchen aus - doch dann drehte sich der Wind.

Verl.

Viel Einsatz, und auch ein bisschen Glück: Der FC Erzgebirge hat sich am Samstagnachmittag beim stark in die Saison gestarteten SC Verl ein 1:1 (0:1)-Unentschieden erkämpft. Und am Ende war sogar noch mehr drin.

Nach dem 4:3-Spektakel vor einer Woche gegen Jahn Regensburg verzichtete FCE-Trainer Jens Härtel im Duell auf große Umstellungen, schickte gegen die Ostwestfalen mit nur einer Ausnahme dieselbe Startelf auf den Rasen: Einzig Ricky Bornschein rückte ins Team, Eigengewächs Paul Seidel rotierte dafür auf die Ersatzbank. Da saß neben ihm auch Marcel Bär. Der Toptorjäger der Auer hatte nach langer Verletzungspause in der Vorwoche als Joker sein Comeback gegeben. Auch in Verl sollte der 33-Jährige später ins Geschehen eingreifen.

Verzichten musste Härtel auf Jonah Fabisch, der gegen Regensburg seine fünfte Gelbe Karte der Saison kassiert hatte.

Die Anfangsphase gehörte den Hausherren, die auch schnell eine erste Großchance hatten: Berkan Taz - vor dessen Qualitäten vor dem Match alle gewarnt hatten - zog ab, Männel parierte. Aber nur vor die Füße von Oualid Mhamdi, der den Nachschuss weit über den Kasten setzte. Schwach von Mhamdi - Dusel für die Veilchen (5.).

In diesem Takt ging es weiter. Unterbrochen nur von einer kurzen Auer Offensivphase mit drei Ecken am Stück. Gefährlich war keine davon. Das sah vor dem Kasten von Martin Männel anders aus: Alessio Besio (12., 20.) und Taz (14.), kamen in aussichtsreichen Positionen zum Abschluss. Entweder ging der Ball drüber oder der Auer Kapitän klärte. In der 27. Minute war er dann aber machtlos: Mhamdi passte von der rechten Seite in den Sechzehner, Besio hielt den Fuß an die Kugel - drin! Die FCE-Abwehr sah in dieser Phase nicht gut aus, war gedanklich oder auch körperlich oft einen Schritt langsamer als die Gastgeber, die so viele zweite Bälle eroberten und eben auch zu ihrem Treffer kamen. Dass es zur Pause nur 0:1 stand, war aus Sicht der Erzgebirger noch das Beste an diesem Spiel.

Selbst hatten sie es nur selten in die Verler Hälfte geschafft, mit Ryan Malones links neben das Gehäuse des SC platzierten Kopfball (42.) die beste - und zugleich einzig wirkliche Chance auf einen Treffer.

„Wir haben das ist etwa so erwartet“, sagte Erik Majetschak auf dem Weg in die Kabine am Mikrofon von Magenta-Sport, „uns war klar, dass wir in der Abwehr viel zu tun bekommen werden. Wir müssen in der zweiten Hälfte weiter so kompakt stehen, aber nach vorn schon etwas mutiger werden.“

Doch schon fünf Minten nach Wiederbeginn kannte das Match wieder hauptsächlich eine Richtung - auf die Kiste von Martin Männel zu. Der rettete gegen Jonas Arweiler und Dennis Waidner (54.), dann noch einmal gegen Arweiler (59.). Das zweite Verler Tor schien nur eine Frage der Zeit.

Doch es fiel nicht. Und so blieben die Veilchen im Geschäft und rafften sich auf, doch noch etwas Zählbares zu ergattern. Jannic Ehlers (70.) und Julian Guttau (71.) hatten den Ausgleich auf dem Fuß, fanden aber in Verls Schlussmann Philipp Schulze ihren Meister. Bezwungen wurde er dann von einem Mannschaftskollegen: Arweiler köpfte eine Guttau-Ecke unbedrängt ins eigene Netz - die Auer jubelten, alle anderen schüttelten nur den Kopf (73.).

Den Punkt verdienten sich die Gäste in der Schlussphase. Da versuchten die Hausherren mit Vehemenz, das vorher sträflich Versäumte nachzuholen, doch die Härtel-Männer stemmten sich dagegen. Vor allem Männel war ein Fels in der Brandung. Und so wäre das Match beinahe noch komplett auf den Kopf gestellt worden: Ein letzter Konter des FCE in der Nachspielzeit - und Erik Weinhauer kommt rechts im Strafraum frei zum Abschluss. Um Zentimeter streicht der Ball an linken Pfosten vorbei ins Aus.

Der Schlusspfiff erlöste somit nicht nur die Veilchen.

Verl: Schulze - Mhamdi, Ens, F. Otto, Kijewski (85. Stöckel) - Eze (V/74. Y. Otto), Waidner - Gayret, Taz - Besio (74. Onuoha), Arweiler (85. Stark)

Aue: Männel - Fallmann, Malone, Zobel - Guttau (V/90.+1 Tashchy), Uhlmann (V), Stefaniak (84. Seidel), Majetschak, Clausen (V/73. Weinhauer) - Bornschein (46. Simnica/V), Ehlers (73. Bär)

Zuschauer: 5200. Schiedsrichter: Assad Nouhoum (Fürstenfeldbruck). Tore: 1:0 Besio (27.), 1:1 Arweiler (73,/Eigentor)

Verls Joshua Eze (links) im Zweikampf mit Aues Mika Clausen.
Verls Joshua Eze (links) im Zweikampf mit Aues Mika Clausen. Bild: PICTURE POINT/Sven Sonntag
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