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Nach acht Niederlagen in Serie hat der FC Erzgebirge erstmals wieder einen Punktgewinn eingefahren. Aue kam dank eines Riesenbocks des Gegners zum Ausgleich. Erik Weinhauer war der Torschütze.
Der erstmalige Absturz aus dem Profifußball nach 23 Jahren scheint für den FC Erzgebirge Aue unausweichlich. Sechs Spieltage vor dem Saisonende war die Ausgangslage klar: 13 Punkte fehlen den Veilchen auf das rettende Ufer – ein Rückstand, der realistisch betrachtet nicht mehr aufzuholen ist.
Rein rechnerisch hätte der Abstieg in die Regionalliga bereits an diesem sechstletzten Spieltag besiegelt werden können. Doch der 1. FC Saarbrücken verlor bereits am Samstag sein Auswärtsspiel beim TSV Havelse und verschaffte dem FC Erzgebirge damit unfreiwillig eine Galgenfrist.
So war klar: Selbst eine weitere Heimniederlage am Sonntag hätte zunächst keine unmittelbaren Folgen gehabt. Mit einem Sieg gegen den SC Verl hätten sich die Lila-Weißen sogar die Möglichkeit erarbeitet, dem drohenden Abstieg auch am kommenden Wochenende noch entkommen zu können. Letztlich gab es vor 5653 Zuschauern eine Punkteteilung im Erzgebirgsstadion – 1:1 (0:1).
Verl geht früh in Führung
Schon früh wurde klar, welchen Lauf diese Drittligabegegnung nehmen würde: Lediglich drei Minuten waren gespielt, da gingen die Ostwestfalen, die sich noch leise Hoffnung auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga machen, durch Unterschiedsspieler Berkan Taz in Führung. Ziemlich einfach kombinierten sich die Gäste durch die Auer Hintermannschaft, sodass Taz nur noch aus Nahdistanz einzuschieben brauchte und damit problemlos seinen 15. Saisontreffer erzielte beziehungsweise seinen bereits 29. Scorerpunkt einsammelte (3.). Der Aufstiegsaspirant dominierte im Lößnitztal deutlich das Spielgeschehen und hätte die Führung nach einer Viertelstunde beinahe noch ausgebaut: Rechtsverteidiger Oualid Mhamdi scheiterte am Querbalken (17.).
Aue war spielerisch unterlegen, hatte aber dennoch zwei, drei gute Gelegenheiten, um sich selbst auf die Anzeigetafel zu bringen. Marcel Bär (12.) und Ricky Bornschein (34.) fanden keinen Weg vorbei an Verl-Schlussmann Philipp Schulze, eine weitere Möglichkeit verpuffte aufgrund eines zu ungenau zu Ende gespielten Angriffs.
Weinhauer besorgt den Ausgleich
Nach dem Seitenwechsel gab es zunächst erst einmal keine Höhepunkte. Berkan Taz hatte es einmal aus der Distanz versucht (60.), ansonsten blieb es aber ungefährlich. Und daran hätte sich wahrscheinlich so schnell auch nichts geändert, hätte sich Philipp Schulze nicht einen Riesenbock geleistet. Der Verl-Keeper hielt im Strafraum den Ball zu lange am Fuß, wurde stürmisch von Marcel Bär angelaufen und trennte sich gerade noch rechtzeitig vom Spielgerät. Allerdings passte er das Leder direkt in die Füße von Erik Weinhauer, der aus 18 Metern nur noch ins leere Gehäuse einzuschieben brauchte (64.). In den vergangenen Wochen und Monaten hatten die Erzgebirger immer wieder Geschenke solcher Art an die Gegner verteilt, diesmal wurden sie beschenkt.
Aue wollte nun unbedingt nachlegen und endlich den ersten Rückrundensieg einfahren. Zwar öffnete dies auch Räume für die Gäste, doch die Mannschaft von Interimstrainer Khvicha Shubitidze erarbeitete sich nun immer wieder gute Umschaltgelegenheiten, spielten es stets aber nicht gut aus. Einen aussichtsreichen Konter unterbanden die Verler zudem mit einem Foulspiel unmittelbar vor der Strafraumgrenze. Letztlich blieb es bei dem Unentschieden. Aue ging erstmals nach acht Spielen nicht als Verlierer vom Feld. Letztmals war dies Mitte Februar beim 2:2 in Köln der Fall. Dennoch wäre an diesem Abend mehr drin gewesen als eine Punkteteilung.
Statistik
Aue: Männel - Barylla (V/65. Majetschak), Malone, Zobel, Seiffert - Guttau, Uhlmann (65. Simnica), Fabisch, Weinhauer (83. Schmid) - Bär (83. Günther-Schmidt), Bornschein (65. Ehlers)
Verl: Schulze - Mhamdi , Ens, F. Otto, Kijewski - Eze (77. Mesanovic) - Wessig (63. Arweiler), Waidner, Y. Otto (51. Stark/V) - Taz, Wörner (77. Japaur)
SR.: Uhrig (Hamburg). Zuschauer: 5653. Tore: 0:1 Taz (3.), 1:1 Weinhauer (64.)





